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Lassen Sie Ihren Azubis die Haare zu Berge stehen: Unternehmen für die Ausbildung zum Physiklaboranten gesucht Montag, 05 März 2018 09:45 Foto: Privat

Lassen Sie Ihren Azubis die Haare zu Berge stehen: Unternehmen für die Ausbildung zum Physiklaboranten gesucht

Der Weg zum Physiklaboranten führt über eine dreieinhalbjährige Ausbildung. In dieser Zeit erwerben die Azubis ihre Kenntnisse im Betrieb und in der Berufsschule. Der Ausbildungsbetrieb vermittelt die praktischen Kenntnisse zu den physikalischen Grundlagen und die späteren Aufgabenbereiche wie Werkstoffkunde, Messverfahren und Messtechnik, Anlagentechnik sowie Elektrochemie und Elektrotechnik. Mit einem Bandgenerator können Sie Ihren Auszubildenden auch schon mal sprichwörtlich die Haare zu Berge stehen lassen. Neben Hochschulen und physikalischen Forschungseinrichtungen können Physiklaboranten auch in der Elektro-, Glas- und Baustoffindustrie ausgebildet werden. Silke Remusch, Physiklaborantin und verantwortliche Ausbilderin bei der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt (PTB), wünscht sich mehr Unternehmen, die Physiklaboranten ausbilden.

wirtschaft: Frau Remusch, was ist das Besondere an dem Ausbildungsberuf?

Remusch: Es sind die Vielseitigkeit und die Mess­technik auf höchstem Niveau. Genaue Messungen sind in sehr vielen Bereichen des täglichen Lebens wichtig: Beim Arzt und im Krankenhaus, in der industriellen Produktion, im Handel – überall sorgen exakte Messungen für Sicherheit, Vertrauen und Gerechtigkeit. Zudem sind Physiklaboranten maßgeblich an der Umsetzung von technischen Abläufen beteiligt, arbeiten unter anderem in der Produktion, in der Qualitäts­sicherung oder Forschung. In Teamarbeit tragen sie gemeinsam mit Naturwissenschaftlern und Ingenieuren zur Entwicklung neuer Techno­logien und innovativer Materialien bei.

wirtschaft: Wie viele Unternehmen bilden den Beruf Physiklaborant derzeit in Braunschweig und Umgebung aus?

Remusch: In Braunschweig sind es drei. Die PTB, die TU und das Fraunhofer IST. Wir würden uns freuen, wenn wir den Kreis der Ausbildenden noch vergrößern könnten.

wirtschaft: Wie ist die Zusammenarbeit mit den beiden anderen Unternehmen, die Physik­laboranten ausbilden?

Remusch: Es besteht eine sehr gute Zusammenarbeit. Die Ausbildungsbetriebe unterstützen sich gegenseitig in der Ausbildung mit gemeinsamen Praktika, Prüfungsvorbereitungen und vielem mehr. Mit der Berufsschule besteht ebenfalls eine enge Zusammenarbeit. So ist es möglich, dass die Bedürfnisse der Ausbildungsbetriebe bei der Gestaltung des schulischen Lehrplans berücksichtigt werden. Die Ausbilder der drei Unternehmen haben einen Ausbilderarbeitskreis gegründet, in dem sie aktuelle Themen diskutieren und gemeinsame Projekte erarbeiten.

wirtschaft: Welche Anforderungen müssen Betriebe erfüllen, um auszubilden?

Remusch: Natürlich wird ein Mitarbeiter benötigt, der für die Ausbildung verantwortlich ist und diese koordiniert oder selbst durchführt. Außerdem wird ein Arbeitsplatz für den Auszubildenden benötigt, der mit einem PC und den grundlegenden Materialien zur Durchführung von physikalischen Messmethoden und Versuchen ausgestattet ist.

wirtschaft: Spielt die Unternehmensgröße eine Rolle bei der Ausbildung?

Remusch: Nicht direkt. Größere Betriebe bieten, wie bei allen anderen Ausbildungsberufen auch, mehr Möglichkeiten, die Ausbildung themenabhängig auf unterschiedliche Fachbereiche zu verteilen.

wirtschaft: Wie sieht der interne Ausbildungsplan bei der PTB aus? Welche Abteilungen werden durchlaufen?

Remusch: Im ersten Ausbildungsjahr findet eine zentrale Ausbildung im sogenannten Physikpraktikum statt, bei der grundlegende theoretische Kenntnisse und praktische Fertigkeiten vermittelt werden. In den folgenden zwei Jahren durchlaufen die angehenden Physiklaboranten verschiedene Fachbereiche der PTB. In den Arbeitsgruppen arbeiten sie Hand in Hand mit den Wissenschaftlern. Die Auszubildenden lernen anhand praktischer Aufgaben und werden von Fachleuten wie Meistern, Technikern, Ingenieuren und Wissenschaftlern begleitet. Sie übernehmen beispielsweise Wartungs- und Instandhaltungsaufgaben an Anlagen und Geräten, führen Experimente durch und nehmen Messdaten auf, protokollieren sie und führen rechnergestützte Auswertungen durch. Zudem prüfen sie die Qualität von Materialien und Produkten. Während dieser Zeit finden sich die Auszubildenden regelmäßig im Physikpraktikum ein, um Versuche durchzuführen, weiterführende Lehrgänge zu absolvieren und um das Berichtsheft zu führen. Die letzten vier Monate werden für Wiederholungen und die Prüfungsvorbereitung genutzt.

wirtschaft: Welche Anforderungen haben Sie an Ihre zukünftigen Auszubildenden?

Remusch: Wir fordern eine gute Schulnote in Mathematik, denn ohne Mathematik geht gar nichts in der Physik. Wichtig ist außerdem das Interesse an den Naturwissenschaften sowie die Fähigkeit, strukturiert, selbstständig, verantwortungsbewusst, zielorientiert und gewissenhaft zu arbeiten. Für die Ausbildung wird mindestens ein Sekundarabschluss I (Realschule) vorausgesetzt.

wirtschaft: Wo gehen die Physiklaboranten zur Berufsschule? Wie oft findet der Unterricht statt?

Remusch: Für den schulischen Teil ist die Johannes-Selenka-Schule zuständig. Die Berufsbildende Schule befindet sich am Inselwall und ist daher gut mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen. Im ersten Ausbildungsjahr findet der Berufsschulunterricht an zwei Tagen in der Woche statt. Ab dem zweiten Ausbildungsjahr an einem Tag in der Woche.

wirtschaft: Gibt es einen Durchschnittswert, wieviel die Ausbildung eines Physiklaboranten kostet?

Remusch: Am Beispiel von Physiklaboranten gerechnet betragen die Personalkosten je Azubi (inklusive der Arbeitgeberanteile zur Sozialversicherung) für dreieinhalb Jahre Ausbildungsdauer rund 42 000 Euro.

wirtschaft: Was würden Sie anderen Betrieben, die den Beruf ausbilden möchten, gerne mit auf den Weg geben?

Remusch: Physiklaborant ist ein zukunftsorientierter Beruf mit vielseitigen praktischen Fertigkeiten. Überall dort wo geforscht, geprüft, konstruiert, entwickelt und gemessen wird, können Physiklaboranten vielseitig eingesetzt werden. Es gibt keinen anderen Ausbildungsberuf, indem die Grundlagen der Physik in Kombination mit der Elektrotechnik und Metallbearbeitung in diesem Maß vermittelt wird. Gern unterstützt der bestehende Ausbilderarbeitskreis bei der Umsetzung der Ausbildung von Physiklaboranten. Der Gewinn für jeden Betrieb ist unbezahlbar, denn Sie können sich die Mitarbeiter in der Fachrichtung/Spezialisierung so ausbilden wie sie es für Ihren Betrieb benötigen. Schauen Sie hier: http://physiklaboranten.de/berufsbild.

Silke Remusch ist sich sicher, dass viele Ausbildungsbetriebe aus dem Bezirk der IHK Braunschweig Physiklaboranten ausbilden könnten. Wenn Sie Interesse haben, Physiklaboranten auszubilden oder den Kontakt zum oben genannten Ausbilderkreis wünschen, melden Sie sich gerne in der IHK Braunschweig.

Ansprechpartnerin:
Charléne John, Tel.: 0531 4715-238, E-Mail: charlene.john@braunschweig.ihk.de

Bild ganz oben: Silke Remusch, Ausbilderin bei der PTB.

geschrieben von  wo
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