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Die C&S group: weltweit Spitze Dienstag, 13 Februar 2018 10:12 Foto: Frank Bierstedt

Die C&S group: weltweit Spitze

Autos werden immer sicherer, immer komfortabler und immer unterhaltsamer. Dafür wird immer mehr Elektronik unters Blech gepackt. In einem Mittelklassewagen gibt es heute schon bis zu 150 Steuergeräte für die verschiedensten Funktionen: vom Fensterheber über Regensensoren bis zur komplizierten Motorsteuerung oder zu Fahrer-Assistenzsystemen. Die Geräte kommen von unterschiedlichen Herstellern und haben unterschiedliche Daten-Spezifikationen. Sie kommunizieren untereinander mit standardisierten Daten-Protokollen, so genannten Bus-­Systemen.

Bei der Entwicklung und beim Test solcher Protokolle, die einen fehlerhaften und schnellen Datenaustausch im Auto sichern, ist das Wolfenbütteler High-Tech-Unternehmen C&S group weltweit Spitze. »Wir arbeiten für nahezu alle großen Autohersteller in Europa, Japan, Südkorea und in den USA, aber auch für wichtige Zulieferer und große Halbleiterkonzerne«, erzählt Geschäftsführer Frank Fischer, der das Unternehmen zusammen mit David Bollati leitet. Wenn ein Autohersteller heute ein Kommunikationssystem für ein neues Automodell plant, dann kommt er an den Spezialisten aus Wolfenbüttel nicht vorbei.

Start als Hochschul-Institut

Gegründet wurde C&S (steht für Communication und System) 1995 als Institut der Fachhochschule Ostfalia von Professor Wolfhard Lawrenz, der damals ein führender Experte für vernetzte Systeme und ein wichtiger Wegbereiter des heute gängigen CAN-Bussystems war. Die Wolfenbütteler Hochschulgruppe arbeitete zunächst für Halbleiterhersteller, später auch für Autokonzerne, entwickelte standardisierte Tests für Bus-Systeme.

2008 wurde das erfolgreiche Institut als GmbH ausgegründet und zwei japanische Unternehmen als Gesellschafter hereingenommen: das zum Toyota-Konzern gehörende Handelshaus Nexto und das Software-Unternehmen ADC. Bollati: »Beide halten heute einen Anteil von 48 Prozent, die beiden Geschäftsführer haben 52 Prozent.« Beide Geschäftsführer sind schon lange im Unternehmen, seit 20 beziehungsweise 17 Jahren. Bollati stammt aus Argentinien, kam einst als Austausch-Student zu C&S, nach Abschluss seines Studiums kehrt er zum Unternehmen zurück.

Unabhängiges Testhaus

»Wir sind ein zertifiziertes und unabhängiges Testhaus mit hohem Qualitätsniveau, wir arbeiten für Autohersteller, Zulieferer und Halbleiterproduzenten«, fasst Fischer zusammen. Dabei geht es vor allem um Konformitätstest. »Meist wird in wochenlangen Zyklen geprüft, ob ein Steuergerät oder ein System genau so läuft, wie es die Daten-Spezifikationen vorgeben«, erläutert Bollati. Außerdem werden auch Härtetests, was die Robustheit oder die Temperaturbeständigkeit betrifft, durchgeführt, werden Fehler oder Störungen festgestellt, wird der Hersteller benachrichtigt und bei der Behebung oder bei Verbesserungen beraten.

Umfangreiche Referenzliste

Reale Tests im eigenen Labor macht C&S vor allem bei Komponenten und Steuergeräten. Komplette Systeme werden für Autohersteller getestet – meist als Simulation, indem die Systeme im Rechner nachgebildet werden. Auf der Referenzliste von C&S steht von A bis Z alles, was in der Autobranche Rang und Namen hat: von Audi über Daimler, Ford, Honda, Porsche, PSA bis zu Toyota und natürlich VW. Darüber hinaus arbeitet C&S für große Zulieferer wie Bosch, Magna oder ContiTeves. Auch Luftfahrtkonzerne wie EADS und Airbus sind dabei – sowie viele international bedeutende Halbleiterhersteller.

Komplexe Steuerungs­technik

Das elektronische Innenleben eines Autos ist deshalb so komplex, weil es immer mehr Steuergeräte gibt, die auf verschiedenen Bussen laufen. »In einem Mittelklassewagen gibt es heute mindestens vier Protokolle«, stellt Bollati fest. CAN ist wichtig für Hauptfunktionen wie die Motorsteuerung. Darüberhinaus gibt es vor allem für die Funktionsbereiche Komfort und Infotainment noch die Busse LIN, FlexRay und MOST. Alle müssen so gesteuert und koordiniert werden, dass die angeschlossenen Geräte fehlerfrei miteinander kommunizieren können.

Dem Ethernet gehört die Zukunft

Mit der zunehmenden Zahl von Assistenzsystemen, mit der wachsenden Nutzung von Internetdiensten im Auto und schließlich mit dem autonomen Fahren fallen künftig so riesige Mengen an Daten an, dass die herkömm­lichen Protokolle nicht mehr ausreichen, erwarten Fischer und Bollati. Die Zukunft werde daher dem Ethernet gehören, wie man es von kabelgebundenen Computer-­Netzwerken bereits kennt. Und da sei C&S bisher schon vorn mit dabei. Nicht zuletzt deshalb, weil man in wichtigen Gremien der Branche mitarbeite, die die Standards für künftige Protokolle festlegen.

Dualer Studiengang startet

»Wir sind ein innovatives und deshalb attraktives Unternehmen, bieten flexible Arbeitsbedingungen und interessante Kontakte mit wichtigen Kunden«, meint Fischer. Und dennoch habe man Schwierigkeiten, Nachwuchskräfte zu bekommen. Derzeit werden einschließlich eines Büros in Ingolstadt 31 Mitarbeiter, überwiegend Ingenieure, beschäftigt. Es ist eine internationale Mannschaft, so gibt es unter anderem Mitarbeiter aus Argentinien, Indien und Thailand. Bollati: »Wir halten weiter engen Kontakt zur Fachhochschule und starten jetzt einen gemeinsamen dualen Studiengang.«

Bisher sitzt C&S noch auf dem Hochschulcampus. In diesem Jahr wird aber in einem Wolfenbütteler Gewerbegebiet eine neue Firmenzentrale gebaut. Dafür werden zwei Millionen Euro investiert und 15 neue Arbeitsplätze geschaffen.

Bild ganz oben: Die beiden geschäftsführenden Gesellschafter David Bollati (links) und Frank Fischer.

geschrieben von  sie
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