Unsere Partner
Fokus Chefbüro: Andreas Herbst Mittwoch, 27 Juni 2018 10:53 Foto: Jörg Scheibe

Fokus Chefbüro: Andreas Herbst

Andreas Herbst liebt den Überblick. Klar und strukturiert ist sein Büro und genauso übersichtlich ist sein Schreibtisch. In der Deutschen Bank Privat- und Firmenkunden im Marktgebiet Niedersachsen Ost leitet Herbst das Firmenkundengeschäft. »Ich brauche um mich herum Ordnung«, sagt Herbst, der seit Anfang 2017 als Direktor des Geldhauses in der Braunschweiger Brabandtstraße tätig ist. Auf der rechten Seite des Schreibtischs liegen übersichtlich gefächert die Unterlagen, die er am heutigen Tage noch bearbeiten will. Auf dem Tisch befinden sich iPad, Computer, Tastatur und Telefon und am Rand stehen vor einem Drucker Fotos von seiner Frau und seinen beiden Kindern. Aktenordner, Papiere, handschriftliche Notizen? Fehlanzeige – bis auf einen kleinen Zettelkasten.


Das papierlose Büro


Seit Herbst im Jahr 2012 für drei Monate für die Deutsche Bank in Shanghai tätig war, hat er Ordner aus seinem Büro verbannt. »Da wurde bei mir ein Schalter umgelegt«, erinnert er sich. »Anfangs habe ich mich gefragt, wo sind die Akten? Doch dann war ich fasziniert vom papierlosen Büro.« Heute erledigt er nach Möglichkeit alles online. Das war eine Herausforderung, denn zunächst mussten alle Unterlagen eingescannt werden. An die Zeit in China erinnert ein großes farbenfrohes Bild der nächtlichen Skyline von Shanghai, das neben der Tür hängt. In einem der Wolkenkratzer hat Herbst gearbeitet, in einem Büro irgendwo zwischen dem 30. und 40. Stock.

Herbst ist viel unterwegs. Der Bereich, für den er zuständig ist, reicht von Buchholz in der Nordheide bis nach Goslar. Da kann er stets auf sein iPad mit allen Daten zugreifen. »In diesem Gebiet erzielen wir ein Geschäftsvolumen von 5,4 Milliarden Euro«, erzählt Herbst. Er betreut mittelständische Kunden bei der Finanzierung und bei Währungsgeschäften, und da die Bank weltweit vertreten ist, werden Kunden bei Bedarf auch im Ausland begleitet. Ein Job, der dem 51-Jährigen sichtlich Freude macht: »Ich bin mit Leib und Seele Mittelstands-Banker.« Nach wie vor kümmert er sich auch selbst um einige Kunden, bekommt dort Einblick in die Produktion, trifft interessante Menschen. »Das ist herausfordernd, abwechslungsreich, sehr individuell und absolut kein Massengeschäft.« Bei Bedarf sind bei den Gesprächen nicht nur Banker dabei, sondern auch Experten aus anderen Fachgebieten: etwa aus den Bereichen Automotion, IT oder Life Sciences.

Nachbereitet werden diese Termine im Büro in der Brabandtstraße. Und da kann es schon mal spät werden. Eine puristische, schwenkbare Schreibtischlampe, die den Banker schon seit 20 Jahren begleitet, spendet dann ein angenehmes Licht. Von seinem Schreibtisch aus blickt er seitlich auf die historische Fassade der ­Industrie- und Handelskammer und die Bäume in der kleinen Straße Garküche. Angezogen wird der Blick jedoch durch ein großformatiges und äußerst farbenfrohes Kunstwerk des Gifhorner Malers Peter Matzat, das an der Stirnseite seines Büros hängt, hinter einem Besprechungstisch mit Konferenztelefon, einer kleinen Schale mit Schokoriegeln und sechs Stühlen. An diesem Tisch trifft er sich mit seinem Team und mit Kunden.

Der Sport als Leidenschaft

Auch hinter dem Schreibtisch hängt neben einem Jahresplaner mit bunten Magneten ein Werk von Peter Matzat, ein Blick aufs Meer. Herbst liebt das Meer. An der Nordseeküste, in St. Peter-Ording, verbringt er die Sommer­urlaube mit seiner Familie und hier hat der begeisterte Sportler eine neue Leidenschaft entdeckt: das Kitesurfen. Dabei kann er prima abschalten: »Auf dem Wasser vergisst man alles.« Sport ist ihm wichtig: Skifahren, Golfspielen, die Fußballspiele bei der Weltmeisterschaft zusammen mit Freunden anschauen. Am allerwichtigsten ist ihm allerdings die Familie. Davon zeugt ein kleiner, selbstgemachter Kalender mit Fotos, vor allem aus den Familien­urlauben, der unter einer runden schwarzen Uhr hängt.

Herbst stammt aus dem nordhessischen Korbach und hat eine typische Banklaufbahn gemacht: nach dem Abitur Lehre als Bankkaufmann bei der Sparkasse, Betriebswirtschaftsstudium in Göttingen, Trainee-Programm bei der Deutschen Bank. »Schon während meines Studiums habe ich mein Faible für das Firmen­kunden-Geschäft entdeckt«, sagt Herbst. Bei der Deutschen Bank ist er nunmehr seit 25 Jahren beschäftigt, zuletzt war er für den Markt südlich von Hannover zuständig mit den Städten Hildes­heim und Göttingen. »Ich habe eine gewisse Bodenständigkeit«, schmunzelt er. »Aber die Kunden schätzen diese Konstanz und Kontinuität schließlich auch.«

Die typische Bank­laufbahn

Und was hat ihn an einem Wechsel nach Braunschweig gereizt? »Hier ist ein toller Markt mit interessanten Unternehmen und Braunschweig ist die zweitgrößte Stadt Niedersachsens«, sagt Herbst. Die Größe der zu betreuenden Fläche sei sicher eine Herausforderung, doch könne die Deutsche Bank hier viel bewegen und Neues aufbauen. Zur Seite stehen Herbst und seinem für die Privatkunden verantwortlichen Geschäfts­leitungskollegen Carsten Blasche rund 200 Mitarbeiter in 13 Filialen, allein in der Brabandtstraße sind es rund 90 Beschäftigte.

Grundlegende Renovierung

Das Gebäude in der Innenstadt lässt die Deutsche Bank gerade für rund 4,5 Millionen Euro grundlegend renovieren. Herbst: »Das ist ein klares Bekenntnis zur Region und zum Standort Braunschweig.« Nach einer Entkernung ist die offen und hell gestaltete Kundenhalle mittlerweile fast fertig, ebenso wie die Beratungsräume im Erd­geschoss. Die hellen Räume hinter den gläsernen Türen wurden mit moderner Video-Technik ausgestattet, um bei speziellen Fragen von Kunden auswärtige Experten per Konferenzschaltung dazuzuschalten. Als nächstes wird der Bürotrakt im ersten Stock saniert und damit auch das Arbeitszimmer von Andreas Herbst. Und so werden sein Schreibtisch und sein Büro im nächsten Jahr sicher ganz anders aussehen als heute.
geschrieben von  gar
Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.
Ok