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IHK-Vollversammlung der Industrie- und Handelskammer Braunschweig tagte Dienstag, 05 Juni 2018 08:45 Foto: André Pause

IHK-Vollversammlung der Industrie- und Handelskammer Braunschweig tagte

Die Vorstellung der Bundesgesellschaft für Endlagerung mbH mit ihren aktuellen Schwerpunkt-­Aktivitäten, ein Zwischenbericht über Kooperationsprojekte mit der IHK Lüneburg-Wolfsburg, die Qualitätssicherung in der Berufsausbildung und die Vorstellung des Jahresprogramms der Wirtschaftsjunioren Braunschweig waren die Schwerpunktthemen der IHK-Vollversammlung am 23. April.



Diese nutzte Präsident Helmut Streiff gleich nach der Begrüßung der anwesenden Mitglieder für Glückwünsche in Richtung Carl Peter Langerfeld, der für seine Verdienste um die Stadt Braunschweig jüngst mit der Bürger­medaille ausgezeichnet wurde.

Neu in die Vollversammlung eingetreten ist zum 1. Januar Erhard Modrejewski. Er übernimmt als Nachfolgemitglied für Michael ­Doering Aufgaben in der Wahlgruppe »Banken und Versicherungen«. Präsident Streiff verpflichtete Modrejewski per Handschlag als neues Vollversammlungsmitglied. Dieser stellt sich im Anschluss persönlich mit einigen Worten kurz vor. Auch in der Geschäftsführung der IHK hat es personelle Veränderungen gegeben. Zum 1. März ist Georg Druwe mit Vollendung des 65. Lebensjahres in den Ruhestand getreten. Sein Nachfolger in der Leitung der Abteilung Personal, Finanzen und Organisation ist Nikolas Lange, der seinerseits erstmals an der Vollversammlung teilnahm.

Im Anschluss stellte Ursula Heinen-Esser als Vorsitzende der Geschäftsführung der Bundesgesellschaft für Endlagerung mbH (BGE) die operative Umsetzung des Standortauswahlverfahrens auf Grundlage der Fortentwicklung des Standortauswahlgesetzes vom Mai 2017 sowie die Rückholung der Abfälle aus der Schachtanlage Asse II, die Stilllegung des Endlagers Morsleben sowie die Errichtung des Endlagers Konrad als aktuelle Schwerpunktthemen vor. Heinen-Esser dankte herzlich für die Einladung, die auf ein Gespräch von Präsident Streiff, Vizepräsident Dr. Utermöhlen und Hauptgeschäftsführer Dr. Meier im Sommer des Vorjahres bei der BGE zurückging.
Schrittweise Unternehmens­organisation bei der BGE

Die neue Bundesgesellschaft für Endlagerung hat ihre Arbeit am 25. April 2017 aufgenommen. Mit Eintragung in das Handelsregister vom 20. Dezember 2017 ist diese Rechtsnachfolgerin der im Juni 2017 vom Bund übernommenen DBE mbH sowie der bundeseigenen Asse-GmbH. Die bestehenden Organisationsstrukturen blieben zunächst unverändert. Im laufenden Jahr soll schrittweise der Aufbau einer BGE-Unternehmensorganisation erfolgen. Derzeit hat die Gesellschaft rund 1900 Mitarbeiter, Hauptsitz ist Peine, weitere Standorte gibt es in Salzgitter, Remlingen und Morsleben. Daneben betreibt die BGE ein Verbindungsbüro in Berlin.

Mehr Geld für die ­Digitalisierung

Im Bericht des Präsidenten ging Helmut Streiff zunächst in seiner Eigenschaft als Präsident der IHK Niedersachsen, der Landesarbeits­gemeinschaft der sieben niedersächsischen IHKs ein. Am 1. Dezember 2017 war er in dieses Amt gewählt worden, das im Jahresrhythmus zwischen den Präsidenten der nieder­sächsischen IHKs rotiert. In IHKN-Funktion habe Streiff in den ersten Monaten des Jahres eine Vielzahl politischer Gespräche geführt, so auch mit Ministerpräsident Weil. Ein wesentliches Thema war hier die Einführung eines zusätzlichen Feiertages in Niedersachsen. Die kritische Position der Wirtschaft habe dabei leider nicht durchgesetzt werden können. Mit Staatssekretär Muhle, dem neuen Staatssekretär für Digitalisierung im Niedersächsischen Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr, hatte der Präsident einen besonders intensiven Austausch. Nach dessen Einschätzung bedürfe es eines Aufwandes von acht bis zehn Milliarden Euro, um die Herausforderungen der Digitalisierung für Niedersachsen zu meistern. Bisher stelle die Landesregierung für das Thema »Digitalisierung« nur einen Betrag in Höhe von einer Milliarde Euro zur Verfügung, so Präsident Streiff, der versprach, dass sich alle niedersächsischen Industrie- und Handelskammern gemeinsam dafür einsetzen werden, dass dieser Betrag durch Umschichtungen im Landeshaushalt deutlich erhöht wird.

Kooperationsprojekte mit der IHK Lüneburg-­Wolfsburg

In mehreren Arbeitsgruppensitzungen mit der IHK Lüneburg-Wolfsburg hat die IHK Braunschweig zuletzt Kooperationsprojekte erarbeitet. Geplante Kooperationsfelder gibt es zwischen den beiden IHKs in den Bereichen Aus- und Weiterbildung, Standortpolitik, Zentrale Dienste und IT, Kommunikation/Öffentlichkeit sowie zu gemeinsamen Gremien/Sitzungen. Im Bereich der Berufsausbildung konzentrieren sich die Kooperationen insbesondere auf die Qualitätssicherung in der Berufsausbildung.

Als ganz besonderes Projekt hob Dr. Bernd Meier, Hauptgeschäftsführer der IHK Braunschweig, in der Vollversammlung die zum Ende dieses Jahres 2018 umgesetzte gemeinsame Konjunkturumfrage hervor. Dabei werde es eine Zusammenführung der Konjunkturumfragen im Wirtschaftsraum Braunschweig-Wolfsburg mit einer gemeinsamen Veröffentlichung geben. Die Konjunkturumfrage decke dann erstmalig den gesamten Wirtschaftsraum von Wolfsburg bis Goslar und von Peine bis Helmstedt ab. Die Schwesterkammer werde parallel dazu eine Konjunkturumfrage für Nordostniedersachsen durchführen. »Diese Kooperation ist für die IHK Braunschweig insbesondere deswegen außerordentlich wichtig, weil damit die Konjunktur­entwicklungen in der Stadt Wolfsburg und im Landkreis Gifhorn, und damit am Hauptstandort der Volkswagen AG sowie am Standort bedeutender Automobilzulieferer mit in die Ergebnisse für den hiesigen Wirtschaftsraum einfließen«, so Meier. Synergieeffekte erhoffen sich beide Kammern auch in verschiedenen Kooperationsprojekten im Back-Office-Bereich. Das Spektrum reicht hier von einer Harmonisierung des Beschaffungswesens bis zu geplanten IT-Kooperationen. Gemeinsame Gremiensitzungen wurden aktuell bereits umgesetzt, beispielsweise mit einem »Handelsfrühstück« in Wolfsburg sowie einer Verkehrsausschusssitzung.

Um eine Harmonisierung der Vollversammlungsperioden der IHKs Braunschweig und Lüneburg-Wolfsburg zu erreichen, wird das Präsidium der Vollversammlung im Zuge einer ohnehin vorgesehenen Überarbeitung der Wahlordnung der IHK Braunschweig vorschlagen, im Herbst 2020 die Vollversammlung der IHK Braunschweig einmalig für nur drei Jahre bis einschließlich 2023 zu wählen.

Bereits zur Vollversammlung der IHK Braunschweig am 25. September 2018 wird dann ein Kooperationsvertrag zur Beratung und Abstimmung vorgelegt.

Qualität in der Ausbildung

Volker Linde, Leiter des Geschäftsbereiches Aus- und Weiterbildung der IHK Lüneburg-­Wolfsburg und fachpolitischer Sprecher für das Themenfeld Bildung, Aus- und Weiterbildung der IHK Niedersachsen, präsentierte hiernach bei der IHK Lüneburg-Wolfsburg entwickelte Instrumente zur Qualitätssicherung in der Berufsausbildung. Im Einzelnen ging er auf die Projekte »IHK-Ausbildungsbotschafter«, »Dialog Ausbildung« sowie das »Gütesiegel Exzellente Ausbildungsqualität« ein. Für L etzteres, so Linde, laufe derzeit eine Konzeptentwicklung unter Beteiligung von Unternehmen, Gewerkschaften und Berufsschulen. In drei Pilotunter­nehmen liefen bereits Audits und noch im laufenden Jahr soll die Maßnahme großflächig anlaufen. Das Projekt ende mit der Verleihung des Gütesiegels, das für vier Jahre gilt.

»Nach Ablauf dieser vier Jahre ist eine erneute Auditierung vorgesehen. Es handelt sich hierbei um ein kostenpflichtiges Angebot für Unternehmen, die am Audit teilnehmen. Der Qualitätscheck und die Beratung sind zunächst kostenfrei, für das Audit selbst werden je nach Aufwand die der IHK entstehenden Kosten in einer Größenordnung zwischen 700 bis 1400 Euro in Rechnung gestellt«, skizziert Linde.

Vorstellung des Jahres­programms der ­Wirtschaftsjunioren ­Braunschweig

Nachdem die Vollversammlung einstimmig ohne Enthaltung eine neue Satzung für die Prüfung zum Erwerb von Grundqualifikationen der Fahrer/Fahrerinnen im Güterkraft- und Personenverkehr beschloss, stellte Markus Simon als diesjähriger Sprecher der Wirtschaftsjunioren Braunschweig dessen Jahresprogramm vor.

Monatsveranstaltungen führten die Wirtschaftsjunioren 2018 ins Briefzentrum Braunschweig, zu den Löwen-Classics in die VW-Halle sowie ins Unternehmen Unipress in Salzgitter. Besuche im Hotel Ritz-Carlton, im Unternehmen Streiff & Helmold und in den Görge-Frischemärkten stehen in diesem Jahr noch auf der Agenda. Ferner bewerben sich die Wirtschaftsjunioren Braunschweig aktuell um die Ausrichtung der Hanseraum-Konferenz im Jahr 2022.

IHK-Präsident Streiff schaute derweil schon weiter voraus: Mit Blick auf das Jubiläum »50 Jahre Wirtschaftsjunioren Braunschweig« im Jahr 2027 regte er an, zeitnah eine Bewerbung um die Weltkonferenz vorzubereiten.pau

Bild oben: IHK-Präsident Helmut Streiff begrüßte Ursula Heinen-Esser, Vorsitzende der Geschäfts­führung der Bundesgesellschaft für Endlagerung mbH, bei der Vollversammlung.
geschrieben von  pau
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