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Starkes Ergebnis für VW-Konzern – trotz Diesel­thematik Mittwoch, 28 März 2018 09:21 Foto: Volkswagen AG

Starkes Ergebnis für VW-Konzern – trotz Diesel­thematik

Das Geschäftsjahr 2017 hat der Volkswagen Konzern erfolgreich abgeschlossen. Bei fast allen wesentlichen Kennzahlen wurden Rekordwerte erzielt, allen voran bei den ausgelieferten Fahrzeugen: 10,7 Millionen Kunden weltweit haben sich im letzten Jahr für ein Modell einer Konzernmarke entschieden. Darin enthalten sind die Verkäufe der chinesischen Joint Ventures, die im Berichtsjahr 2017 (inklusive Hongkong und Importe) 4,2 Millionen Fahrzeuge an Kunden ausgeliefert haben. Das waren 5,1 Prozent mehr als ein Jahr zuvor.



Auch der Konzernumsatz stieg 2017 auf eine Bestmarke. »Die Umsatzerlöse des Konzerns lagen mit 230,7 Milliarden Euro um 6,2 Prozent über dem Vorjahreswert, damit haben wir einen neuen Rekordwert erzielt«, erläuterte Finanzvorstand Frank Witter auf der Bilanzpressekonferenz am 13. März in Berlin. Auch das operative Ergebnis fiel sowohl vor als auch nach Sondereinflüssen so gut aus wie nie zuvor – es betrug vor Sondereinflüssen 17,0 Milliarden Euro, nach Sondereinflüssen 13,8 Milliarden Euro. Die operative Rendite vor Sondereinflüssen stieg von 6,7 auf 7,4 Prozent.

Insgesamt belasteten im abgelaufenen Geschäftsjahr Sondereinflüsse aus der Diesel­thematik von -3,2 Milliarden Euro das operative Ergebnis, nach -6,4 Milliarden Euro im Vorjahr. Diese Belastungen im abgelaufenen Geschäftsjahr beruhten im Wesentlichen auf höheren Aufwendungen für Rückkauf- beziehungsweise Nachrüstprogramme in Nord­amerika sowie auf höheren Rechtsrisiken.

Das Finanzergebnis 2017 ging gegenüber dem Vorjahr von 0,2 auf 0,1 Milliarden Euro zurück. Das Ergebnis vor Steuern stieg im Berichtsjahr auf 13,9 Milliarden Euro und übertraf den Vorjahreswert um 6,6 Milliarden Euro. Das Ergebnis nach Steuern belief sich auf 11,6 (5,4) Mrd. Euro. Mit 16,3 (26,2) Prozent war die Steuerquote 2017 deutlich geringer. Grund war die zu Jahresende beschlossene US-Steuer­reform, die zu einem einmaligen positiven, nicht liquiditätswirksamen Bewertungseffekt in Höhe von 1,0 Milliarden Euro führte.

Bei den Forschungs- und Entwicklungs­kosten standen 2017 neben neuen Modellen die Elektrifizierung des Fahrzeugportfolios, eine effizientere Motorenpalette sowie die Digitalisierung im Mittelpunkt. Die Sachinvestitionen im Konzernbereich Automobile lagen mit 12,6 (12,8) Milliarden Euro auf Niveau des Vorjahres. Mit voller Kraft möchte der Volkswagen Konzern den Wandel zur Elektromobilität vorantreiben: An weltweit 16 Standorten sollen bis Ende 2022 batterieelektrische Fahrzeuge produziert werden. Um Batteriekapazitäten für diesen massiven Ausbau zu sichern, wurden bereits Partnerschaften mit Batterieherstellern für Europa und für China vereinbart. Die bisher beauftragten Umfänge belaufen sich auf ein Volumen von rund 20 Milliarden Euro.

Das Zukunftsthema Digitalisierung treibt im Konzern unterdessen ein eigener Vorstandsausschuss unter der Leitung von Konzernchef Matthias Müller voran. »Die Zukunft der Mobilität gewinnt langsam Konturen, genauso wie die künftige Gestalt des Volkswagen Konzerns«, so der Vorstandsvorsitzende in Berlin. Bestes Beispiel dafür sei der Sedric, mit dem VW die Potenziale des vollautonomen Fahrens erstmals gezeigt hat. Der im Konzern entworfene, autonom fahrende Schulbus werde künftig »bei einer unserer Konzernmarken in Richtung Serie weiterentwickelt«, kündigte Müller an.
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