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Fokus Chefbüro: Frank Villwock Freitag, 19 Januar 2018 09:53 Foto: André Pause

Fokus Chefbüro: Frank Villwock

Rund 100 Mitarbeiter sind inzwischen am Braunschweiger Standort des Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsunternehmens PKF Fasselt Schlage beschäftigt. »Damit sind wir aus den Räumlichkeiten im Valentin-Klein-Haus an der Theodor-Heuss-Straße nach rund 15 Jahren doch ein wenig herausgewachsen. Wir wollten aber nicht weg aus dieser zentralen Lage«, sagt Frank Villwock, der als Wirtschaftsprüfer, Steuer­berater und Registrierter Prüfer für Qualitätskontrolle einer von insgesamt acht Partnern der Kanzlei in der Löwenstadt ist (die Niederlassung Helmstedt mit eingeschlossen). Insofern sei man sehr glücklich, dass im Oktober der Umzug in das neugebaute Bürogebäude an der Güldenstraße realisiert werden konnte.

Geschätzt stünden jetzt 800 bis 1000 Qua­dratmeter mehr zur Verfügung. »Insgesamt sind es etwa 3400 Quadratmeter, inklusive Technikräumen«, schildert Villwock beim Gang durch die Flure. Die schlichte Eleganz der neuen Adresse lässt beinahe in den Hintergrund treten, dass die mittelständisch geprägte, unabhängig und partnergeführte Gesellschaft in Braunschweig bereits eine 80-jährige Tradition hat. Schließlich fusionierte die 1937 gegründete Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungs­gesellschaft Lang und Stolz in den Nullerjahren zunächst mit den Firmen Fasselt und Schlage zu Fasselt, Schlage, Lang und Stolz, bevor 2009 die Umfirmierung zu PKF Fasselt Schlage erfolgte.

Spaß am Beruf

Frank Villwock ist seit 1996 als Partner dabei. Den Einstieg in den Beruf hatte er acht Jahre zuvor als Prüfungsassistent bei Lang und Stolz gefunden. »Dann habe ich relativ schnell meinen Steuerberater gemacht, das war 1992. 1995 folgte der Wirtschaftsprüfer. Vorher hatte ich in Göttingen ganz klassisch Betriebswirtschaft studiert. Durch meinen Cousin, der auch Steuer­berater ist, bin ich familiär vielleicht ein bisschen geprägt. Nachdem ich dort ein Praktikum absolviert habe, entschied ich mich endgültig, nach dem Grundstudium in die Richtung Wirtschaftsprüfung/Steuerberatung zu gehen. Das waren zwei Bereiche, die man tatsächlich so zusammen studieren konnte, zusammen mit Volkswirtschaftslehre und allem was sonst noch dazugehört. Letztlich hat mir das wirklich Spaß gemacht«, skizziert der Wirtschafts- und Steuer­experte seinen Werdegang.

Spezialisierung auf einzelne Tätigkeitsfelder

Heute besteht für ihn ein wesentlicher Reiz seiner Tätigkeit auch darin, dass die Arbeitsabläufe nie gleichförmig werden. »Manchmal verflucht man das ja ein bisschen, letztlich macht es die Sache aber doch interessant«, lacht Villwock. »Und dadurch, dass wir oft beim Mandanten vor Ort tätig sind, komme ich auch oft aus dem Büro raus.« Er selbst ist ausschließlich im Bereich Wirtschaftsprüfung und betriebswirtschaft­liche Beratung tätig. Insgesamt existieren vier Geschäftssäulen bei PKF Fasselt Schlage: Wirtschaftsprüfung, Steuerberatung, rechtliche Beratung (so lange es sich um Unternehmensbelange im weitesten Sinne handelt) sowie betriebswirtschaftliche Beratung, Planungsrechnung und Unternehmensbewertung.

Früher habe es mehr Generalisten gegeben, die mehrere Disziplinen abdeckten oder sogar alles konnten. Das sei vorbei, meint Villwock: »Zum einen hat sich die Schlagzahl deutlich erhöht. Vor allem ist das aber aufgrund der Komplexität der verschiedenen Bereiche nicht mehr möglich. Man muss sich heute für jeden Bereich Spezialisten heranziehen, die sich schwerpunktmäßig in Themen vertiefen.«

Fast papierlos

Apropos Veränderungen: Die gebe es allein durch digitalisierte Prozessstrukturen im Tagesgeschäft überhaupt reichlich. Noch vor einigen Jahren seien die Mitarbeiter mit diversen Koffern voll mit Akten zum Mandanten gefahren, mittlerweile sei neben dem Laptop nur noch ein mobiler Scanner dabei.

Auch auf dem Schreibtisch in Villwocks Büro liegt kaum Papier. Im Grunde beschränkt es sich auf Anschreiben in einer Unterschriftenmappe sowie Gesetzestexte und Kommentare auf dem Sideboard. »Da bin ich in der Tat ein bisschen oldschool. Eigentlich haben wir auch dafür den digitalen Zugang, aber wenn man mal Sachen nebeneinanderlegen und vergleichen möchte, ist das so einfach praktischer.« Ein aufgeräumter Schreibtisch müsse unabhängig davon trotzdem sein. In Papier oder Aktenberge eingraben könne er sich nicht. »Da bin ich klar strukturiert. Ich kann mich nur mit einer Sache vernünftig beschäftigen, und die liegt dann auf dem Schreibtisch. Was ich überhaupt nicht mag ist, Dinge zwei- oder sogar dreimal anzufassen, weil das absolut nicht effektiv ist, wenn man sich wiederholt in Sachen eindenken muss. Diese Überlappungen fressen aus meiner Sicht nur Zeit.«

Doppelfunktion bei PKF

Und die ist knapp. Unter 50 Stunden pro Woche arbeite er eigentlich nie. In der von Anfang bis Mitte eines Jahres andauernden »Busy Season«, wenn die Jahresabschlüsse zu prüfen sind, eher noch eine ganze Menge mehr. Auf der anderen Seite sei es für Freiberufler halt nicht untypisch, dass sie früh kommen und spät gehen, stellt er lächelnd fest: »Wir sind Dienstleister und produzieren ja nicht dauerhaft etwas. Da gibt es nur die Anforderungen der Mandanten und die müssen halt erfüllt werden. Wenn ein Mandant anruft, macht er das, weil er ein Problem hat und dabei oft noch Termine beachten muss. Gerade zu Beginn einer Geschäftsbeziehung ist man sehr stark involviert, aber auch in Folge­jahren sind wir manchmal lange damit beschäftigt, die Zahlen so aufzubereiten, dass die Banken wirklich verstehen, was im Unternehmen los ist«, betont Villwock, der zudem in der Gesamtgeschäftsführung von PKF tätig ist, die Vermittlerrolle. Mandantenarbeit delegiere er inzwischen soweit wie möglich an seine Mitarbeiter. Trotzdem frage er sich am Abend manches Mal, wo der Tag geblieben ist.

Der Privatmann

Nicht nur für ihn selbst, auch für die Familie seien die Arbeitszeiten bisweilen eine Heraus­forderung gewesen. Damals habe er noch wesentlich mehr Auswärtstätigkeiten auf dem Zettel gehabt als heute, weshalb er – flapsig formuliert – eher der »Wochenendpapa« für seine mittlerweile erwachsenen Kinder gewesen sei, wie er unumwunden zugibt. Die 21-jährige Tochter absolviert gerade eine Ausbildung bei der TUI in Hannover, sein 23-jähriger Sohn arbeitet in Berlin.

Frank Villwock selbst ist verheiratet und lebt in Lamme. Im aufgeräumten Büro lassen sich anhand ausgestellter Gegenstände einige Vorlieben des Privatmannes erahnen. Eine Postkarte der Hockeydamen von Eintracht Braunschweig verweist auf das Trikot­sponsoring seines Hauses, eines von vielen Engagements in diesem Bereich, unterstützt PKF Fasselt Schlage doch auch Braunschweiger Institutionen wie das ATP-Tennis­turnier, Kultur im Zelt oder das Krimi­festival. »Wir möchten unserer Region, von der wir leben, gerne auch etwas zurückgeben«, betont Villwock, der selbst seit 1975 Eintracht-Mitglied ist. Unmittelbar neben dem Hockey-Bild stehen gleich mehrere Automodelle. Den Jaguar S-Type habe er mal als Firmenwagen gehabt, der graue Porsche stehe zuhause in der Garage.

Motorradtouren mit dem Vater

Sind Sie ein Autonarr? »Meine Frau würde ja sagen, ich nein«, lacht Villwock. »Allerdings bin ich schon ein bisschen motorenaffin, das möchte ich nicht bestreiten. Eine Harley und eine Honda habe ich auch noch.« Die schnelle Maschine nutze er auch im Alltag, das Motorrad aus Milwaukee eher für eine Runde Müßiggang am Sonntagnachmittag. Zumindest einmal im Jahr steht eine gemeinsame Tour mit dem 76-jährigen Vater auf dem Programm. Ein Alter, in dem manch ein Senior selbst den Pkw-Führerschein bereits freiwillig abgegeben hat. Frank ­Villwock schmunzelt und winkt amüsiert ab: »Vor zwei Jahren hat er sich sogar nochmal ein neues Motorrad gekauft.«

geschrieben von  pau
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