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New Work braucht Zeit für Führung Donnerstag, 01 November 2018 13:00 Foto: Andre Bertram

New Work braucht Zeit für Führung

Nadine Nobile ist Gründerin des Beratungs­unternehmens CO:X. Sie unterstützt Menschen in Unternehmen als Prozessbegleiterin und Coach. Für das regionale Wirtschaftsmagazin »Standort38« verfasst sie regelmäßig eine Kolumne zu dem Thema »New Work«. Da lag es für die Wirtschaftsjunioren Harz nahe, die studierte Wirtschaftspädagogin als Referentin zu werben. Mit ihrem Vortrag »New Work braucht Zeit für Führung« gab die Referentin den Teilnehmern reichlich Spielraum für Diskussionen.

Nadine Nobile bezeichnet sich selbst als New Work-Aktivistin. »Wir müssen die Arbeit gestalten und entwickeln«, ist sie überzeugt. In ihrer täglichen Beratungspraxis begegne ihr häufig die Aussage »ich bin so in das Tagesgeschäft involviert, dass mir die Zeit fehlt, um zu führen«. Sie vertritt daher den Standpunkt, dass der erste Gesichtspunkt erfolgreicher Führung darin bestehe, sich bewusst die nötige Zeit zu nehmen. Nicht ohne Grund würde an der Akademie für Führungskräfte ein Seminar mit dem Titel »Führung als Fels in der Brandung« angeboten. Sie sagt: »Jede Welle nimmt uns etwas von der Substanz.« Ratsam sei es daher, die Wellen zu nutzen, statt sich von ihnen überrollen zu lassen.

Was das in der Praxis bedeutet, veranschaulichte die Referentin anhand einer Übung, die in Erinnerung rief, dass Menschen kooperative und gestaltende Wesen sind. »In Zukunft brauchen wir mehr Kooperationen. In Organisationen kollaborieren wir«, glaubt Nobile. Die entscheidende Frage sei, wer zu welchem Zeitpunkt die Führung übernehme. In agilen Settings, wie zum Beispiel auf dem Fußballfeld, würden hierfür zunächst Regeln definiert. Für Unternehmen gelte im Grunde das gleiche, und doch hätten bisher nur wenige mittelständische Unternehmen ein Führungsleitbild, das die Spielregeln und Prinzipien gemeinsamen Handelns adäquat berücksichtige.

»Wenn wir führen, müssen wir immer wieder über die Regeln sprechen«, ist Nadine Nobile überzeugt. Die Gefahr in Organisationen sei, dass man häufig Regeln aufschreibe und diese dann in der Schublade landeten. Um erfolgreich zu führen, sei es daher hilfreich, das Thema in die Bausteine Selbstführung und Selbstcoaching, Kommunikation und Konflikt­lösung, Entscheidungsrahmen, Gestaltung der Zusammenarbeit sowie Personalführung und Entwicklung zu unterteilen. Sich selbst zu führen, sei damit gleichzusetzen, auf sich selbst zu achten. Kommunikation finde immer statt und die größten Konflikte resultierten häufig aus dem Bestreben nach Konfliktvermeidung. Wer Verantwortung trage, müsse auch Entscheidungen treffen. Daher sei es erforderlich, dass auch kleine Gruppen diese autonom fällen können. Die Grundlage für ein erfolgreiches Team bestehe darin, dass die einzelnen Personen sich sicher und wertgeschätzt fühlen. In jeder Organisation gebe es einen »Schatz«, ist sich Nadine Nobile sicher. Dieser beinhalte die Talente und Potenziale der Mitarbeiter. Ein starkes »Wir« braucht ein starkes »Ich« ist die Referentin überzeugt, weshalb man jeden einzelnen Mitarbeiter stärken sollte. Ihren Vortrag beendete Nadine Nobile mit einem Zitat von Alan Kay: »Die Zukunft kann man am besten voraussagen, wenn man sie selbst gestaltet.«

Bild oben: Sie sprachen über Führung: WJ-Sprecherin Ina-Verena Unverhau und Nadine Nobile.
geschrieben von  wo
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