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Monkey Rosé: Die Brasserie mit ­Pariser Flair im Gewandhaus Freitag, 19 Juni 2015 13:39 Foto: Peter Pohl

Monkey Rosé: Die Brasserie mit ­Pariser Flair im Gewandhaus

In Windeseile hat es sich herumgesprochen: Im Gewandhaus gibt es seit Anfang April eine Brasserie. Ihr Name »Monkey Rosé« ist genauso ungewöhnlich wie das Interieur. Mit viel Geschmack und Liebe zum Detail wurden die Räume des ehemaligen Gildesaals zu einem behaglichen Ort umgebaut, in dem man nach dem Essen Lust hat, einfach sitzen zu bleiben, um einen Wein zu trinken. Ein Hauch von Paris inmitten in Braunschweig.

Der Eingang an der Westseite des Gewandhauses ist unauffällig. Nur ein kleines goldfarbenes Schild weist auf die Brasserie hin. »Das hat nicht nur etwas mit Denkmalschutz zu tun«, erläutert Oliver Strauß, einer der Inhaber, »in Berlin gibt es zahlreiche Restaurants, die kaum zu finden sind. Es steigert offensichtlich den Reiz des Besonderen.« Ein erfolgreiches Lokal lebe nicht von der Leuchtreklame, sondern von seinem guten Ruf und der Mund-zu-Mund-Propaganda.

Für ein wenig Überraschung sorgt auch der Eingangsbereich. Die Gäste werden durch einen spärlich beleuchteten Gang mit Kunstwerken geführt, in dem dunkle, gemütliche Farben dominieren. Strauß: »Ich finde es ganz charmant, wenn unsere Gäste ein bisschen was zu entdecken haben und nicht gleich im Lokal stehen, wie das bei den meisten Restaurants der Fall ist.«

Die dunklen, gemütlichen Farben setzen sich auch in der Brasserie fort. Die Polster, die Lampen, die Kunstwerke – alles ist harmonisch aufeinander abgestimmt. Was nach der Handschrift eines international tätigen Innenarchitekten aussieht, ist in Wirklichkeit auf die vielen Ideen und das ausgeprägte Stilempfinden von Oliver Strauß zurückzuführen.

»Als wenn‘s nicht in ­Braunschweig wäre«

Er hat die Bestuhlung selbst entworfen, die Stoffe und Farben ausgesucht und alles nach seinen Vorstellungen herstellen lassen. Auf einer Interieur- und Möbelmesse in Paris haben ihm vor allem skandinavische Lampenhersteller überzeugt. Wo immer der Gast in der Brasserie Platz nimmt, soll er auf Entdeckungsreise gehen können. Eine alte freigelegte Steinwand ist zum Beispiel das liebevoll freigelegte Außengemäuer des Gewandhauses.

Den internationalen Eindruck verstärken Bilder eines Pariser Unternehmens, die Strauß in einem ganz bekannten Konzept-Store der französischen Hauptstadt entdeckt hat und die bei ihm käuflich erworben werden können. Was war nach der Eröffnung das schönste Kompliment? »Wenn Leute, die viel in der Welt rumgekommen sind, sagen ›Als wenn‘s nicht in Braunschweig wäre‹«. Das besondere Flair der Brasserie kommt nicht von ungefähr. Durch die Arbeit seiner Frau, die einen international viel beachteten Mode-Blog schreibt, ist Strauß zuweilen in den Metropolen der Welt unterwegs. »Sie macht dann ihren Job und ich meinen«, verrät der Gastronom.

»Die Speisekarte besteht aus nur einem Blatt«

Die Speisekarte – es ist ja schließlich eine Brasserie – besteht aus nur einem Blatt mit einer begrenzten Auswahl, darunter fünf Vorspeisen, zum Beispiel ein Tatar vom Steinköhler (9 Euro), und fünf Hauptspeisen wie Wiener Schnitzel mit deutschem Spargel (19,50 Euro). Zum Schluss probierten wir die Nussecken mit Walnusseis (4,50 Euro), nachdem wir auch eine andere Nachspeise in Erwägung gezogen hatten: Monkeys Käsevariation (8 Euro), Rhabarberkuchen (3,50 Euro) oder – international inspiriert – die Schoko Erdbeer Whoopie Pie. Das Angebot wechselt im Wochentakt. Alles wird frisch aus überwiegend regionalen Produkten zubereitet.

»Eine Weingastronomie hat es bisher hier noch nicht gegeben«

Eine klassische Weingastronomie habe es in ­dieser Form in Braunschweig bisher nicht gegeben, umreißt Oliver Strauß sein Konzept, das sich an einen bunt gemischten Gästekreis zwischen 25 und 70 richtet. Leute, die Lust auf ein gewisses Flair, auf ein Glas Wein, haben und dazu noch gut essen wollen.

Die Brasserie verfügt über 60 Plätze, hinzu kommen bei gutem Wetter noch einmal 40 im Außenbereich. In der Küche und im Service sind insgesamt 12 Personen tätig. Geöffnet ist durchgehend ab 11.30 Uhr bis auf sonntags und montags.

Den Namen Monkey Rosé hat Oliver Strauß sich ausgedacht. »Verrückte Namen bleiben besser hängen und das Logo mit dem springenden Affen hatte ich bereits im Kopf«, so der gebürtige Braunschweiger. Phantasievoll ist auch die organisatorische Seite von »Monkey Rosé«. An der Brasserie beteiligt sind nicht nur Oliver Strauß und sein Partner Tim Lemke. Ein zweites Team mit Stefanie Behrendt und Patrick Witte ist für die Küche verantwortlich. Für ein gut sortiertes Angebot mit über 200 Weinen sorgt Mario Etmanski, der auch das Wein­geschäft Vin-Mett in Lehre betreibt.

»Eine klare Abgrenzung der Verantwortungsbereiche ist der richtige Weg«, ist sich Oliver Strauß sicher. Er weist darauf hin, dass zur Brasserie auch ein Store gehört, in dem Bilder, Gläser und Weine erworben werden können.

Vor etwa zwei Jahren hat Strauß die Bewirtschaftung des Gewandhauses übernommen. Da es in Braunschweig nach seinen Worten kaum stilvolle Veranstaltungsräume gab, nutzt er seitdem den Gewandhaus-Keller für besondere Events, zum Beispiel Jubiläen und Hochzeiten. »Das läuft sehr gut.«

Überhaupt gehören Oliver Strauß und Tim Lemke zu den größten und umtriebigsten Gastronomen der Region, mit insgesamt 500 Mitarbeitern. Es ist nicht nur der Gewandhaus-Keller und das Monkey Rosé. Die Liste seiner Discotheken und Clubs – die meisten betreibt er gemeinsam mit Tim Lemke – ist lang: 42° Fieber, Schwanensee, The Lindbergh Palace, Pantone, Cave noire, Sonnendeck Süd, XO, Stereowerk und Eulenglück. Hinzu kommen in Wolfsburg das TAO und Etage 3.

»Einer der umtriebigsten Gastronomen«

Wie schafft er das alles? Strauß: »Eine Sieben-­Tage-Woche ist für mich selbstverständlich, aber ich mache es ja auch unheimlich gern und habe vor allem ein gutes Team.« Einmal im Monat steht der 42-Jährige selbst am DJ-Pult. In seiner raren Freizeit genießt er seinen schön (»mit viel Bambus«) angelegten Garten.

Bild ganz oben: Mit Ehrgeiz und Liebe zum Metier (von links): Oliver Strauß, Stefanie Behrendt und Mario Etmanski.

geschrieben von  jh
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