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Die MKN Maschinenfabrik Kurt ­Neubauer gewinnt Niedersächsischen Außenwirtschaftspreis Freitag, 08 Juni 2018 08:04 Foto: oh

Die MKN Maschinenfabrik Kurt ­Neubauer gewinnt Niedersächsischen Außenwirtschaftspreis

Im Rahmen der Hannover Messe hat der Niedersächsische Minister für Wirtschaft, Arbeit, Verkehr und Digitalisierung, Dr. Bernd Althusmann, die Wolfenbütteler MKN Maschinenfabrik Kurt Neubauer GmbH & Co. KG für Spitzenleistungen im internationalen Wettbewerb ausgezeichnet. Georg Weber, CEO des Unternehmens, hat mit IHK-Außenwirtschaftsreferent Stephan Bruns über den internationalen Erfolg des Herstellers für Profikochtechnik gesprochen.
 

Herr Weber, die IHK Braunschweig gratuliert Ihnen zum Gewinn des Niedersächsischen Außenwirtschaftspreises 2018. Wir sind stolz, dass der Preisträger in diesem Jahr aus unserem IHK-Bezirk kommt. Mut, Risiko­bereitschaft und Kreativität sind laut Minister ­Althusmann die Attribute des diesjährigen Gewinners in der Kategorie Großunternehmen – also auch klassische Merkmale erfolgreichen Unternehmertums. Worauf führen Sie persönlich den internationalen Erfolg von MKN zurück?

Der internationale Erfolg von MKN basiert auf einer klaren Strategie und dem Wissen, dass ein mittel- bis langfristiges Bestehen des Unternehmens als Hersteller, welches allein auf den nationalen Markt ausgerichtet ist, kaum eine Chance gehabt hätte. Der Anfang von allem ist also nicht Mut, sondern eine Erkenntnis beziehungsweise eine wirtschaftliche Analyse und die Überzeugung, dass es ohne die Internationalisierung des Unternehmens keine Zukunft gegeben hätte. Danach braucht es aber Mut, die notwendigen Prozesse und Voraussetzungen zu schaffen. Im Export muss man besonders sein, um überhaupt die notwendige Aufmerksamkeit zu erlangen. Des­wegen ent­wickeln wir Produkte, die speziell auf die ­jeweiligen Märkte abgestimmt sind. Ich sehe die Entwicklung MKNs auf internationaler Ebene als noch lange nicht abgeschlossen, sondern in einer frühen Phase. Dennoch freue ich mich über die bereits gute Positionierung des Unternehmens auf internationaler Ebene. Die bereits vollzogenen und stetigen Änderungen der betrieblichen Prozesse sollen es ermög­lichen, auch künftig in Wolfen­büttel zu fertigen und in die Welt zu liefern.

Manchmal sind es eventuell auch vermeintliche Kleinigkeiten, die das Pendel Richtung Erfolg oder Misserfolg ausschlagen lassen. Haben Sie bei der Eroberung internationaler Märkte von Ihrem Tradi­tionsstandort Wolfenbüttel aus »verstecktes Potenzial« identifiziert, mit dem Sie wesentliche Fortschritte erzielt haben?

Export ist immer wieder ein Abenteuer. Jeder Markt hat unterschiedliche Prioritäten und Sensibilitäten. Da erlebt man schon interessante Wendungen. Zum Beispiel haben wir in Ost­europa mal die Farbe eines Displays geändert und plötzlich waren unsere Partner dort mit dem Produkt sehr zufrieden. Und dann erleben wir es manchmal, dass Produkte eine Export­bedeutung haben, von denen wir es gar nicht so erwartet haben, diese werden dann von unseren Kunden nachgefragt, weil sie unserem Qualitätsanspruch vertrauen und uns lange kennen.

Kurt Neubauer gründete MKN im Jahr 1946. In welchem Land ist das Unter­nehmen ins internationale Geschäft eingestiegen und wie lange ist das her?

Im Export haben wir mit den Beneluxstaaten sowie mit Österreich und der Schweiz begonnen. Das war vor ungefähr 40 Jahren. Die internationalen Lieferungen waren zu Beginn eher reaktiv als proaktiv.

Im Export braucht man Geduld

Wenn Sie heute einen neuen Markt erobern, welche Strategie verfolgen Sie dabei?

Ich bin ein Freund der Evolution. Wir können nicht alle Märkte auf einmal erobern. Deshalb priorisieren wir ganz bestimmte Regionen und selektieren dann die Länder, in denen wir genügend Potenzial sehen. Diese Fokussierung ist enorm wichtig. Danach starten wir zielgerichtete Investments in Marketingmaßnahmen. Wir gehen auf wichtige Messen vor Ort und passen unsere Produkte an. Zudem bieten wir in den Zielländern Trainings und direkten Service an. Dafür haben wir eine Vielzahl von ausländischen Köchen eingestellt. Wir arbeiten in den Zielländern auch mit eigenen Offices und Area-­Managern. So können wir die nötige Markt­penetration erreichen. Nennenswerte Erfolge stellen sich jedoch nicht über Nacht ein. Im Export braucht man in besonderem Maße Geduld. Die Beziehungen, die sich dann ent­wickeln sind jedoch in der Regel sehr nachhaltig.

Auf welchen internationalen Märkten erwarten Sie in Zukunft ein ganz besonderes Potenzial?

Aufgrund der Bevölkerungsentwicklung und der wirtschaftlichen Entwicklungen sehen wir insbesondere in den asiatischen Märkten große Potenziale für unsere Produkte. Neben China stellen wir in Südostasien eine hohe ­Dynamik fest. Darüber hinaus erwarten wir gute Absatzchancen in den USA, obwohl es gewisse politische Fragezeichen gibt. Gerade für sehr innovative Produktlinien aus unserem Haus ist der nord­amerikanische Markt sehr vielver­sprechend.

Mensch als differen­zierender Faktor

Sie gelten als wesentlicher Treiber der Internationalisierung bei MKN. Wie entscheidend sind Ihrer Einschätzung nach Emotionen und der Faktor Mensch im internationalen B2B-Geschäft?

International ist der Faktor Mensch der differen­zierende Faktor. Es ist teilweise unglaublich, wie der menschliche Faktor Geschäfte initiieren, stabilisieren, aber auf der anderen Seite auch zerstören kann. Das ist der Grund, warum ich vom internationalen Geschäft so fasziniert bin. In den vergangenen 25 Jahren, in denen ich weltweit aktiv bin, habe ich sehr viele schöne menschliche Begegnungen gehabt. Das macht mir Freude, weil es eben mehr ist als nur das Kaufen und Verkaufen. Über einen längeren Zeitraum entstehen richtige Partnerschaften, manchmal auch Freundschaften. Auch im internationalen Geschäft sieht man sich immer mal wieder – zum Beispiel auf Messen – und das über viele Jahre. Natürlich müssen die Produkte exportfähig sein, aber die Basis von allem ist der Mensch. Im Export kommt es auf starke Persönlichkeiten an. Man muss empathisch und Menschenfreund sein.

Auf welche grenzüberschreitenden ­Projekte und Geschäfte sind Sie besonders stolz?

Besonders stolz bin ich auf eine Partnerschaft mit einem sehr wichtigen Kunden in den USA. Bei dem betreffenden Partner handelt es sich um einen sehr großen Hersteller mit einer tollen Reputation. Zudem hält diese sehr wichtige geschäftliche Beziehung in dem für uns sehr bedeutenden amerikanischen Markt nun mehr als zehn Jahre an.

Die IHK setzt sich stets für den Abbau von tarifären Hürden, wie zum Beispiel Schutzzöllen, ein. Noch immer gibt es im Welthandel zahlreiche Eintrittsbarrieren für potenzielle Zielmärkte. Welche protektionistischen Maßnahmen im grenzüberschreitenden Geschäft erfährt MKN?

Momentan ist es besonders die Unsicherheit in der politischen Beziehung zu den USA, die uns umtreibt. Hier sind weitere Beschränkungen und Hürden zu befürchten. Darüber hinaus merken wir durch spezielle Produktprüfungen, wie auf eine elegante Art und Weise hohe Eintrittsbarrieren geschaffen werden. Diese Prüfungen, zum Beispiel in Japan, den USA, aber auch in vielen anderen Ländern, sind oft extrem teuer und manchmal völlig unsinnig. Außerdem werden unsere Produkte in Südamerika mit erheblichen Zöllen belegt. Vor allem in Brasilien stellen hohe zweistellige Zölle eine Herausforderung dar.

Vielen Dank für das interessante Gespräch. Wir wünschen Ihnen und dem Unternehmen MKN weiterhin ein gutes Gespür für nachhaltiges Wachstum mit Ursprung in Wolfenbüttel.

Ihr Ansprechpartner für außenwirtschaftliche Themen ist Stephan Bruns unter Tel.: 0531 4715-271 oder per E-Mail an: stephan.bruns@braunschweig.ihk.de.

Bild oben: Außenhandelsreferent Stephan Bruns im Gespräch mit Georg Weber, CEO der MKN Maschinenfabrik Kurt Neubauer GmbH & Co. KG.
geschrieben von  pau
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