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Der Handel muss technische ­Innovationen richtig nutzen Dienstag, 14 August 2018 08:54 Foto: oh

Der Handel muss technische ­Innovationen richtig nutzen

Neue Technologien gewinnen im Handel immer mehr die Oberhand. Deshalb wird vielerorts – manches Mal vielleicht eine Spur zu pathetisch – gefragt: Hat der ­stationäre Handel in Deutschland überhaupt noch eine Zukunft? Natürlich stimmt es nachdenklich, wenn Handelsexperten und E-Commerce-Forscher herausfinden, dass im Non-Food-Bereich nicht einmal mehr 80 Prozent der Erlöse offline erzielt werden.

Aktuelle Erhebungen, zuletzt von Locafox, zeigen allerdings auch, dass selbst 27 Prozent der Top-100-Einzelhändler hierzulande immer noch nicht online verkaufen. Dass von jenen 73 Prozent, die einen Online-Shop eingerichtet haben, 87 Prozent nicht über eine mobileoptimierte Website verfügen. Nur 53 Prozent der Einzelhändler halten es für nötig, ihren Kunden Informationen über eine App bereitzustellen. Dem­gegenüber sind mehr als 77 Prozent der Erwachsenen in Deutschland im mobilen Internet unterwegs und wünschen sich dort mehrheitlich bessere Einkaufsmöglich­keiten.

An dieser Stelle wird das eigentliche Problem deutlich: auf breiter Front wird an den Bedürfnissen vor allem neuer Kunden vorbeigewirtschaftet. Ich selbst bin felsenfest davon überzeugt, dass der stationäre Handel eine gute Zukunft hat. Allerdings setzt das voraus, dass die Akteure digital endlich die Kurve kriegen!

In Braunschweig bemühen wir uns auf unterschiedlichen Ebenen darum, dass die Betriebe ein besseres Gefühl für die Sicht- und Wahrnehmbarkeit in der digitalen Welt bekommen. Das Engagement reicht vom niederschwelligen Angebot des Start-ups Einkaufshelden, das in WhatsApp-Manier direkte Produktanfragen von Kunden an teilnehmende Einzelhändler ermöglicht, bis hin zur Initiative »Digitalmentoren«, eine Kooperation der Industrie- und Handelskammer, der Braunschweig Zukunft GmbH, dem Arbeitgeberverband, dem Arbeitsausschuss Innenstadt, der Volkshochschule und weiteren Partnern, die sich aktiv um identifizierte Entwicklungspotenziale von Einzelhändlern kümmert. Auch der zum August neu gestartete Ausbildungsberuf Kaufmann/-frau im E-Commerce, der im IHK-Kammerbezirk Braunschweig vom Start weg von sechs Unternehmen angeboten wird, sollte über kurz oder lang dafür sorgen, das Verständnis für den digitalen Wandel stärker zu verankern.

Unter dem Strich birgt der technologische Fortschritt die Chance, unsere Kunden noch besser kennenzulernen und ganz direkt mit ihm in Kontakt zu kommen. Jan Kunath, der Vizechef des Lebensmittelkonzerns Rewe, wurde kürzlich im Handelsblatt gefragt: Was lernen Sie von Amazon? Geantwortet hat er Folgendes: Wir können die totale Zentrierung auf den Kunden lernen, den Willen, für die Kundenwünsche alles rechts und links liegen zu lassen. Und als zweites müssen wir lernen, Fehler zuzulassen. Wir neigen dazu, alles zu lange zu testen, um ja keinen Fehler zu machen.

Dem ist eigentlich nichts mehr hinzuzufügen.

Sie können Olaf Jaeschke auch eine E-Mail schreiben: mail@galerie-jaeschke.de

Bild oben: Olaf Jaeschke, Inhaber der Galerie Olaf Jaeschke GmbH.
geschrieben von  wo
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