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Primary Copter: Charter-Service, Kurierdienste und Rundflüge mit dem Hubschrauber Donnerstag, 07 Juni 2018 09:00 Foto: André Pause

Primary Copter: Charter-Service, Kurierdienste und Rundflüge mit dem Hubschrauber

Flexibel, schnell, komfortabel – wer per Hubschrauber reist, kommt ohne Staus und Wartezeiten ans Ziel. Seit April ist auch am Braunschweiger Flughafen ein Hubschrauber stationiert. Die Helicopter Service Thüringen GmbH aus Sömmerda hat eine Niederlassung in Braunschweig eröffnet und bietet über ihren Partner Primary Copter einen Charter-Service für Passagiere und Waren (sensible Güter) an. »Die Wirtschaftsregion Braunschweig ist ein idealer Standort für uns«, sagt Sebastian Ratajczak, Geschäftsführer von Primary Copter. »Der Markt ist da.« Neben Kunden aus der Wirtschaft, wie Bosch, Siemens, der Salzgitter AG oder Zulieferern von VW setzt er als weiteres Standbein auf Flüge für Foto- und Filmaufnahmen, auf Rundflüge vom Braunschweiger Flughafen und bei besonderen Veranstaltungen, etwa bei Stadtfesten.

 

Flugroute frei wählbar

Da Hubschrauber fast überall landen können, sind sie nicht auf Flugplätze angewiesen. Die Passagiere können ihre Flugroute selbst wählen – unabhängig von Bahn-Fahrplänen und dem Verkehrsaufkommen auf der Autobahn – und sparen so wertvolle Zeit. Liegt die allgemeine Außenstart- und Landegenehmigung vor, so genügt dem Piloten zum Starten und Landen bereits eine 30 mal 30 Meter große Fläche, beispielsweise auf einem Firmen-­Parkplatz, vorausgesetzt der Eigentümer ist einverstanden. »Es sind sogar Flüge von Haustür zu Haustür möglich«, sagt Ratajczak.

Da die An- und Abfahrt zum Flughafen entfällt, können Kunden bei einem Tempo von rund 200 Stundenkilometern innerhalb einer Stunde in Hamburg sein, in anderthalb Stunden auf Sylt und in drei Stunden in München, abhängig von den Windverhältnissen. »Gerade bei kurzen Strecken hat der Hubschrauber gegenüber einem Flugzeug viele Vorteile«, so der Geschäftsführer. »Für viele ist es entscheidend, wie viel Zeit sie sparen.« Die schnellste Wahl sei der Hubschrauber Primary Copter-­Pilot Fabian Behrens zufolge vor allem bei Entfernungen von unter 500 Kilometern.

Auf Komfort müssen die Passagiere indes nicht verzichten. Bis zu vier Fluggäste können in dem roten Helikopter Platz nehmen, in bequemen Ledersesseln mit ausreichender Beinfreiheit. Dank einer Flughöhe von nur 600 bis 700 Metern können sie auf ein stabiles Datennetz zurückgreifen und sogar im Internet surfen. Nur telefonieren dürfen die Passagiere nicht, doch dafür genießen sie eine unvergleichbare Aussicht.

Die Landschaft als ­Miniaturwelt

So wie Stefanie Bendzko und Manfred ­Grothe. Das junge Paar hat sich einen Traum erfüllt und hat an einem sonnigen Sonnabendnachmittag bei Primary Copter einen halbstündigen Rundflug über Braunschweig gebucht, einen Abstecher über den Tankum­see inklusive. Fast andächtig sitzen die beiden im Helikopter, mit schallisolierenden Kopfhörern auf den Ohren und einem kleinen Mikro vor dem Mund. Der Lärm der Rotoren ist ohrenbetäubend, die Luft erfüllt von Kerosin. »Jetzt geht’s los«, ruft Pilot Alexander Görmann in sein Mikro und schon hebt der Hubschrauber einige Meter senkrecht vom Boden ab. Er gleitet zunächst über die Start- und Landebahn des Flugplatzes und hat kurz darauf seine Flughöhe erreicht.

Durch die verglasten Fenster und den gläsernen Boden im vorderen Bereich des Helikopters sehen die Fluggäste eine Miniaturwelt wie bei einer Modell-Eisenbahn: Straßen, Häuser, Gärten, Felder, auf denen der Raps gelb blüht, Jollen mit aufgeblähten Segeln auf dem Tankumsee, den Mittellandkanal, die langen Autoschlangen auf der überfüllten A 2, Braunschweiger Kirchen, das Schloss und ein Meer von Häusern in der Innenstadt. Immer wieder ist die krächzende Stimme eines Tower-Mitarbeiters durch die Kopfhörer zu hören, die Fluggäste staunen ehrfürchtig und fotografieren ihre Stadt mit dem Handy aus Vogelperspektive. Noch eine Runde über den Büroturm der Braunschweiger Landessparkasse. Der Hubschrauber neigt sich stark zur Seite, dreht ab und zurück geht es Richtung Flughafen. »Schon als Kind wollte ich in einem Hubschrauber fliegen«, sagt Stefanie Bendzko vollkommen beeindruckt und überglücklich, als sie kurze Zeit später wieder festen Boden unter den Füßen hat.

Der D-HSTA: Publikums­magnet und Werbeträger

Ein Flug mit dem Helikopter ist für sie ebenso wie für die meisten Fluggäste ein unvergess­liches Erlebnis. »Es gab noch keinen, der nach der Landung nicht grinsend aus der Kabine gestiegen ist«, schmunzelt Ratajczak. Daher sind die Rundflüge mit dem roten Hubschrauber D-HSTA bei Stadtfesten, Firmenjubiläen und anderen Großveranstaltungen ein besonderer Publikumsmagnet. Auch in diesem Sommer ist der Hubschrauber bei vielen Ereignissen in der Region präsent, etwa beim Altstadtfest in Salzgitter, beim Hoffest des Scheiben-Doktors in Wolfenbüttel, beim Ostmobil Meeting in Magdeburg und beim Vienenburger Seefest.

Für Geschäftsführer Ratajczak bedeuten derartige Events eine aufwändige Vorbereitung: »Das ist alles sehr bürokratisch.« So muss nicht nur der geeignete Landeplatz zur Verfügung stehen, sondern es müssen auch die Kommune und die Landesluftfahrbehörde Niedersachsen mit Sitz in Wolfenbüttel zustimmen. Polizei und Feuerwehr werden vorab informiert und aus Sicherheitsgründen dürfen die Hubschrauber nicht über die Zuschauer fliegen. Mitarbeiter der Bodencrew betreuen die Fluggäste, begleiten sie zum Helikopter und sorgen dafür, dass sie richtig angeschnallt sind.

550 Kilometer fliegt der 420 PS starke Turbinenhubschrauber, dann muss wieder Kerosin getankt werden. Die Primary Copter übernimmt auch Kurierdienste und den Transport von Waren wie Maschinenteilen oder Schmuck-­Kollektionen, von eiligen Arzneimitteln, von Knochenmark oder von Blutplasma. »Wir befördern alles, was sensibel und wertvoll ist«, sagt Pilot Behrens. Insgesamt können Waren mit einem Gewicht von 400 Kilogramm zugeladen werden.

Doch nicht nur Flugbegeisterte, Manager und hochwertige Güter sind an Bord. Ein Hubschrauber ist auch ein exzellenter Werbeträger. Daher hat der Braunschweiger Autor und 007-Experte Danny Morgenstern für die Werbung seiner diesjährigen »Mission Bond« den roten Helicopter gechartert. Zusammen mit dem Filmemacher Christian Danner und ­Sebastian Ratajczak plant er ganz akribisch Start und Landung, den Flug über die Stadt und eine überraschende Pointe, die alle Besucher der »Mission Bond« im September im Braunschweiger Kino C1 erleben können. Was passt schließlich besser zu James Bond als ein Hubschrauber? Schließlich ist dieser äußerst wendig, kann in alle Richtungen fliegen, ist senkrecht manövrierbar und kann – im Gegensatz zum Flugzeug – in der Luft stehen. Das sind Pluspunkte, die nicht nur Kameraleute schätzen, sondern auch Foto­grafen bei Luftaufnahmen.

Hohe Auflagen

Allerdings hat der Flug mit einem Helikopter auch seinen Preis. »Sobald die Rotoren laufen, läuft die Uhr«, sagt Ratajczak. Eine Stippvisite nach Hamburg kostet rund 1500 Euro brutto, unabhängig davon, wie viele Passagiere an Bord sind. Schließlich sind die Auflagen für die Wartung hoch und die Sicherheit ist oberstes Gebot. So müssen die Piloten ihre Fluglizenz jährlich verlängern und sich immer wieder ärztlich untersuchen lassen. Regelmäßig trainiert wird auch eine Landung bei einem Triebwerksausfall, sagt Behrens. Passieren könne dabei nichts, versichert der Pilot. »Die Rotoren drehen sich wie die Samenkörner des Ahornbaumes und sorgen dafür, dass ein Hubschrauber sicher zu Boden gleiten kann.«

Geflogen wird mit dem Hubschrauber vor allem auf Sicht. Ratajczak zeigt auf einer Karte wichtige Orientierungspunkte rund um Braunschweig: eine Bergkuppe, ein Fluss, die Autobahn oder eine Eisenbahnlinie. Sogenannte Funkfeuer, die ein spezielles Funksignal senden und in ganz Deutschland flächendeckend aufgestellt sind, dienen einer sicheren Navigation und der genauen Bestimmung der Position.

Aus Sicherheitsgründen dürfen Hubschrauber mit einer Turbine im Dunkeln nur eingeschränkt fliegen. Doch Ratajczak und sein Team versuchen ansonsten alles, um die Wünsche ihrer Kunden zu erfüllen. So würden sie auch dafür sorgen, dass ein Hochzeitsfest garantiert ein unvergessliches Erlebnis wird. Sie bieten an, ein Brautpaar von der Kirche oder vom Standesamt aus direkt zur Hochzeitsfeier zu fliegen. Und nicht nur das, verspricht Ratajczak. »Wir lassen auch Rosenblätter aus dem Helikopter regnen.«

Bild ganz oben: Das Team von Primary Copter: Felix Aust, Marc-André Wilhelm (beide Bodencrew), Pilot Fabian Behrens und Geschäfts­führer Sebastian Ratajczak (v. l.).

 

Fotos

André Pause 4, Primary Copter 4, 
 
 
 
 
 
 
geschrieben von  gar
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