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Mit dem Drahtesel in die Gänge ­kommen Montag, 13 August 2018 10:29 Foto: Kerstin Lautenbach-Hsu

Mit dem Drahtesel in die Gänge ­kommen

Businessmeeting, Geschäftsessen, Familienfeier und wieder keine Zeit, zum Sport zu gehen? Wie wäre es eigentlich, wenn man bereits auf dem Weg zur Arbeit für seinen sportlichen Ausgleich sorgen könnte? Das ist möglich! Zumindest dann, wenn man schon morgens aufs Rad steigt und damit zur Arbeit fährt. »Radfahren ist eine simple Möglichkeit, zusätzliche Bewegung in den Alltag zu integrieren«, sagt IHK-Vollversammlungsmitglied Marc Katholing, Inhaber von Fahrrad Hahne in Braunschweig und Peine.

Mittlerweile liegt Radfahren wieder voll und ganz im Trend. Schätzungsweise 80 Prozent der Deutschen besitzen ein Fahrrad, etwa ein Drittel davon nutzt dieses mehrmals oder sogar täglich. Ein großer Benefit ist für viele Freizeit­sportler, dass das Radfahren keiner aufwendigen Zeitplanung bedarf und sich problemlos in den Arbeits- und Familienalltag integrieren lässt.

Fahrräder sind heutzutage auch kein reines Fortbewegungsmittel mehr, sondern sind regelrecht zum modischen Accessoire avanciert. Es gibt sie in den verschiedensten Formen und Farben: Vom Hollandrad, über das Mountainbike bis hin zum Liegerad oder zum Fatbike ist alles zu haben, was das Radlerherz begehrt.

Immer mehr Menschen mittleren Alters steigen auf das stetig beliebter werdende Fahrrad mit integriertem Antriebsmotor um. »Besonders durch das E-Bike hat das Fahrradfahren ein vollkommen neues Level erreicht«, bestätigt Katholing. Vor allen Dingen durch das Pedelec, wie das motorunterstützte Zweirad heißt, falle der morgendliche Start in den Arbeitsalltag viel entspannter aus. Man stehe nicht im Stau, die lästige Parkplatzsuche entfalle und zusätzlich habe man noch das Gefühl, etwas für seine Gesundheit und die Umwelt getan zu haben.

Katholing plädiert dafür, das Fahrrad allgemein stärker als Verkehrsmittel zu nutzen, denn auf dem Zweirad lasse sich sowohl die Stadt als auch die Natur neu erleben. Nicht nur in Braunschweig sind seiner Ansicht nach die Fahrradwege optimal ausgebaut, sondern die ganze Region lade durch seine zahlreichen Wald-, Feld- und Radwanderwege mit geringer Steigung zum Radfahren ein.

Radfahren macht fit und schont die Gelenke

Wer aufs Fahrrad steigt, tut etwas Gutes für seinen Körper. Wie jede andere Ausdauersportart fordert auch das Radfahren das Herz- und Kreislaufsystem und aktiviert den Stoffwechsel. Zusätzlich punktet es durch die zyklischen Bewegungsabläufe in der Rubrik »gelenkschonendes Training«. Zwischen 70 und 80 Prozent des Körpergewichts werden vom Sattel getragen und damit die Gelenke weitaus weniger belastet als etwa beim Laufen. Dank der regelmäßigen Bewegung werden die Gelenkknorpel mit Sauer­stoff versorgt und werden so zusätzlich vor Arthrose geschützt. Gerade für ältere und übergewichtige Personen sowie für Sporteinsteiger ist das Rad also ein optimales Trainingsgerät. Auch für Menschen, die überwiegend im Sitzen arbeiten, ist es optimal, dass sie mit dem Rad­fahren einen Bewegungsausgleich für die Kniegelenke, Hüften und Schultern schaffen können.

Die Psyche profitiert selbstverständlich auch vom Ausflug mit dem Rad. Radfahren, so ­Katholing, wirke entschleunigend, da man sich auf sich selbst konzentriert und man könne mit wenig Anstrengung eine große Wegstrecke zurücklegen, was sich zusätzlich motivierend bemerkbar mache. Die gleichmäßigen Bewegungen beim Radeln bringen Entspannung und bauen Stress ab. Die körperliche Bewegung, das Tageslicht und die frische Luft lassen den Körper Hormone ausschütten, die für ein Wohlbefinden sorgen, das stundenlang anhält. Wer abends nach der Arbeit mit dem Rad nach Hause fährt, kann so noch einmal den Tag in Ruhe Revue passieren lassen und kommt entspannt zuhause an.

Training im ­aeroben Bereich

Wer etwas für seine Figur tun möchte, sollte ebenfalls regelmäßig aufs Rad steigen. Besonders motivierend am Fahrrad fahren ist nämlich, dass man die Geschwindigkeit seiner Ausdauer anpassen kann und bereits mit einer geringen Belastung einen guten Trainings-Effekt erzielen kann.

Die Trittfrequenz sollte nicht zu gering gewählt werden, da sonst unnötig viel Druck auf den Gelenken lastet und die Muskulatur schneller ermüdet. Man sollte das Gefühl haben, ohne viel Kraft auf dem Pedal zu treten. Ruhig mal einen kleineren Gang probieren! Wenn man trainieren will, sollte der aerobe Bereich für das entsprechende Trainingsziel ermittelt werden. Ein hochroter Kopf und ein rasender Puls sind definitiv nicht gewünscht und unter Umständen sogar gefährlich.

Die Verkehrstauglichkeit des Fahrrades prüfen

Steht das Fahrrad schon länger unbenutzt im Keller, sollte es zunächst einem ausgiebigen Check in Bezug auf seine Verkehrstauglichkeit unterzogen werden: neben der Lichtanlage und den Bremsen müssen auch die Reifen überprüft werden.

»Viele Radfahrer machen sich über ihre Reifen leider nur wenig Gedanken«, bedauert der Fahrradexperte. Dabei stellen die Reifen den Kontakt zur Fahrbahn her. Wenn die Reifen beim Bremsen die Bremskraft übertragen sollen, müssen sie natürlich in einem guten Zustand sein. Sehr wichtig sei es auch, den richtigen Luftdruck zu wählen: Je höher der Luftdruck, desto leichter läuft der Reifen und umso pannensicherer ist er letztendlich. Wie hart man den Reifen dann aber fährt, hänge vom persönlichen Geschmack und der Zuladung ab.

Passen sollte das Rad auch zur eigenen Körpergröße. Die optimale Sitzhöhe wird so eingestellt, dass das Knie noch leicht gebeugt ist, wenn das Pedal die unterste mögliche Position einnimmt. Der Lenker hat die richtige Einstellung, wenn der Oberkörper beim Sitzen leicht nach vorne geneigt ist. Die Handgelenke dürfen am Lenker nicht abgeknickt werden, denn auf diese Weise verhindert der Fahrer die Dehnung von Muskeln und Nerven an der Handaußenseite. Generell gilt natürlich, dass sich das Radfahren angenehm anfühlen muss.

Neben dem funktionstüchtigen Rad sollte wetter­feste und atmungsaktive Kleidung sowie ein Fahrradhelm nicht fehlen. Auch wenn es der eigenen Eitelkeit entgegenstehen mag, ist es wichtig, bei jeder Fahrradtour einen Helm zu tragen. Damit der bei einem eventuellen Sturz den Kopf optimal schützt, sollte man übrigens beim Kauf unbedingt auf das TÜV-Prüfsiegel achten.

Der Tipp zum Schluss

Wer mit dem Radfahren als Ausdauersport beginnen möchte und sich länger nicht sportlich betätigt hat, sollte langsam beginnen und zunächst in die niedrigen Gänge schalten. Für einen positiven Effekt auf Körper und Geist reicht bereits eine halbe Stunde Radfahren täglich aus. Wer die Sache allerdings als sportliches Training betrachtet, sollte auf die Woche verteilt mindestens drei Stunden unterwegs sein. »Eine gute Alternative zum Training mit herkömm­lichen Fahrrädern sind und bleiben die E-Bikes«, betont Marc Katholing. Im Gegensatz zum klassischen Fahrrad kann hier der Grad der Unterstützung selbst gewählt werden. Das heißt: Entweder tritt der Radler selbst in die Pedale oder er lässt sich vom elektrischen Antrieb helfen. Im letzteren Falle wirkt man selbst nach 30 Kilometern noch frisch und munter. Diese Distanz wird gerne bei den Fahrradtouren gefahren, die der ADFC Braunschweig regelmäßig als Feierabendtouren anbietet. Wer nicht alleine durch die Region cruisen will, findet spätestens hier Gleichgesinnte.



Foto ganz oben: Das Fahrrad ist heute nicht mehr nur Fortbewegungsmittel, sondern auch Statussymbol und modisches Accessoire, weiß IHK-Vollversammlungsmitglied Marc Katholing, Inhaber von Fahrrad Hahne in Braunschweig und Peine.
 

geschrieben von  klh
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