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Wie kommt man  am besten in die Tageszeitung? Montag, 08 September 2014 00:00 Foto: okerland-international

Wie kommt man am besten in die Tageszeitung?

Viele Firmen und Unternehmer beklagen sich, dass ihre Presse­mitteilungen nicht genügend berücksichtigt werden und sind häufig unsicher im Umgang mit Journalisten. Nicht selten haben sie eine kritische Distanz oder gar Ablehnung gegenüber Journalisten. Einige berichten auch, sie hätten schlechte Erfahrungen gemacht. Zum einen liegt das vielfach daran, dass den Firmenchefs wenig vom journalistischen Alltag und den redaktionellen Abläufen bekannt ist, zum anderen wird das Medienbild in den Köpfen vieler Unternehmer von zahlreichen Vorurteilen geprägt.

Andreas Schweiger und Katharina Vössing, die den Wirtschaftsteil der Braunschweiger Zeitung betreuen, geben am 8. November in einem Seminar in der IHK Tipps für den Weg in die Tageszeitung. Das Presseseminar stößt seit einigen Jahren bei den Teilnehmern auf eine positive Resonanz.

Welche Themen sind für die Tageszeitung überhaupt interessant? Wie sieht eine optimale Pressemitteilung aus? Was sollte beachtet werden, wenn man mit Journalisten Kontakt aufnimmt?

Jede Menge Vorurteile

»Die Häufigkeit der Zusendung von Presse­informationen ist jedenfalls kein Auswahlkriterium, ebenso wenig hat die Länge der Presse­erklärung einen Einfluss auf die Länge des veröffentlichten Berichtes«, erläutert Katharina Vössing die kleinen und manchmal auch großen Irrtümer darüber, wie Pressearbeit funktioniert.

Die Informationen müssen für den Leser interessant sein, umreißt Vössing die wichtigste Voraussetzung, um in die Zeitung zu kommen: »Fragen Sie sich vor jeder Pressemeldung, die Sie herausgeben wollen: Wen interessiert das eigentlich?«

Unternehmer, die mit Journalisten umgehen, sollten auch bedenken, dass die journalistische Arbeit fast immer unter Zeitdruck geschehe. Lediglich fünf Prozent des bei der Wirtschaftsredaktion einer Tageszeitung eingehenden Materials werde veröffentlicht.

Wer unsicher ist, ob ein Thema für die Tageszeitung interessant ist, sollte einfach zum Telefonhörer greifen, sagen Andreas Schweiger und Katharina Vössing.

Die beiden Wirtschaftsjournalisten verraten in ihrem Seminar auch, zu welchen Tageszeiten ein Anruf besonders günstig ist. Sie gehen außerdem darauf ein, ob die Pressetexte lieber per Post, per Fax oder E-Mail verschickt werden sollten.
Nicht zuletzt wird auch die Frage beantwortet, ob man den Journalisten nach dem Presse­gespräch noch einmal um das Manuskript ­bitten darf oder ihn mit diesem Ansinnen eher ver­ärgert.

Wie man beim Interview Enttäuschungen ­vermeidet

Wie verhält man sich richtig, wenn man von einem Journalisten um ein Interview gebeten wird? »Ein Interview ist ein Vertrag, und deshalb sollte man die Vorgehensweise genau absprechen, um Enttäuschungen zu vermeiden«, betont Andreas Schweiger.

 

Der Aufbau und die Pflege von Presseverteilern, so der Zeitungs-Routinier, erfolge bei vielen Unternehmen eher halbherzig. Entsprechend groß sei die Zahl der »Kartei­leichen«. Er weist darauf hin, dass in vielen Betrieben ein klares Konzept für die Pressearbeit fehlt. Um sicherzugehen, dass der Pressetext nicht ungelesen im Papierkorb landet, empfiehlt Schweiger, den Text an das zuständige Ressort der Zeitung zu senden.

Themen wie Sand am Meer

Wie sollte eine gute Presseinformation geschrieben sein? »Formulieren Sie so einfach wie möglich und widerstehen Sie der Verlockung, Eigenwerbung und -lob unterzubringen«, betont Schweiger. Pressearbeit sei kein »billiger« Anzeigenersatz.

»Wer erfolgreiche Presse­arbeit machen will, muss sich in die Denke der ­Journalisten hinein­versetzen und den ­richtigen Ton treffen«

Unternehmensentwicklung, Geschäftseröffnung, Betriebsjubiläum: Die Themen, um in die Tageszeitung zu kommen, sind viel­fältig. Der bekannte Leitsatz: »Tue Gutes und rede darüber!« darf aber nicht zu Missverständnissen führen. Die Glaubwürdigkeit und den ­Respekt der Öffentlichkeit gewinnt nur der­jenige, der auch bereit ist, unangenehme Neuigkeiten zu kommunizieren.

Wo Licht ist, ist auch Schatten. Bei der Presse­arbeit geht es nicht nur um die Schokoladenseiten. »Dass man nicht über alles spricht, ist selbstverständlich«, sagen Schweiger und ­Vössing und verweisen darauf, dass man sich bei guten Journalisten im Übrigen auch auf deren Diskretion verlassen kann.
Pressearbeit ist ein Wettbewerbsvorteil

Jeder Betrieb kann und muss sich dem Thema »Pressearbeit« stellen, da das Image und die Wirkung in der Öffentlichkeit ein entscheidender Faktor im Wettbewerb geworden ist. »Der vertrauensvolle Umgang mit Journalisten ist eine entscheidende Basis für eine gute und ausgewogene Berichterstattung«, ermutigen Andreas Schweiger und Katharina Vössing­ Firmen und Unternehmer zu einer offen­siveren Pressearbeit.

Die beiden Wirtschaftsredakteure Andreas Schweiger (l.) und ­Katharina Vössing geben am 8. November in einem Seminar einen Überblick über das Einmaleins praktischer Pressearbeit, sagen, was im Umgang mit Journalisten zu beachten ist und beantworten die Frage »Was ist überhaupt interessant für die Zeitung?«. Zwar werde die Bedeutung der Medien auch von vielen kleinen und mittleren ­Unternehmen erkannt. »Sie halten sich aber dennoch zurück, auch wenn sie etwas zu sagen haben. Meistens ist es die Angst oder zumindest das Unbehagen vor den scheinbar undurchschaubaren Spielregeln der Presse«, sagen Andreas Schweiger und Katharina Vössing.

geschrieben von  wo
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