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GEORG – Das Portal für die ­berufliche Bildung Mittwoch, 05 September 2018 08:28 Foto: André Pause/oh

GEORG – Das Portal für die ­berufliche Bildung

Viele Unternehmen klagen über zu wenig qualifizierte Auszubildende und zunehmenden Fachkräftemangel. Um dem entgegenzuwirken, möchte man bei der Westermann Gruppe die Ausbildungs­betriebe zukünftig stärker unterstützen und den Betrieben das eigene Know-how im Bereich der beruflichen Bildung zur Verfügung stellen. In diesem Kontext ist das Portal GEORG entstanden – ein umfangreiches Lern- und Organisationsportal für die Ausbildung, das auch einen wertvollen Beitrag zu der seit Jahrzehnten immer wieder heftig diskutieren Lernort­kooperation zwischen Ausbildungsbetrieben und Berufsschulen leisten könnte. Anfang August erfolgte der Release für den Ausbildungsberuf Industriekaufmann/-kauffrau. In den nächsten ­Jahren sollen die 25 zahlenmäßig stärksten Ausbildungsgänge abgedeckt sein.

Das Portal – dessen Name auf Firmengründer Georg ­Westermann als wesentlichen Impulsgeber der bundesrepublikanischen Bildungsmedienlandschaft verweist – symbolisiere den Schritt aus dem klassischen Schulbuchgeschäft hinein in die digitalisierte Lern- und Arbeitswelt, sagt Daniel Rieger, Leiter des Bereiches B2B der Westermann Gruppe: »Im Kern haben wir ein Lernmanagement-­System kreiert, das die kompletten Lerninhalte der Ausbildung in sich hat. Alle prüfungsrelevanten Inhalte sind in anschaulicher, verständlich aufbereiteter und gut lernbarer Form enthalten. Dabei bieten die Anwendungen ganz neue Möglichkeiten, Wissen zu erwerben. Anders als beim gedruckten Buch haben die Auszubildenden nun die Möglichkeit, sich Wissen mit Hilfe von multimedialen Inhalten wie Videos, ­E-Learning-Aufgaben, E-Book-Inhalten oder Lernspielen anzueignen und ihr erworbenes Wissen jederzeit selbst zu überprüfen. Außerdem ist uns wichtig, dass die Auszubildenden so gut wie möglich bei der Strukturierung des eigenen Lernprozesses unterstützt werden.«

Gezielte Hilfestellung

Der, so Rieger, beginne schon bei der vorgeschalteten Ausbildungseignungsprüfung. Das sei wichtig, denn immer öfter seien die Kenntnisse der Auszubildenden trotz Schulabschluss gerade in den Fächern Mathematik, Deutsch und Englisch nicht in gewünschter respektive in einer für die Ausübung des Berufes notwendigen Form vorhanden. Über das in GEORG integrierte Tool Online-Diagnose werden Wissens­lücken aufgezeigt und Soforthilfen angeboten.

Gemeinsame Konzeption mit Berufsschullehrern und Ausbildern

Der gesamte Lehrstoff aller drei Ausbildungsjahre ist bei GEORG vorstrukturiert und auf verschiedenen Wegen abrufbar. Das soll die individuelle Planung des »wann lerne ich was« erleichtern. Geachtet wurde bei der Konzeption darauf, dass die Lerneinheiten nicht zu lang sind. Eine Einheit lässt sich in 30 bis 40 Minuten bearbeiten, sodass das Lernen gut eingeteilt und in den Alltag integriert werden kann – zuhause oder auch an der Bushaltestelle auf dem Weg zur Arbeit. Die inhaltliche Konzeption des Portals sei in enger Zusammenarbeit mit Berufsschullehrern und Ausbildern, beispielsweise auf Vocatium-­Ausbildungsmessen, erfolgt, skizziert Johannes Kluge, Key Account Manager des B2B-Bereiches. Auf diese Weise habe man immer um die didaktischen Anforderungen an die Inhalte gewusst.

Stärkere Lernort­kooperation gewünscht

Das spannendste an der Entwicklung von GEORG sei zweifelsfrei die Herausforderung gewesen, eine Gesamtlösung zu finden, die allen Anspruchsgruppen gerecht wird, berichten Rieger und Kluge: vor allem natürlich den Auszubildenden, die es dauerhaft zum Lernen zu motivieren gilt. Abhilfe könnte das Portal aber auch beim Thema Lern­ortkooperation verschaffen. »Das ist ja ein Dauerbrenner im deutschen Bildungssystem. Seit 20, wenn nicht 30 Jahren heißt es: eigentlich müssten die Betriebe und die Berufsschulen enger zusammenarbeiten, zum Wohle des Azubis. Leider ist das in vielen Fällen bis heute nicht so, wie es sein sollte. Dadurch, dass Lehrer und Ausbilder – das Einverständnis des jeweiligen Auszubildenden vorausgesetzt – bei unserem System gleichzeitig auf die Ergebnisse ihrer Leute schauen können, einen direkten und sicheren Nachrichtenkanal zuein­ander haben, erhoffen wir uns eine Förderung der Lern­ortkooperation«, betont Daniel Rieger.

Alleinige Nutzung möglich

Da GEORG das gesamte schulische Lernwissen abbildet, haben die Auszubildenden die Möglichkeit, den Unterrichtsstoff zu wiederholen, zu üben und zu festigen. Die individuellen schulischen Leistungen können sich dadurch erheblich verbessern – das ist das Ziel. Grundsätzlich könnten auch einzelne Auszubildende die Testversion laden oder die Vollversion erwerben. »Das ist zwar nicht unsere Stoßrichtung, denn im Regelfall sprechen wir die Betriebe an. Grundsätzlich ist das Produkt aber eines, was nicht nur in der Gruppe funktioniert«, erklärt Rieger. So sei das Karteikartenlernen via Handy als Solitär ebenso möglich wie die Nutzung des Glossars, einer Art ausbildungsbezogenes Wikipedia. Nur die Gruppenarbeit, perspektivisch soll hier eine Quiz-App nutzbar sein, falle weg.

Neue didaktische ­Ansprache

Insgesamt hat das Projektteam bei ­Westermann rund zwei Jahre an GEORG gearbeitet. Gemeinsam mit Partnern wurde die Umgebung mit verschiedenen ineinandergreifenden technischen Systemen aufgesetzt. Pionierarbeit. »Jetzt musste eine ganz neue Form der didaktischen Ansprache gefunden werden. Bei den nächsten Versionen werden wir schneller werden«, blickt Daniel Rieger voraus. Bereits im kommenden Februar soll das Portal für die Industriemechaniker/-innen an den Start gehen.

Ausbilder können GEORG vier Wochen lang kostenfrei testen. Auszubildende erhalten eine dreitägige kostenfreie Testlizenz. Auf Wunsch stellen Daniel Rieger und Johannes Kluge das neue Portal auch in Ihrem Unternehmen vor.
Kontakt: georg@westermanngruppe.de
 

Bild ganz oben:
Daniel Rieger, Leiter des Bereiches B2B (r.), und Key Account Manager ­Johannes Kluge sind bei der Westermann Gruppe zuständig für das Lern- und ­Organisationsportal GEORG.

geschrieben von  pau
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