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Autonomes ­Fahren – unsere Mobilität von morgen Donnerstag, 03 Mai 2018 11:25 Foto: Frank Bierstedt

Autonomes ­Fahren – unsere Mobilität von morgen

»Schau mal, ein Wartburg«, hieß es auf einer Fahrt im sommerlichen April 2018. Auf der entgegenkommenden Spur fuhr der einstige Stolz des VEB Automobilwerks Eisenach. Ein PKW, auf den der DDR-Bürger mehrere Jahre nach der Bestellung warten musste und mit dem er froh war, in zehn Stunden die Ostseeküste vom Produktionsort aus zu erreichen. Seitdem hat sich nicht nur politisch alles zum Besseren gewandelt, auch die individuelle Mobilität ist schneller, komfortabler und sicherer geworden.

Wie spannend wäre es, einen Blick in die Zukunft werfen zu können? Was würden wir mit dem Wissen von 2050 über das Jahr 2018 denken?

Wahrscheinlich lassen wir uns, über den Sprachcomputer gesteuert, eine Zusammenfassung der gesellschaftlichen Themen in unserem autonomen Fahrzeug als Hologramm darstellen. Das Display zeigt uns Diskussionsbeiträge über die persönliche Freiheit, die es bedeutet, ein Auto lenken zu dürfen und was uns ohne sie verloren ginge. Wir schmunzeln. In 2050 empfinden wir es nicht mehr als Freiheit, dass jeder eigenverantwortlich mehrere Tonnen im öffentlichen Raum nach eigener Einschätzung und Gefühlslage bewegt. Wir wissen, dass wir nun als Fußgänger, Fahrradfahrer und auch in den Autos wesentlich sicherer und effizienter unterwegs sind. Den Zeitgewinn, den wir beim Gefahrenwerden haben, wollen wir auf keinen Fall wieder hergeben. Die Technik ist sicher, die Umwelt weniger belastet und der vorhergesagte Weltuntergang ist auch dieses Mal ausgeblieben.

Dass das Jahr 2050 solche oder ähnliche Erkenntnisse liefert, ist jedenfalls beim Blick auf den Wartburg in 2018 wahrscheinlicher, als dass wir uns als »Mobilitätssklaven« in »seelenlosen Taxikabinen« fühlen, die Technik unbeherrschbar geworden ist oder uns die individuelle Mobilität weniger Komfort bietet als heute. Aber es wird bis dahin auch kein Selbstläufer sein. Johann Jungwirth hat es treffend zusammengefasst: »Was jetzt an neuer Technologie kommt, muss gut gemacht sein.« Individuelle Mobilität im autonomen Fahrzeug: das ist nicht weniger als ein Versprechen, dass die Zukunft in dieser Hinsicht noch besser wird – und es muss gehalten werden.

Gestalten geht vor Bewahren. Das gilt auch für die rechtlichen Grundlagen, zu denen zügig neue Ideen umgesetzt werden müssen. Solidität vor Geschwindigkeit zu stellen, ist der richtige Weg. Dennoch: »Die Welt wartet nicht auf Deutschland«, beschreibt Professor Karsten Lemmer die Ausgangssituation. Der europäische und der nationale Gesetzgeber müssen progressive Entwürfe für ein neues (De-)Regulierungsumfeld entwickeln. Europa muss im Fokus haben, auch die internationalen Standards zu setzen.

Die gesamte vernetzte Welt der Zukunft, aus der auch künstliche Intelligenz nicht mehr hinwegzudenken ist, muss (von uns Menschen) gestaltet werden. »Unsere Mobilität von morgen« wird maßgeblich beeinflussen, wie wir leben. Das müssen wir selbstbestimmt und selbstbewusst umsetzen.

Bitte beachten Sie hierzu auch unsere Titelstory.

Bild oben: Anje Gering, stellvertretende Haupt­geschäftsführerin der IHK, moderierte die KompetenzArena zum Autonomen Fahren.

Sie können Anje Gering auch eine E-Mail schreiben: anje.gering@braunschweig.ihk.de.

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