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Shitstorm im Netz! Und nun? Appelhagen lud ein zur Podiumsdiskussion mit Experten Mittwoch, 29 November 2017 09:16 Foto: Appelhagen

Shitstorm im Netz! Und nun? Appelhagen lud ein zur Podiumsdiskussion mit Experten

Das Internet und besonders die sozialen Medien bieten Unternehmen vielfältige Möglichkeiten, mit Kunden schnell und unkompliziert zu kommunizieren. Was aber tun, wenn plötzlich negative Bewertungen, Fakenews oder sogar ein Shitstorm im Netz auftauchen? Darüber diskutierten vier Experten im Rahmen einer Podiumsdiskussion zum Thema »Reputation im Internet«, zu der die Wirtschaftssozietät ­Appelhagen in Braunschweig eingeladen hatte.

An konkreten Beispielen erläuterte Jens ­Stanger, Experte für IT-Recht bei Appelhagen, über die Möglichkeiten, gegen diffamierende oder sogar existenzbedrohende Webbeiträge rechtlich vorzugehen und betonte: »Auch wenn Sie zum Beispiel einen Anspruch auf Beseitigung oder Unterlassung einer Äußerung haben, gibt es Stolpersteine bei der Durch­setzung.« Häufig sei zum Beispiel die Identität oder die Anschrift des Gegners unbekannt. Dann sei es wichtig zu wissen, wo man rechtlich noch ansetzen kann.

Welche Alternativen gibt es, wenn die recht­lichen Möglichkeiten nicht rechtzeitig greifen werden oder ausgeschöpft sind? Diese Frage gab Jens Stanger an Jan Birkenfeld von PR Nord weiter, der zwei Pfeiler der Krisenkommunikation hervorhob: Präventive PR und Notfall-PR. »Kommunizieren Sie grundsätzlich ehrlich und zuverlässig, denn Vertrauen liefert Glaubwürdigkeit, auch in einer möglichen Krise«, so der Kommunikationsspezialist. Sei die Krise bereits da, dann sei es wichtig, schnell in den Dialog zu treten, Probleme zu nennen und Fragen so weit es geht zu beantworten. ­Birkenfeld: »Sagen Sie nichts Falsches, beschönigen Sie nicht und zeigen Sie bei Schäden Mitgefühl. Und halten Sie die Kommunikation während der gesamten Zeit aufrecht.«

In der anschließenden Diskussion betonte Professorin Dr. Susanne Robra-Bissantz, Leiterin des Instituts für Wirtschaftsinformatik an der TU Braunschweig: »Das Internet und die ­sozialen Medien selbst sind erst einmal nicht Schuld an der Krise, sondern es sind die Menschen, die dort agieren.« Sie wies auf die Diskrepanz zwischen Umgangsformen im täglichen Umgang miteinander und den sozialen Medien hin und forderte zu einem gesellschaftlichen Diskurs der Verhaltensregeln im Netz auf.

Kritischen Fragen zur Rolle der Medien und zum Thema Fakenews musste sich Sabine Hausherr vom NDR-Studio Braunschweig stellen. »Meldungen aus den sozialen Medien recherchieren wir sehr sorgfältig und übernehmen sie nicht einfach, sondern haken nach bei Behörden, Unternehmen, Betroffenen oder anderen Beteiligten«, betonte die Journalistin. Unternehmen in der Krise gab sie den Rat: »Kommunizieren Sie offen, denn wenn wir in unseren Fernseh- oder Hörfunkberichten sagen müssen, dass das Unternehmen für eine Stellungnahme nicht erreichbar war, dann erzeugt das beim Leser oder Zuschauer die Vermutung: Da ist etwas dran.« Nach zahlreichen Fragen aus dem Publikum klang die informative und diskussionsfreudige Veranstaltung aus.

Für Anje Gering, stellvertretende Hauptgeschäftsführerin der IHK Braunschweig und Leiterin der Abteilung Recht, International und Unternehmensförderung, brachte die Diskussion vor allem eine Erkenntnis: »Sie veranschaulichte, dass der Rechtsweg gegen Schmähkritik oft nicht hilft. Beispielhaft belegte sie damit auch, dass der Rechtsstaat auf vielen Gebieten von ›Wirtschaft und Gesellschaft 4.0‹ neu gestaltet werden muss.«

Bild oben: Dr. Martin Mack, Jens Stanger (beide Sozietät Appelhagen), Jan ­Birkenfeld (PR Nord), Sabine Hausherr (NDR-Studio Braunschweig, verdeckt) und ­Professorin Dr. Susanne Robra-Bissantz (TU Braunschweig, v. l.) diskutierten zum Thema »Reputation im Internet«.

geschrieben von  wo
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