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Nicht neu, aber neu gemacht: Mail-SysTec bringt Maschinen in Topform Mittwoch, 08 August 2018 08:11 Foto: Jörg Scheibe

Nicht neu, aber neu gemacht: Mail-SysTec bringt Maschinen in Topform

Es gibt Maschinen, da ist der Lack ganz einfach ab. Sie stehen häufig still, weil die Steuerung und der Antrieb in die Jahre gekommen sind. Und neben dem Innenleben zeugt auch ihr ramponiertes Erscheinungsbild davon, dass sie nicht mehr ganz taufrisch sind. »Die Maschine ist sozusagen runtergerockt«, sagt Guido Stever. Ist das schlimm? Auf keinen Fall. Man kann sogar sagen: Je ­verbesserungswürdiger der Zustand der Maschine ist, desto besser ist das für ihn. Weil Guido ­Stever sie wieder in Topform bringt.


Guido Stever ist Gründer der Braunschweiger Mail-SysTec GmbH, die er gemeinsam mit seinem Bruder René Türpe aufbaut. Die Expertise des Unternehmens: Mail- und Verpackungstechnik.

Mailtechnik? »Das sind Maschinen, die in der Lettershop-Branche zum Einsatz kommen«, erklärt der 48-Jährige. Ein Lettershop ist ein Dienstleister, der in großen Stückzahlen ­Mailings, Kataloge oder andere personalisierte Sendungen bearbeitet und verarbeitet – zur Übergabe an die Post. Dazu bedarf es der richtigen Maschinen: zum Schneiden und Falzen, zum Zusammentragen und Kuvertieren, zum Adressieren und Einschweißen.

Was diese Maschinen angeht, ist Guido Stever ein Mann vom Fach – zur Wartung und Instandhaltung, zur Störungssuche und Reparatur. Und auch für die Generalüberholung der Maschinen, wenn sie nicht mehr den aktuellen Leistungs- und Sicherheitsanforderungen entsprechen.

Deutlich weniger Kosten

»Für den Besitzer lohnt sich das, wenn die Kosten deutlich unter denen einer Neuanschaffung bleiben«, sagt René Türpe. Den Mitarbeitern gefällt die Generalüberholung: Sie erhalten die Maschine zurück, die sie »in- und auswendig kennen, anstatt sich mühsam mit einer neuen vertraut machen zu müssen«, sagt der 47-jährige Diplom-Betriebswirt.

In der Regel kommen in Lettershops Sondermaschinen zum Einsatz, gefertigt werden sie in ganz kleinen Serien. In seiner Werkstatt hat Guido Stever eine ganze Reihe stehen, die bereits einige Jahre auf dem Buckel hat: Fünf Folier- und je zwei Kuvertier- und Zusammentragmaschinen. Ihrer nimmt sich Guido Stever nicht im Kundenauftrag an, sondern in Eigenregie: Er hat sie gekauft und macht sie fit, um sie im Anschluss daran zu verkaufen.

Nachdem sie in Guido Stevers Obhut war, sieht eine der Foliermaschinen wieder prächtig aus. In ihre tausend Einzelteile hat er sie zerlegt – vom großen Rahmen bis zu kleinsten Zerspanteilen wie Welle und Zahnrad. Jedes Teilchen hat er in die Hand genommen, geprüft, gereinigt. Verschleißteile ersetzt er grundsätzlich; und lädierte Ersatzteile gibt er bei Konstrukteuren und Zerspanern in Auftrag, sollten sie nicht mehr erhältlich sein. Die Elektronik hat Guido Stever mithilfe von Stromlaufplänen überprüft, und das Chassis glänzt mit einer frischen Kunststoffbeschichtung.

Komplexe Systeme

Eine knifflige und langwierige Aufgabe? Ja, meint Guido Stever. »Diese Maschinen sind komplexe Systeme. Um sie zurück in einen sehr guten Zustand zu bringen, benötige ich ein paar Wochen. Danach sind die Anlagen technisch und optisch quasi als neuwertig zu betrachten.«

Seit gut einem Jahr ist die Heimat von Mail-­SysTec das Stellwerk West im westlichen Ringgebiet. An diesem Standort sieht Guido Stever sein Start-up bestens aufgehoben, denn: In dem einstigen Stellwerk findet er den Platz, den er für seine Maschinen benötigt; zur Lagerlogistik kann er zwei Gabelstapler nutzen; und er knüpft wertvolle Kontakte zu anderen Unternehmen, die hier eingezogen sind. »Dass im Stellwerk auch ein Spediteur zu Hause ist, kommt mir sehr gelegen.«

Kräftige Investitionen

Um die Maschinen anzuschaffen, haben die beiden kräftig investiert; besagte Foliermaschine kostet neu einen mittleren fünfstelligen Betrag. »Ein gewisser Mut zum Risiko gehört dazu«, betont René Türpe, »und auch die Ruhe, die Füße stillzuhalten, weil wir die Maschinen ja nicht sofort morgen wieder verkaufen können.«

Bei einigen Anlagen planen sie das auch gar nicht. Schritt für Schritt möchte Mail-SysTec einen eigenen Maschinenpark aufbauen – um sich als Anbieter für Lohnverpackung und anspruchsvolle Lettershop-Aufgaben zu etablieren. »Damit wir dann selbst Aufträge zum Adressieren, Kuvertieren und Einschweißen bearbeiten können«, sagt Guido Stever.

Erfahrung im Geschäftsfeld

Ein Familienunternehmen erfolgreich an den Markt bringen – damit kennen sich die gebürtigen Braunschweiger blendend aus. Vor einigen Jahren haben sie in Schleswig-Holstein gemeinsam mit ihren Eltern einen großen Lettershop gegründet, der in der Branche einen guten Namen hat.

»Wir beide kennen das Geschäftsfeld von der Pike auf und nutzen unsere Erfahrung, um das Dienstleistungsgeschäft mit der technischen Betreuung der Maschinen zu kombinieren«, sagt Guido Stever. Dass die zwei Geschwister an einem Strang ziehen können, ist das i-Tüpfelchen. »Das Unternehmen mit meinem Bruder aufzubauen, macht unheimlich viel Spaß.«

Bild ganz oben: René Türpe (l.) und Guido Stever

 
 
 
 
geschrieben von  boy
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