Unsere Partner
Wer ist eigentlich … Gerald Marleaux? Dienstag, 10 April 2018 14:08 Foto: Hansjörg Hörseljau

Wer ist eigentlich … Gerald Marleaux?

In der E-Bass-Szene sind die E-Bässe von Gerald Marleaux schon lange bekannt. Kürzlich hat seine Clausthaler Manufaktur zum dritten Mal den weltweit renommiertesten Preis in der E-Bass-Szene erhalten, was bisher keinem Hersteller gelungen ist. Auf der NAMM-Show in Los Angeles erhielt er für seinen »M 2000 Anniversary« mit der Serien­nummer 2000 die Auszeichnung »Best Bass of Show 2018«. In einem Marktsegment, das sich fast ausschließlich in amerikanischer Hand befindet, ist das eine ganz besondere Auszeichnung. Die weltweit größte Musikmesse, an der ­Marleaux seit 1995 teilnimmt, ist ein großes Event. Vertreten sind hier nicht nur die namhaften Hersteller, sondern auch weltbekannte Künstler. »Alles auf Augenhöhe. Superstars ohne Traube von Security-Leuten«, betont der Bass-Macher, an dessen Stand sich regelmäßig Größen wie Steve Bayley oder David Pastorius einfinden.



Schon als Kind hatte Marleaux eine Werkbank in seinem Kinderzimmer. Als das Taschengeld für den Kauf einer Gitarre nicht reichte, begann er, selbst eine zu bauen. Als Vorlage dienten dem damals Zwölf­jährigen Fotos und Informationen aus Fachzeitschriften. Die ersten Instrumente fanden Anklang in seinem Freundes­kreis und beeindruckte gleichaltrige Musikfans. Er fing an, Gitarren und Bässe für Freunde zu bauen. Unterstützung erhielt er damals von dem Zellerfelder Gambenbaumeister Emmo Koch. Der Mentor vermittelte seinem Schützling viel Grund­lagenwissen für den Bau von Musik­instrumenten sowie die erforderlichen Finger­fertigkeiten. Später folgten Hospitationen bei anderen Gitarrenbauern und die Ausbildung zum Kunsttischler. Heute ist Marleaux froh, nicht den klassischen Ausbildungsweg gegangen zu sein. »Ich experimentiere und gehe eigene Wege.«

Acht Grundmodelle

In seiner Werkstatt spürt der Besucher die Liebe zum Werkstoff Holz und zum Detail. Für jedes Instrument kommen mehrere Holzarten, die größtenteils aus der Region stammen, zum Einsatz, die speziell für den jeweiligen Bass zusammengestellt werden. Holzbearbeitungsmaschinen unterstützen die Arbeit, der Hauptanteil ist Handarbeit.

Acht Grundmodelle stellt Marleaux her. Schon die Namen der Bässe klingen wie Musik: Diva, Contra, Votan, Consat, Betra, Tiuz, Sopran und M-Bass. Jedes der rund 150 pro Jahr gefertigten Instrumente wird am Ende jedoch ganz individuell und exklusiv auf den zukünftigen Besitzer zugeschnitten. Die Kunden der 1990 gegründeten Bass-Manufaktur kommen aus der ganzen Welt: aus Europa, Amerika, Asien und ­Australien.

Arbeit, die Freude bereitet

Unterstützt wird der Macher von Marleaux BassGuitars von seiner Frau Heike Marleaux (Buchhaltung und Verwaltung), Dominik Geiger (Geselle), Jessica Schmalle (Geselle) und Salomé Gregersen (Auszubildende). Das Firmencredo »gemeinsam an der Entstehung schöner Instrumente arbeiten« ist anspruchsvoll und setzt ein hohes Maß an Engagement und Verantwortung aller Mitarbeiter voraus. Dass das Arbeiten hier aber auch viel Freude bereitet, sieht man allen Beteiligten an.
geschrieben von  Hansjörg Hörseljau
Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.
Ok