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Die Digitalisierung kommt in unsere Gemeinden – durch leanact Donnerstag, 19 April 2018 10:53 Foto: Jörg Scheibe

Die Digitalisierung kommt in unsere Gemeinden – durch leanact

Wenn man über die Digitalisierung unserer Gesellschaft spricht, fällt der Blick zuallererst auf die Wirtschaft. Unternehmen nutzen digitale Prozesse, um Kosten zu sparen, neue Geschäftsmodelle zu entwickeln und mehr Märkte und Kunden zu erreichen. Und wie steht’s um die Gemeinden? »Die haben Nachholbedarf«, sagt leanact-Geschäftsführer Hadi Ghorashi. Sein Start-up will das ändern. »Wir greifen den Kommunen beim Schritt in die digitale Welt unter die Arme.«



Die leanact GmbH entwickelt Software für Gemeinden und öffentliche Einrichtungen. Natürlich gehe es um Effizienz, erklärt Hadi Ghorashi. Also darum, »Verwaltungsvorgänge digital abzubilden, viel Zeit und Material zu sparen und Mitarbeiter zu entlasten«. Doch leanact will mehr. Die Software eröffnet Kommunen die Chance, sich mit ihren Bürgern zu vernetzen »und so ihr Dienstleistungsangebot zu verbessern«.

In der Fußgängerzone quillt der Mülleimer über? Nach dem Sturm versperrt ein umgeknickter Baum den Weg? Die Straßenlaternen funktionieren nicht mehr? Leanact hat eine mobile Lösung entwickelt, mit der jeder von uns Missstände in seiner Gemeinde an ebendie melden kann. »Unsere App leitet die Information direkt an den zuständigen Mitarbeiter weiter.«

Alle Informationen ­laufen zusammen

Das ist doppelt bequem. Zum einen für den Bürger, weil er nicht mehr endlos telefonieren muss, um vielleicht irgendwann einmal den richtigen Ansprechpartner am Hörer zu haben. Und zum zweiten auch für die Gemeinde: »Die App bietet den Bürgern die Möglichkeit, den Mangel mit der Smartphone-Kamera zu dokumentieren und neben dem Foto auch die GPS-Daten zu übermitteln.« Alle Informationen, die, sagen wir einmal, der Sachbearbeiter beim Ordnungsamt benötigt, laufen bei ihm und seiner leanact-Verwaltungssoftware zusammen. Ist der Mangel behoben, bekommt der Bürger automatisch Nachricht.

Seit einem knappen Jahr vermarktet leanact die App mit Namen Meldoo. »Zurzeit arbeiten wir daran, möglichst viele Gemeinden von unserem Angebot zu überzeugen. Wir führen viele Gespräche mit Bürgermeistern und Fachbereichsleitern.« Der Tenor sei gut. »Jede Gemeinde freut sich, wenn die Behebung von Mängeln erleichtert wird.« In unserer Region bieten unter anderem die Gemeinde Cremlingen, Wietze und die Samtgemeinde Elm-Asse den neuen Service schon jetzt an.

Standort bietet tolle ­Möglichkeiten

Neben Hadi Ghorashi zählen Timo Hickisch und Boris Kaminski, die für den technischen Bereich zuständig sind, zu den Gründern der leanact GmbH. Und auch Professor Reza Asghari, Inhaber des Lehrstuhls für Entrepreneurship von TU Braunschweig und Ostfalia Hochschule. Das Entrepreneurship Center, ansässig in Wolfenbüttel, ist die Heimat des zwei Jahre jungen Start-ups. »Für uns Gründer«, sagt Hadi Ghorashi, »bietet der Standort tolle Möglichkeiten.«

Die IT ist ein schnelllebiges Geschäft. Entwickler, die heute mit ihrer App am Markt sind, können morgen schon verschwunden sein. »Weil viele von ihnen eine technische Lösung entwickeln, die am Bedarf vorbeizielt«, meint Hadi Ghorashi.

Leanact sei davor gefeit, weil man die Gemeinden von Anfang an mit ins Boot geholt habe. Was muss die App für euch leisten können? Welche Erfahrung macht ihr im Umgang mit der Lösung? Und welche Vorteile bringt der App-Einsatz mit sich? Leanact lässt seine Kunden am Entstehungsprozess teilhaben. Nicht nur, dass das Feedback das Produkt besser macht. Es sorgt auch für gute Stimmung im Team. Denn die Rückmeldungen, betont Hadi Ghorashi, »sind so positiv, dass sie uns richtig­gehend beflügeln«.

Die Welt ein bisschen ­besser machen

Ob man schon einmal darüber nachgedacht habe, das Unternehmenswachstum durch Geldgeber zu beschleunigen? Natürlich, antwortet der 26-Jährige. »Aber momentan sind wir nicht auf externes Geld angewiesen. Viel wichtiger für unsere Entwicklung wäre ein Partner mit guten Verbindungen für den Vertrieb. Ein gutes Netzwerk ist mehr wert als jede Summe.«

Nicht nur in Kommunen soll die Mängel-­Melde-App zum Einsatz kommen. »Unsere Vision ist, die Lösung auf weitere Bereiche auszuweiten – zum Beispiel auf die Immobilienbranche, wo sie Mieter und Vermieter miteinander vernetzen kann. Die App bietet viel Potenzial.«

Im besten Fall hilft leanact, die Welt ein bisschen besser zu machen. Fast drei Jahre lang ärgerte sich eine Rentnerin aus dem Städtchen Spremberg in Brandenburg über den kaputten Gehweg vor ihrer Haustür – bis sie leanact einschaltete. Hadi Ghorashi: »Kurze Zeit später meldete sie sich bei uns und erzählte uns glücklich: Endlich ist mein Bordstein wieder in Ordnung.«

Bild oben: Geschäftsführer Hadi Ghorashi sieht noch viel Potenzial für das von ihm gemeinsam mit Timo Hackisch, Boris Kaminski und Professor Reza Asghari gegründete Unternehmen.
geschrieben von  boy