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Wer sind eigentlich … Martine Dennewald und Malte Wegner? Montag, 04 Juni 2018 09:31 Foto: André Pause

Wer sind eigentlich … Martine Dennewald und Malte Wegner?

Sehr bodenständig sei er, pragmatisch, immer sehr gut informiert – und er strahle diese unerschütterliche Ruhe und Stabilität aus, die Niedersachsen ja des Öfteren nachgesagt werde, beschreibt Martine Dennewald, ihres Zeichens Leiterin des Festivals Theaterformen, »ihren« Geschäftsführer Malte Wegner. Während Dennewald, die seit 2015 für das jährlich abwechselnd in Braunschweig und Hannover stattfindende Festival verantwortlich zeichnet, auch dessen Gesicht ist, zieht der gebürtige Hannoveraner Wegner die Fäden im administrativen Bereich, im Hintergrund. »Wir sind eingebunden in die Niedersächsischen Staatstheater GmbH. Meine Aufgabe ist ganz oft vermittelnder Natur – nach außen, quasi als Brückenbauer zwischen den Städten und ins Haus hinein. Ich bereite alle Verträge vor, die Budgetpläne und koordiniere das mit der Muttergesellschaft«, beschreibt der studierte Geschichts- und Literaturwissenschaftler sein Aufgabenfeld.



Dennewald und Wegner funktionieren als Tandem, die Wertschätzung womöglich sogar Bewunderung auf fachlicher wie auf persönlicher Ebene beruht auf Gegenseitigkeit. Sie sei jemand, der stark inspiriert, und dass, obwohl sie so gar nicht dem rotweindominierten Kuratoren-­Klischee entspreche, meint Wegner schmunzelnd: »Martines Arbeitsweise ist sehr organisiert und effektiv, kein Stück chaotisch. Ich weiß nicht, wie viele Mails sie am Tag beantwortet, während sie zwischendurch fast in den Plänen verschwindet, um dieses Programm auf die Beine zu stellen. Ich sehe nur: Das Uhrwerk arbeitet.«

Disziplin, ein hoher Organisationsgrad und klare und stetige Kommunikation sind für das komplette Team essenziell. Für das Duo an der Spitze gilt das umso mehr. »Im Grunde stecke ich immer in drei Festivals. Ich bin mit den Verwendungsnachweisen des vergangenen Jahres beschäftigt, mit der Umsetzung des diesjährigen Festivals und für das kommende stellen wir jetzt natürlich auch schon Anträge«, skizziert ­Wegner, der über ein Volontariat bei einem Fachverlag für Geschichtsdidaktik in den Bereich Projektmanagement gelangt ist. Im Betriebsbüro des Schauspiels Hannover hat er schließlich den Schritt ins Kulturmanagement gewagt. »Meine Eltern sind Wirtschaftsprüfer. Nicht, dass das ein Wirtschaftsstudium ersetzt, aber man kriegt von zuhause bei den Abendbrotgesprächen einfach doch eine Richtung mit«, lacht der in Jugendtagen passio­nierte American-­Football-Spieler (Hannover Broncos).

Mehrere Jahre voraus sind Dennewald und ­Wegner bisweilen in der Planung. Während die Festivalleiterin, um Stücke zu sichten, oft rund um den Globus unterwegs ist, kümmert sich der Geschäftsführer daheim um das Budget, das bei etwa 1,1 Millionen Euro liegt. Für die studierte Dramaturgin und Kulturmanagerin (Leipzig, London) habe es zur jetzigen Tätigkeit im Grunde nie einen echten Plan B gegeben. Wegner sieht die Sache etwas nüchterner. Eine positionsequivalente Tätigkeit in der Wirtschaft würde er zumindest nicht kategorisch ausschließen. »Wenn ich ein Produkt habe, mit dem ich mich in dem Maße identifizieren kann, wie ich mich mit dem Festival identifizieren kann, dann macht es für mich keinen Unterschied. Hier arbeiten wir natürlich im Non-Profitbereich und haben dadurch zwangsläufig andere Unternehmensziele. Bei uns geht es nicht darum, den Profit zu steigern, sondern den größtmöglichen Grad an Kunst aus den zur Verfügung stehenden Mitteln herauszubekommen.«

Das Festival Theaterformen findet vom 7. bis zum 17. Juni statt.
www.theaterformen.de
geschrieben von  pau
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