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Endlich mal ­regional – ­Salzgitter und Braunschweig planen  zusammen Donnerstag, 31 Mai 2018 09:20 Foto: Peter Pohl

Endlich mal ­regional – ­Salzgitter und Braunschweig planen zusammen

Alle reden von der Region, die Oberbürgermeister der beiden Großstädte Salzgitter und Braunschweig handeln beispielhaft: Zur Sicherung künftiger Bedarfe an großzügigen Industrie- und Gewerbegebieten planen die beiden Verwaltungsspitzen aus gutem Grund transkommunal. Und warum? Weil die Flächenstadt Salzgitter laut Website der Wirtschafts­förderung für industrielle Ansprüche (24 Stunden Betrieb an sieben Tagen pro Woche) aktuell nur 29 Hektar und das eingeengte, weil kreislose Braunschweig nur zehn Hektar als verfügbar ausweist. Da sind zusammen 390 000 Quadratmeter, oder anders ausgedrückt: zehn Fußballfelder hoch und sieben breit, die tatsächlich noch nicht einmal zusammen liegen. Zum Vergleich: Allein MAN Truck & Bus in Salzgitter nutzt 1,1 Millionen Quadratmeter Gelände.

Der Wirtschaftsgroßraum Salzgitter-Braunschweig-Wolfsburg ist heute das industrielle Zentrum Niedersachsens. Die in Produktion und produktionsnahen Dienstleistungen verdienten Einkommen und Gewinne machen hier zwei Drittel der generierten Einkünfte aus. Das ist ein deutscher Spitzenwert, der mehrfach durch IHK-Erhebungen bestätigt wurde. Und ausgerechnet im hiesigen Schwerpunktsektor Mobilität zeichnen sich umwälzende Veränderungen ab, die die industrielle Basis herausfordert. Wenn diese Region den heute bekannten und den heute noch unbekannten Produzenten keine Flächen anbieten kann, dann stehen wir in 20 Jahren im schlimmsten Fall ohne nennenswerte ­industrielle Wertschöpfung in unserer Region da. Das ist eine reale Gefahr. Nur auf Dienstleistung zu setzen ist ein Irrweg, weil jeder Dienstleitung ein Produkt vorweggeht.

Von Stadtoberhäuptern wird die kluge Planung und Verwirklichung der sogenannten Daseinsvorsorge erwartet. Tun sie das nicht, haben sie versagt. Aber nicht nur Wohnraum, Naherholung, Kultur, ÖPNV und Freizeit sind dabei im Blick, sondern auch Flächenvorsorge für Wertschöpfung, Einkommen und Renditen, die letztlich über Einkommen-, Gewerbe- und Körperschaftsteuer ins Gemeinwesen zurück­fließen.

Legitime Forderungen an Verträglichkeit mit Wohnen, Verkehr und Immissionen sind bereits gestellt und in der Diskussion. Das ist gut und elementar. Denn die Entscheidung, ob, wie groß, für wen und wann fällt politisch nach Abwägung und Streit mit der Mehrheit. Argumente müssen gehört werden, Maximalforderungen sind unrealistisch. Aber an einer nennenswerten Ausweitung hiesiger Flächen für Industrie und Gewerbe kommt unser Wirtschaftsraum nicht vorbei.

Sie können Tobias Hoffmann auch eine E-Mail schreiben: tobias.hoffmann@hoffmann-filter.de

Bild oben: Tobias Hoffmann, erster Stellvertreter des Präsidenten der IHK Braunschweig.

Lesen Sie hierzu auch unter Bericht + Analysen.
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