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Massimo Gatto: Geschmacks­explosionen am Schlossgarten Freitag, 14 Dezember 2018 11:07 Foto: Jörg Scheibe

Massimo Gatto: Geschmacks­explosionen am Schlossgarten

Massimiliano »Massimo« Gatto ist in Braunschweig kein Unbekannter. Jahrelang kochte er in erstklassigen Häusern wie dem Dolce Vita oder dem Lindenhof, in dem Gott und die Welt zu Gast waren: Künstler, Wissenschaftler, politische Prominenz wie Walter Momper, Otto Schily oder Gerhard Schröder. Doch was ist schon ein Prominentenlokal ohne erstklassigen Koch? Auch der Lindenhof genoss seinen Ruf nicht zuletzt aufgrund der Kochkunst von Massimo Gatto, einem Meister der mediterranen Küche. Was indes viele, selbst langjährige Bewunderer nicht wissen: Seit April des Jahres ist Massimo Chef und Chefkoch des »Il Gatto« im Braunschweiger Schlossgarten, schräg gegenüber dem Kleinen Haus des Staatstheaters. Angela Gatto betont: »Wir fühlen uns hier total wohl.«

Massimo Gatto stammt aus Apulien, genauer gesagt aus Bari. Im Alter von sechsundzwanzig Jahren kam er nach Braunschweig, um einen Freund zu besuchen, Urlaub zu machen – und verliebte sich in die Stadt. »Der Urlaub ist nun auch sechsundzwanzig Jahre her. Ich fand Braunschweig einfach super und die Menschen auch.« Er beschloss zu bleiben und fing als Tellerwäscher bei Pietro Stanziale (Chef des Da Piero in Mascherode) an, damals noch Besitzer des »Al Trullo«. Drei Monate später nahm der Chef ein paar Tage frei. Er musste sich keine Sorgen um seinen Laden machen, Massimo hatte alles im Griff. Das ist Talent!

Das Fleisch ist so zart, da braucht man keine Zähne

Massimo Gatto verliebte sich nicht nur in Braunschweig, sondern auch in seine spätere Frau Angela, die er auf einer Weihnachtsfeier in Wolfenbüttel kennenlernte. Beide sind inzwischen seit siebzehn Jahren verheiratet und haben drei Kinder, alles Feinschmecker und Testesser der Schöpfungslust ihres Vaters. Dessen Kreationen sind einfach ein Gedicht. Beispiel: Risotto alla Massimo mit Scampi, Kaviar und Räucherlachs in Champagnersauce. Eine Geschmacksexplosion! Für sein Rinderfilet hat er eine pechschwarze Feigensauce entwickelt mit den Hauptbestandteilen Rotwein, Balsamico und Feigensenf. »Die Sauce ist der Hammer«, findet auch Angela Gatto, selbstverständlich Testesserin sämtlicher Köstlichkeiten.

Eine Küche ohne Zwiebeln und Knoblauch

Ohnehin gilt Massimo Gatto als Meister des Rinderfilets. Die Gastkommentare sprechen eine deutliche Sprache: »Das Fleisch ist so zart, man braucht dafür eigentlich keine Zähne« oder »Heute werden keine Zähne geputzt, der Geschmack muss die ganze Nacht bleiben«, heißt es da schon mal. Viele Gerichte, die ­Massimo einst kreiert hat, stehen noch heute auf Speisekarten der Restaurants, in denen er gearbeitet hat. Hier hat Massimo, der ohne Zwiebeln und Knoblauch kocht und auch Sahne nur ganz ­sparsam verwendet, stilbildend gewirkt!

Das »Il Gatto« besitzt einen Catering-Service und selbstverständlich kann das Lokal auch für Feiern gebucht werden. Fünfundfünfzig Personen haben Platz. Die Karte des Il Gatto ist klein, aber abwechslungsreich und variabel: Das Rinderfilet gibt es auch mit Bandnudeln und Trüffeln oder mit Steinpilzen und Rosmarin­kartoffeln, das Risotto mit Scampi, geräuchertem Lachs, Kaviar und Sahne-Tomatensauce oder wahlweise mit Steinpilzen, die Tagliatelle mit Artischocken, mit Pfifferlingen, mit frischen Trüffeln und schwarze Tagliolini mit Schwertfisch. Auch die Spaghetti alla Massimo sind etwas Besonderes mit Auberginen, Pute, Rucola und geriebenem Schafskäse. »Manchmal ist er mit dem Essen schneller als der Service mit den Getränken«, sagt lachend seine Frau, die für ­Feiern Torten inklusive Figürchen aus Zuckerwerk beisteuert.

Kreativ und klassisch

Neben seiner kreativen Ader beherrscht Massimo natürlich auch die Klassiker der italienischen Küche: Thunfischcarpaccio mit Scampi, Linguine alla Giovanese, Saltimbocca alla Romana, Pollo alla Diavola, Hähnchenbrustfilet, Rinderfiletstreifen, Pepperoni, Oliven und Champignons. Aber scharf! Hinzu kommen gegrillter Lachs mit Spinat, Garnelen, gegrillte Langustenschwänze, Ravioli rossi mit Lachs, Rucola, Cherrytomaten und Pinienkernen oder Ravioli mit Ricotta, Spinat und Pfifferlingen. »Wir haben nicht viele vegetarische Gerichte auf der Karte«, erklärt Angela Gatto, »aber wir können alles machen, man muss es uns nur sagen.«

»Meine Küche ist und bleibt mediterran«

Das Verhältnis zu den Stammgästen ist herzlich und persönlich. »Massimo, heute war es wieder ganz schlecht!«, wird gescherzt, oder: »Massimo, heute war das Essen so schlecht, ich brauchte drei Gläser Wein, um es herunterzubekommen«. Der Restaurant-Chef kann darüber lachen, weiß er die Gaumen der Gäste doch auf seiner Seite. Sein Erfolgsrezept heißt Konsequenz: Viele Italiener seien, wie er meint, »angedeutscht«, kochten in Deutschland allzu sehr für den hiesigen Geschmack. Was grundfalsch sei, wie Massimo Gatto betont: »Ich bin kein deutscher Italiener, ich koche italienisch in Deutschland. Das sind zwei unterschiedliche Dinge. Meine Küche ist und bleibt mediterran.«

geschrieben von  maru
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