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»Wir sind gerne in der Natur« Donnerstag, 09 August 2018 09:12 Foto: Frank Bierstedt

»Wir sind gerne in der Natur«

Seit zwanzig Jahren ist die Familie Bierstedt im 293 Einwohner zählenden Gravenhorst, einem Ortsteil von Meine, ansässig. Das Grundstück hat 800, die Wohnfläche 170 Quadratmeter. Das Haus ist ein finnisches Blockbohlenhaus, hell und freundlich mit viel Holz an Decke, Wänden und Boden, was eine ausgezeichnete Wärmedämmung garantiert. Im Wohnbereich bildet ein Grundofen aus Schamottgestein den Mittelpunkt. Achtzehn Jahre lang hat er das ganze Haus beheizt. »Der hat uns immer gut durch den Winter gebracht«, sagt Frank Bierstedt, die angenehme, außerordentlich wohltuende Wärme des Ofens noch immer rühmend. Aber jedes Jahr fünf Kubikmeter Holz machen – das wurde dann doch zu viel. Inzwischen ist eine Gastherme angeschafft. Auf dem Dach sitzt die Photovoltaikanlage.

Gravenhorst liegt ganz zentral zwischen ­Gifhorn, Braunschweig und Wolfsburg. Wenn Bierstedt mit seiner Frau Sandra durch Gifhorn fährt, kann sie ihm die realisierten Projekte zeigen, vom Verkehrskreisel über die Kita bis zum Freibad. Sie ist Landschaftsarchitektin und arbeitet in einem Büro direkt im Wohnort. Schneller zur Arbeit kommen kann morgens niemand. Auch Sohn Moritz braucht nur zehn Minuten mit dem Fahrrad bis zum Gymnasium in Meine. Nur Frank Bierstedt, der als selbstständiger Fotograf auch für die »IHK wirtschaft« tätig ist, hat in der Regel längere Anfahrtswege.

Nach dem Grafik- und Fotodesign-Studium in Hildesheim arbeitete er als Studiofotograf für eine Werbeagentur in Braunschweig, war nach der Wende aber viel für große deutsche Redaktionen in der ehemaligen DDR unterwegs. In Gera lernte er seine Frau kennen. Zusammen ging das Paar nach Erfurt (»übrigens eine der schönsten Städte Deutschlands«), wo sie studierte und er seinem Beruf nachging: »Ich habe unter anderem den Abzug der Russen aus Weimar, den 50. Jahrestag der Befreiung des KZ Buchenwald und den Besuch von Richard von Weizsäcker bei Václav Havel fotografiert. Es waren fotografische Highlights für mich, die ich in dieser Form nicht mehr erleben werde.«

Im Camper zum ­Raubfischangeln

Zurück in der Braunschweiger Region fehlt Thüringen schon ein wenig. Die hiesige Landschaft ist schön, aber flach. Da tröstet der Harz, denn die Hobbys von Vater und Sohn sind sportlicher Natur. Wandern und Mountainbike fahren stehen regelmäßig obenan, das können mit dem Rad schon mal fünfundzwanzig bis dreißig Kilometer am Wochenende sein. Anstrengend? »Ja, klar. Aber wir sind gerne in der Natur.« Als Moritz fünf Jahre alt war, schenkte ihm sein Opa die erste Angelrute. Der Sohn wurde begeisterter Angler und die Begeisterung steckte auch den Vater an: »Von da an mussten wir immer an die Seen.« Bevorzugt werden die Gewässer nördlich von Berlin angefahren. Praktisch für die Ausflüge ist der VW Camper California mit eingebauter Küche und Schlafmöglichkeiten. »Für uns drei ist das optimal und in Plau am See an der Mecklenburger Seenplatte sind wir in wenigen Stunden.« Gefangen werden bevorzugt Hechte vom Boot aus: die Bierstedts sind Raubfischangler.

Damit an sportlicher Betätigung nicht genug, spielt Filius Moritz von Jugend auf Fußball im TSV Meine. Die Mannschaft wird, wenn auch nicht allein, von seinem Vater trainiert. Der Junior ist im rechten Mittelfeld aufgestellt. Hat sich diese Position bewährt? »Ja, ich bin ganz schön schnell.«

Eine Sandrose aus der Sahara

Als versierte Jäger und Sammler bringt die Familie Bierstedt aus jedem Urlaub, von jedem Ausflug etwas mit: Bernstein und versteinerte Kopffüßler von Rügen oder auch versteinerte Muscheln und Schnecken aus dem Harz. Eine Sandrose aus der Sahara erinnert an Frank Bierstedts wohl spannendste Tour, als er 2001 den Wolfsburger Extremsportler Joachim Franz sechs Wochen lang fotografisch auf dessen Tour Paris-Dakar begleitete. »Silvester haben wir in Mali gefeiert mit einer Flasche Whisky. Sonst hatten wir ja nur Wasser dabei.« Eine Publikation über diese Tour erschien 2005 im Rowohlt-Verlag. Noch einmal, diesmal mit einem größeren Team, begleitete Frank Bierstedt Joachim Franz 2003 drei Wochen lang von Johannisburg bis Kapstadt.

Die Hobbys von Sandra Bierstedt sind Radfahren und der Garten. Ein Hochbeet mit Salat, Tomaten und Gurken ist angelegt. Einmal kam ein Rehbock zu Besuch, der den Mangold köstlich fand. Buchsbaum, Funkien und Wilder Wein auf dem Terrassendach fügen sich sehr lebendig, sehr grün ins Bild. Die Pflege mache Arbeit, aber dafür könne man das Ergebnis abends mit einem schönen Glas Wein auf der Terrasse genießen.

Der Urlaub in diesem Jahr führt den Camper über Bayern bis nach Kroatien. Erste Station Chiemgau, dann das Berchtesgadener Land, der Watzmann, aber auch geschichtsträchtiger Besuch am Obersalzberg. Zuletzt in Kroatien chillen am Meer: »Mit solch einem Bus ist man total flexibel. Wir kommen an und nach spätestens fünfzehn Minuten sitzen wir im Sonnenschein in unseren Campingstühlen.«

www.bierstedt-fotografie.de

Bild ganz oben: Sandra, Frank und Moritz Bierstedt auf der Terrasse ihres finnischen Blockbohlenhauses.

geschrieben von  maru
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