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Papa Fuego: Jetzt wird’s ­richtig scharf! Donnerstag, 08 März 2018 09:12 Foto: Frank Bierstedt

Papa Fuego: Jetzt wird’s ­richtig scharf!

In den Spirituosenregalen in unseren Supermärkten geht’s süß, fruchtig und cremig zu – zumindest war das lange Zeit so. Denn jetzt fügen Philipp Grimmel, Jasper Brünnette, Max Brandt und Oliver Kern dem Sortiment alkoholischer Getränke eine Portion Schärfe hinzu. Der Name ihres Mexikaners, wo neben Tomatensaft, Pfeffer und Wodka ein würziges Geheimnis drinsteckt: Papa Fuego.

»Ich habe mich immer gewundert, warum es bisher kein Mexikaner in den Supermarkt geschafft hat«, sagt Jasper Brünnette. ­Mexikaner? Der Mythos, der sich um dieses Getränk rankt, führt nach Hamburg.

Hier, in der Kneipe Steppenwolf auf St. Pauli, soll der Mexikaner das erste Mal vor dreißig Jahren serviert worden sein. Sein Siegeszug führte ihn durch Lokale, Klubs und Bars, wo Gastronomen das feurig-scharfe Szenegetränk mit Korn oder Wodka, Tabasco und Pfeffer auf die Getränkeliste setzten – aus eigener Kraft abgemischt, weswegen der Mexikaner in jeder Kneipe ein klein wenig anders schmeckte. In den Supermarkt indes fand er den Weg nicht.

Der Mexikaner im ­Supermarkt

Das soll sich nun ändern. Besser gesagt: Das hat sich schon geändert. Denn in Braunschweig haben die zehn Lebensmittelgeschäfte der Familie Görge den Schnaps in ihr Sortiment aufgenommen. »Das ist ein erster großer Erfolg für uns«, sagt Jasper Brünnette. Um mehr über die Akzeptanz von Papa Fuego bei Verkäufern und Käufern zu erfahren, »ist Braunschweig ein guter Testmarkt für uns.« Die guten Kontakte zu Jägermeister nutzt das Start-up, um seinen Blick auf die Gesetzmäßigkeiten der Branche zu schärfen – etwa auf die Vorgaben des Spirituosenrechts oder die Spielregeln beim digitalen Marketing.

Heimat von Papa Fuego ist das Stellwerk West im westlichen Ringgebiet Braunschweigs. Hier haben die vier Gründer, allesamt Studierende an der Technischen Universität Braunschweig und angehende Wirtschaftsingenieure, ihre Produktion und das Lager aufgebaut. Etikettier- und Vakuumabfüllmaschine sind bereits im Einsatz. In Kürze folgt der große, insgesamt 700 Liter fassende Rührwerktank. »Dann können wir täglich 3000 Flaschen produzieren.«

Vom WG-Getränk zur Geschäftsidee

Begonnen hat die Geschichte von Papa Fuego in Studenten-WGs. Zu den Partys brachten Philipp Grimmel und Jasper Brünnette ihren in Eigen­regie gemixten Mexikaner mit. »Eigentlich hatten wir gar nicht das Ziel, mit unserem Getränk Geld zu verdienen«, sagt Philipp Grimmel. Doch weil die Mischung so gut ankam, war die Geschäftsidee geboren – und wenig später das Team von Papa Fuego. Jeder der vier bringt seine Stärke ein: Marketing (Jasper Brünnette), Vertrieb (Oliver Kern), Produktionsplanung (Philipp Grimmel) und Finanzierung (Max Brandt).

Den Mexikaner gibt’s landauf, landab in unheimlich vielen Variationen. Wie schafft man es, aus der Menge an Möglichkeiten der richtigen auf die Spur zu kommen? Und das perfekte Gemisch aufzuspüren, das den Geschmack der Konsumenten trifft? Als der Entschluss gefasst war, aus der Attraktion auf Studentenpartys ein kommerziell erfolgreiches Produkt zu machen, »haben wir uns langsam an die ideale Rezeptur herangetastet«.

Die Mixtur wird nicht ­verraten

Säfte wurden abgeschmeckt, Chilisorten ausprobiert. Drei der scharfen Früchte haben es in den Mexikaner aus Braunschweig geschafft. In welcher Mixtur? Das werde nicht verraten, sagen sie, die Würze sei schließlich das, was Papa Fuego so interessant mache. Nur so viel: »Die Rezeptur steht. Ein knappes halbes Jahr haben wir dafür gebraucht.«

Die Supermärkte in Braunschweig sind nur der Anfang, weitere Städte sollen jetzt folgen. »Wir wollen expandieren. Unser Ziel ist, Papa Fuego groß zu machen und als Marke zu etablieren«, sagt Jasper Brünnette.

Den Gründern geht es allerdings nicht nur ums Geschäft, sondern auch darum, ein Zeichen zu setzen. In ihren Augen gibt es viel zu viele Menschen, die verpassten Chancen nach­trauern. Nach dem Motto: Ach, die Idee hatte ich doch eigentlich auch, und jetzt hat sie sich ein anderer geschnappt. Dabei brauche es gar nicht so viel, gute Ideen in die Tat umzusetzen – zu Beginn nur einen kleinen Ruck, ein bisschen Mut. »Dieses Prinzip hat auch Papa Fuego beherzigt: Einfach mal machen.«


Bild ganz oben: Das sind die Väter von Papa Fuego (v. l.): Max Brandt, Jasper Brünnette und Oliver Kern. Es fehlt: Philipp Grimmel.

geschrieben von  boy