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Zum Starenkasten – auch hier wird flambiert Freitag, 13 Juli 2018 08:45 Foto: Frank Bierstedt

Zum Starenkasten – auch hier wird flambiert

Im Juni war der Restaurant-Tipp zu Besuch bei den Altdeutschen Stuben in Goslar, wo am Tisch flambiert wird. Eine Seltenheit. Nun stellt sich heraus: Ganz so selten ist das gar nicht! Auch im Hotel-Restaurant Zum Starenkasten in Braunschweig-Rüningen wird der Geschmack von ­Speisen durch das Entzünden verdunstenden Alkohols intensiviert: Schweinemedaillons in einer Speck-Schattenmorellensauce mit Kirschwasser, die Filetspitzen Fürst Stroganoff mit Weinbrand und die Garnelensuppe mit Pernod.



Und das ist längst nicht alles, wie Stephan Hoffmann erzählt: »Unser Pfeffersteak beispielsweise wird kurz nachgebraten, mit Whisky flambiert, mit Weißwein abgelöscht und dann serviert. Dauer: fünf bis zehn Minuten. Wir haben einen Flambierwagen und die Küche versorgt uns mit den Grundprodukten, Sahne, Schinkenspeck, Pfefferkörner, ­Zwiebeln und Kräuterbutter.«

Stephan Hoffmann bildet zusammen mit seinem Bruder Karl-Heinz die Doppelspitze des Hotels. Jedes Jahr zwischen Ende März und Anfang April wechseln die Brüder in den Betrieb des jeweils anderen. Der eine geht in den Staren­kasten und der andere ins Park Hotel Altes Kaffeehaus in Wolfenbüttel. Warum? Damit man sich in beiden Betrieben auskennt, einspringen kann bei Urlaub oder etwa Krankheit, was immer passieren kann. Und auch, nicht ganz unwichtig, um Betriebsblindheit vorzubeugen.

1958 bis heute – eine Erfolgsgeschichte

Dass beide Hotels bis heute in Familienbesitz sind, ist eine Erfolgsgeschichte, die vor 60 Jahren begann. Damals kaufte der Vater den Starenkasten, eine Dorfgaststätte, die als Stellmacherei im Jahr 1800 erbaut und 1867 Wirtshaus wurde. 1958 war Hoffmann Senior 21 Jahre alt, als ehemaliger Flüchtling aus Schlesien vermögenslos – und bekam von der Bank einen Kredit von 5000 Mark, was durch eine Kombination aus Vertrauen, gesundem Menschenverstand und Wirtschaftswunder möglich wurde. Heute werden die beiden Hotels in der zweiten Generation von der Familie Hoffmann geführt, was den damaligen Bankkredit mehr als rechtfertigt.

Natürlich hat sich seitdem viel verändert. Das Fachwerk ist weg. Durch viele Umbauten, Anbauten, Renovierungen und Modernisierungen besitzt der Starenkasten ein eher sachliches Äußeres. Die Qualitäten offenbaren sich im Inneren des Gebäudes in der Thiedestraße: Business Meal für Lunch und Dinner, Küche von 11 Uhr bis 14 Uhr und abends ab 17:30 Uhr bis 22 Uhr geöffnet, viele Veranstaltungen, Hochzeiten, Jubiläen und Familienfeiern. Das Hotel Zum Starenkasten ist ein bekannter Name in der Region, was einerseits auf den Vater zurückgeht, andererseits auf die Weiterentwicklung moderner Standards durch die Söhne.

Der Ruhm und Ruf des Hauses gründete einst auf Tanzveranstaltungen mit Tischtelefon. »Das war der Durchbruch«, sagt Stephan Hoffmann und lacht: »Da haben sich Paare kennengelernt, die heute bei uns Silberne und Goldene Hochzeit feiern.« Die Räumlichkeiten dafür sind vorhanden: ein Biergarten mit achtzig Plätzen, die bei günstigem Wetter schnell besetzt sind, ein großer Saal, der geteilt werden kann, das Kaminzimmer, der Blaue Salon und das Restaurant.

Nicht nur die Gäste, auch das Personal hält dem Starenkasten die Treue. Die Kellner sind allesamt zwischen zwölf und zwanzig Jahre dabei, Chefkoch Dirk Berg ist sogar seit achtundzwanzig Jahren im Amt. Daher bleibt auch die Speisekarte stabil. Hinzu kommen »Aktionskarten« wie die Spargelkarte, die Matjeskarte, die Marktkarte oder die Pfifferlingskarte. Alles was frisch und saisonal ist wird zu wöchentlich wechselnden Gerichten verarbeitet. Das Team lässt sich immer wieder etwas Neues einfallen und das wird dann probiert.

Beliebte ­Klassiker: Leber Berliner Art und Cordon Bleu

Fleisch, Fisch, Vegetarisches, die Speisekarte ist durchaus umfangreich und die Wahrscheinlichkeit, dass jeder das Richtige für sich findet groß, ob Allgäuer Schupfnudeln mit verschiedenen Pilzsorten, Lachsfilet mit Zucchini-­Tomatengemüse oder den opulenten Filetteller à la Starenkasten mit Schweinemedaillons, Lammrückenfilet und Rindertournedo, ein besonders edles Filetstück. Auf der Karte finden sich auch Gerichte, die sich früher größter Beliebtheit erfreuten, heute aber vielerorts in Vergessenheit geraten sind wie die Rinder­leber Berliner Art oder das Cordon Bleu. Beide ­Speisen sind im Starenkasten echte Renner.

Und was isst Stephan Hoffmann von seiner eigenen Speisekarte selbst am liebsten? Da überlegt er nicht lange: Tomatensuppe mit Gin flambiert und das Pariser Pfeffersteak: »Sehr lecker ist aber auch unsere klassische Hausmannskost, das Sauerfleisch beispielsweise oder die ganz normalen Steaks.« Zubereitet werden diese wahlweise mit Röstkartoffeln, Ofen­kartoffel oder Pommes frites aus Süß­kartoffeln. www.zum-starenkasten.de

Bild oben: Stephan (links) und Karl-Heinz Hoffmann in ihrem Biergarten.
geschrieben von  maru
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