Unsere Partner
Alle Jahre wieder – gesund und stressfrei durch die Advents- und Weihnachtszeit Donnerstag, 20 Dezember 2018 11:17 Foto:  Kerstin Lautenbach-Hsu

Alle Jahre wieder – gesund und stressfrei durch die Advents- und Weihnachtszeit

Hier eine Weihnachtsfeier, dort ein Adventssingen, den perfekten Christbaum kaufen und noch schnell das Weihnachtsgeschenk für die beste Freundin besorgen – gerade die letzten Wochen des Jahres werden für viele zur reinen Stresszeit. Von wegen besinnliche Vorweihnachtszeit: Die persönliche Erwartungshaltung und die Angst, dieser nicht gerecht zu werden, lassen uns bisweilen regelrecht unter Druck geraten. Der Genuss bleibt dabei auf der Strecke. Sind die Weihnachtstage dann vorbei, fühlen wir uns schlapp und müde und zu allem Überfluss ächzt die Waage dann auch noch unter den zusätzlichen Pfunden, die in den letzten vier Wochen hinzugekommen sind. Die Ernährungswissenschaftlerin Rebecca Werner verrät Ihnen ein paar Tipps, wie die Feiertage wieder zur Entspannungszeit werden und Sie fit ins neue Jahr starten.
 


In der Vorweihnachtszeit duftet es überall verführerisch nach Glühwein, Lebkuchen und gebrannten Mandeln. Ein wenig Genuss hat noch keinem geschadet. »Doch wer auf seine Linie und seine Leistungsfähigkeit achten will, sollte neben den köstlichen Weihnachtsleckereien zu möglichst natürlichen Lebensmitteln greifen«, rät Rebecca Werner. Denn der größte Teil an süßem Naschwerk führt aufgrund des hohen Zuckergehalts schnell zu Müdigkeit und Trägheit. Das »Geheimnis«, um nicht spätestens zu den Weihnachtstagen ins »Fress-Koma« zu fallen, liegt in der Achtsamkeit in Bezug auf das, was man den ganzen Tag über isst. »Man muss in der Adventszeit selbstverständlich nicht komplett auf weihnachtliche Gaumenfreuden verzichten, wenn man mit Genuss isst und dabei auf ein gesundes Maß achtet«, sagt die zertifizierte Ernährungs­beraterin.

Auf gesunde Basis­ernährung achten

Deshalb sollte man gerade zur Weihnachtszeit bei der Ernährung auf saisonales Obst und Gemüse setzen, dann sind auch kleine süße Sünden verzeihlich. Zugreifen darf man vor allem bei typischem Wintergemüse wie Rot- und Weißkohl, Rosenkohl und Schwarz­wurzeln. Kohlgemüse ist kalorienarm, reich an Vitamin C und steckt voller Ballaststoffe. Schwarzwurzeln enthalten viele Mineralstoffe und Spurenelemente wie Magnesium, Kalium, Eisen und Kupfer.

Was auf dem Teller kalorienmäßig zu Buche schlägt, sind selten die Beilagen, sondern die schweren Sahne-Saucen zum Weihnachts­braten. Auch hier gibt es den ein oder anderen Tipp, um Kalorien zu sparen: So lässt sich, anstelle ausschließlich Sahne oder Crème fraîche für die Zubereitung der Sauce zu verwenden, ein Teil durch Milch oder Kondensmilch ersetzen oder Gemüse wie Möhren oder Sellerie wird im Bratenfond mitgekocht und im Anschluss püriert.

Typische Weihnachtsgewürze wie Anis, Nelken, Zimt, Ingwer und Koriander sind in der kalten Jahreszeit sehr beliebt und das zu Recht. Sie machen nicht nur jedes Gericht zu einem wohlschmeckenden Gaumenschmaus, sondern sind auch gut für die Gesundheit. Während Anis schleimlösend wirkt, hilft Ingwer bei Verdauungsbeschwerden, Nelken wird eine desinfizierende Wirkung nachgesagt. Ein weiterer Bonus: Der Einsatz von Kräutern und Gewürzen hilft, Zucker und Salz zu sparen.

Natürlich gehört der »Bunte Teller« zur Adventszeit. Doch auf ihm sollten nicht nur duftende Lebkuchen, zartschmelzende Schokolade und süße Zuckerstangen liegen, sondern vor allem vitaminreiches Obst und knackige Nüsse. Äpfel, Mandarinen und Nüsse passen nicht nur hervorragend in die Vorweihnachtszeit, sondern liefern viele Vitamine und deutlich weniger Kalorien als so manche weihnachtliche Köstlichkeit.

Nüsse enthalten zwar reichlich Fett, doch aufgrund ihrer Inhaltsstoffe sind sie eine besonders wertvolle Nahrungsergänzung. Etwa eine Handvoll Nüsse pro Tag werden sogar von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfohlen. Walnüsse beispielsweise sind reich an Eisen, Kalzium, ungesättigten Fettsäuren und verschiedenen B-Vitaminen, dadurch tragen sie dazu bei, Herz-Kreislauf-Erkrankungen vorzubeugen. Werden die Nüsse selbst geknackt, reduziert sich das Esstempo und die Verzehrmenge vermindert sich automatisch. Und wer an Weihnachten nicht gänzlich auf die heißgeliebte Schokolade verzichten will, sollte auf Bitterschokolade setzen, denn sie hat einen geringeren Fett- und Zuckeranteil als etwa Vollmilchschokolade. Außerdem ist der Heißhunger auf die zartschmelzende Versuchung bei einem Kakaogehalt von über 70 Prozent schon nach wenigen Stücken gezähmt.

Bewegung an frischer Luft baut Stress ab

In der Kälte und Dunkelheit des Dezembers fällt es zwar oft schwer, den inneren Schweinehund zu überlisten, dennoch ist es wichtig, auch in der Weihnachtszeit auf ausreichende Bewegung zu achten, denn so lassen sich kleine Ernährungssünden locker ausgleichen. »Gerade in der Vorweihnachtszeit kann Sport helfen, dass man sich glücklicher und ausgeglichener fühlt. Egal, ob Laufen im Park, Schlittschuhlaufen auf dem nahegelegenen Weiher oder einfach ein ausgedehnter Spazier­gang in weißer Winterlandschaft – die Bewegung an der frischen Luft unterstützt die Verdauung und sorgt durch die Ausschüttung von Endorphinen für den Stress­abbau«, weiß Rebecca Werner.

Rituale überprüfen

Am Heiligen Abend den Christbaum schmücken, um 16 Uhr in die ­Kirche gehen, anschließend Geschenke auspacken und um 19 Uhr muss das Essen auf dem Tisch stehen. Die beste Ernährung und Bewegung allein nutzt nichts, wenn man nicht gleichzeitig seinen Stresspegel senkt. Gerade zur Weihnachtszeit ist der Wunsch nach Perfektionismus weit verbreitet und so scheitern viele an den eigenen Ansprüchen. Um Stress und Enttäuschung zu vermeiden, ist es ratsam, sich einmal auf die ursprüngliche Bedeutung der Weihnachtszeit zu besinnen und Prioritäten zu setzen: Nicht umsonst spricht man vom »Fest der Liebe«. Anstelle einen endlosen Event-Marathon zu absolvieren, streichen Sie also ein paar Termine und machen Sie es sich zu Hause mit einem guten Buch vorm Kamin gemütlich. Backen Sie Kekse mit Freunden oder basteln Sie mit den Kindern den eigenen Weihnachtsschmuck und spüren Sie, wie sich langsam die Vorweihnachtsfreude einstellt.

Jede Familie hat bestimmte Rituale zu Weihnachten. Sie geben zwar einerseits Sicherheit und sorgen für Geborgenheit, doch andererseits verkommen sie nicht selten zu einer reinen Gewohnheit, anstelle noch für wahre Freude zu sorgen. Hier sollte man prüfen, ob es nicht besser ist, die »alten Zöpfe« abzuschneiden und dafür neue Traditionen ins Leben zu rufen, die allen Familienmitgliedern Freude bereiten.

Besonders das Thema »Weihnachtsgeschenke« bereitet vielen Menschen riesiges Kopfzerbrechen. Nicht selten hetzt man wenige Tage vor dem Fest durch die Geschäfte und kauft irgendein Präsent, das dann nach den Feiertagen wieder umgetauscht wird. »Selbsthergestelltes Kräutersalz, selbstgebastelter Weihnachtsschmuck oder ein Gutschein für gemeinsame Unternehmungen – häufig freuen sich die Beschenkten über Kleinigkeiten, die einfach gemacht sind und die zeigen, dass sie mit Liebe geschenkt werden. So wird Weihnachten dann auch geschwind wieder zum Fest der Liebe«, sagt Rebecca Werner.

Bild oben: Ernährungswissenschaftlerin Rebecca Werner rät in der Vorweihnachtszeit zu natürlichen Lebensmitteln auf dem »Bunten Teller«.
geschrieben von  klh
Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.
Ok