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Vierter Energietalk: Von der Energiewende zum Unternehmenswandel Montag, 16 April 2018 10:22 Foto: oh

Vierter Energietalk: Von der Energiewende zum Unternehmenswandel

Wie können Unternehmen dem immer größer werdenden Innovationsdruck gerecht werden? Wie sieht die Mobilität der Zukunft aus? Und welche Chancen bietet die Elektromobilität für einen Energieversorger? Diese und andere Fragen diskutierten Vertreter aus Wissenschaft und Wirtschaft im Wasserwerk Bienroder Weg. Anlass war der vierte Energietalk von BS Energy, zu dem das Unternehmen erneut Experten, Unternehmer und Partner eingeladen hatte.



»Die Digitalisierung wird zu einem tiefgreifen­den gesellschaftlichen Wandel führen, der in seiner Tragweite nur mit den großen, technologisch getriebenen Entwicklungen wie beispielsweise der Mechanisierung oder Elektrifizierung vergleichbar ist«, betonte Professor Dr.-Ing. Guido H. Baltes, Direktor des Instituts für Strategische Innovation und Technologiemanagement, Hochschule Konstanz, dessen Vortrag das Programm eröffnete. Unternehmen müssten immer schneller auf Veränderungen am Markt reagieren. Diese Herausforderung lasse sich nur mit Flexibilität und Kreativität bewältigen. In Sachen Innovation, so Baltes‘ Diagnose, hinke Deutschland aktuell hinterher. »Während man hierzulande diskutiert, ob die Dieseltechnologie eine Zukunft habe, ist die Entscheidung für die Elektromobilität global längst gefallen.«

Vor- und Nachteile ­verschiedener Antriebe

Dr. Kathrin Goldammer, Geschäftsführerin des Reiner Lemoine Institut Berlin, zeigte in ihrem Vortrag Vor- und Nachteile verschiedener alternativer Antriebe auf. Mit Hilfe einer Smartphone-App fragte Sie die Einstellung der Gäste zur Elektromobilität ab. Während die Teilnehmer davon überzeugt waren, dass sich die Elektromobilität langfristig durchsetzen werde, sahen sie die geringe Reichweite als größtes Manko an.

Wie ein Unternehmen aus der Energiewirtschaft dem wachsenden Innovationsdruck begegnen kann, zeigte Paul Anfang, stellvertretender Vorstandsvorsitzender von BS Energy und IHK-Vollversammlungsmitglied, in einem Vortrag am Beispiel der Elektromobilität. Diese habe sich in den letzten Jahren zu einem aussichtsreichen Geschäftsfeld entwickelt. Für das laufende Jahr plane BS Energy gleich mehrere Maßnahmen, darunter die Erweiterung der Firmenflotte um 38 Fahrzeuge mit alternativem Antrieb. Im Rahmen einer durch Veolia geförderten Forschungskooperation mit der TU Braunschweig sollen dagegen die Auswirkungen von Elektromobilität auf das Niederspannungsnetz erforscht und neue Technologien getestet werden. Die gesammelten Erfahrungen könnten dabei auch Flottenbetreibern aus der Region zu Gute kommen.

Schluss- und Höhepunkt des Programms bildete eine Diskussionsrunde, an der Guido Baltes, Gerhard Künne (Leiter Geschäftsbereich Mobility Unit VW Financial Services AG), Kathrin Goldammer und Paul Anfang teilnahmen. Ob sich die Politik nicht stärker an der Verwirklichung mobiler Innovationen beteiligen müsse, wollte Moderator Professor Andreas Grübel (FH Münster/ TU Berlin) von den Diskussionsteilnehmern wissen. In den großen Städten, prognostizierte Professor Baltes, werde der individuelle Verkehr zunehmend an Bedeutung verlieren. Den Kommunen werde vor diesem Hintergrund die Aufgabe zukommen, die städtische Flotte zu koordinieren und zu managen. Gerhard Künne betonte, dass der Erfolg der Elektromobilität entscheidend von einer gut ausgebauten Ladeinfrastruktur abhänge. Sein Wunsch: In drei Jahren solle diese mit dem Tankstellennetz mithalten können. Paul Anfang forderte dagegen eine Versachlichung der öffentlichen Debatte: »Wir sollten das Thema Mobilität weniger emotional angehen, um zu guten und gesellschaftlich akzeptierten Lösungen zu gelangen«, so der BS Energy-Vorstand.

Weitere Vorträge hielten Patrick Cordes, Manager Mews Partners München, (Thema: Agiles Projektmanagement) und Angela ­Pietroni, Senior Manager Energy Brainpool Berlin (Thema: Ausblick Energiemarkt).

Bild oben: (V. l. n. r.:) Guido Baltes, Paul Anfang, Kathrin Goldammer, Gerhard Künne und Andreas Grübel.
geschrieben von  wo
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