Unsere Partner
Die Fellerei, ein entspannter ­Rückzugsort im Harz Freitag, 09 November 2018 08:34 Foto: Frank Bierstedt

Die Fellerei, ein entspannter ­Rückzugsort im Harz

Das Landhaus Kemper in Buntenbock war über Jahrzehnte eine regionale Größe. 2016 wurden Haus und Grundstück verkauft und mit neuem Konzept und neuem Namen wieder eröffnet. Es heißt jetzt »Die Fellerei«, benannt nach den Namen der neuen Besitzer Kirsten und Tobias Feller. Er kommt aus der Tourismusbranche, sie war als Gesundheitscoach bundesweit unterwegs sowie in der kulturellen Jugendbildung aktiv. Er steht für Familienurlaube, sie für Wellnesswochen­enden. Beides ist in das Konzept der Fellerei eingeflossen.



Ausschlaggebend für den Kauf war das große Potenzial des Hauses: der wunderschöne, liebevoll gepflegte Garten, beinahe schon ein Park, und überhaupt die idyllische Lage. Buntenbock liegt auf einem waldigen Hochplateau mit vielen Seen, einer Landschaft, in der man eine friedvolle Aufgehobenheit in der Natur spüren kann. Damit gehört der Ortsteil der Berg- und Universitätsstadt Clausthal-Zellerfeld im Landkreis Goslar zu den schönsten Ecken im Harz. Auf Neudeutsch könnte man sagen: ein Getaway, eineinhalb Stunden von Braunschweig entfernt.

Das ist auch das Gefühl der Gäste der Fellerei: »Wenn unsere Gäste im Innenhof sitzen, ­fühlen sie sich ein bisschen wie aus der Welt gefallen«, sagt Kirsten Feller. »Es ist ein Rückzugsort, still, gemütlich, familiär, es entsteht ein sehr entspanntes Miteinander.« Laufpublikum würde da nur stören. Gekocht, und wenn es nur ein Kaffee ist, wird nur für die Gäste. Sind dreißig an der Zahl angereist, ist die ­Fellerei ausgebucht.

Nachhaltiges Wirtschaften

»Wir wollten kein großes Haus führen«, betont Kirsten Feller, und das hat seinen Grund. Nachhaltiges Wirtschaften ist dem Ehepaar wichtig und überhaupt nur im überschaubaren Rahmen möglich: »Wir wissen, wie viele Gäste wir haben und kochen genau die Menge, die gebraucht wird. Wir wollen so wenig wie möglich wegwerfen und das funk­tioniert auch.«

Die Küche hat ein regionales und saisonales Programm. Weil im Harz beileibe nicht alles wächst, werden Obst und Gemüse aus dem Harzvorland bezogen. Zurückgegriffen wird auf lokale Anbieter: Käse vom Klostergut Heiningen, Eier aus Werlaburgdorf, Obst und Gemüse aus Gleichen, die Harzforelle kommt aus Goslar. »Wir erweitern stetig unser Repertoire, indem wir immer mehr kennenlernen, wer was in der Gegend anbietet – und zu welcher Zeit.« Es wird großer Wert auf Qualität gelegt. Wenn es möglich ist, fällt die Wahl auf Bioprodukte. Das schmeckt man.

Für den guten Geschmack sorgt seit einem Jahr Sarah Kepski. Die Köchin des Hauses hat Kumpir vorbereitet, eigentlich ein türkischer Imbiss, den sie durch Veredelung abgewandelt hat in die »Fellerei-Variante«. Ofenkartoffel gefüllt mit einem Paprika-Dip auf Rotkohl-­Krautsalat. Oliven, Datteln und Kapern verleihen die richtige Würze, »damit man mit jedem Bissen den Wow-Effekt bekommt«. Diesen kann Kirsten Feller nur bestätigen: »Das ist Cross-Over-Küche.« Und ein schönes Beispiel dafür, dass regionale, saisonale und exotische Speisen geschmacklich hervorragend harmonieren. Ein schlichtes Gericht, das man nicht mehr vergisst, wenn man es einmal genossen hat. »Das ist unser Renner geworden«, sagt Kirsten Feller.

Edle und kreative ­Cross-Over-Küche

In der Fellerei wird ein bis zwei Mal in der Woche Fleisch angeboten, öfter nicht. Die Küche produziert überwiegend ­Vegetarisches, aber in solch kreativer Vielfalt, dass die ­Abwesenheit von Fleisch gar nicht auffällt. Kirsten und Tobias Feller sind der Meinung, dass in Deutschland generell viel zu viel Fleisch gegessen wird, eine Auffassung, mit der sie aus ärztlicher Sicht nicht alleine stehen. »Aber wir sind nun einmal in eine Viehzuchtgegend gezogen mit dem Roten Höhenvieh.« Wie verarbeitet Sarah Kepski das Fleisch? Am liebsten mit Bratenstücken: »Stellen Sie sich ein groß­geschnittenes Gulasch vor, schöne saftige Stücke in einer feinen Rotweinsauce, mit Thymian abgeschmeckt und mit Kartoffel­stampf de luxe.« Eben veredelt. »De luxe ist, wenn man den Kartoffelstampf noch mit geschmorten Zwiebeln und Sellerie anreichert, damit man beim Essen eine knackige Frische hat.«

Sarah Kepski hat während ihrer Studentenzeit in Bonn und Hildesheim in allen ihren WG-­Küchen gekocht. Ihre Gerichte wurden immer feiner, immer raffinierter, zur großen Freude ihrer Mitbewohner. Eines Tages dachte sie sich, mit ihrer Kochkunst mehr Menschen zu ­beglücken. Kirsten Feller: »Und wir sind froh, dass wir die Glücklichen sind.« www.diefellerei.de

Bild oben: Tobias und Kirsten Feller im Innenhof ihres kleinen, feinen Harzhotels.
geschrieben von  maru
Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.
Ok