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Was wir von der Bredex GmbH lernen können Dienstag, 09 Januar 2018 15:41 Foto: André Pause

Was wir von der Bredex GmbH lernen können

Zufriedene Mitarbeiter und glückliche Kunden sind kein Zufallsprodukt. Die 1987 aus einem Wohnzimmer heraus gegründete Bredex GmbH schafft individuelle Software-Lösungen für Unternehmen und Endkunden, bietet in ihrem Portfolio Beratung, Qualitätssicherung und Schulungsleistungen und hat sich in den 30 Jahren ihres Bestehens zum prosperierenden mittelständischen Unternehmen entwickelt. Sämtliche Herausforderungen wurden gemeistert, indem man »drangeblieben« ist. Das Erfolgsrezept ist nicht geheim, es lautet: Gemeinsinn. Heute arbeiten 80 Mitarbeiter – Entwickler, Tester, Berater, Marketing-­Fachleute, Auszubildende, Studenten und Praktikanten – für die in der Braunschweiger Linden­twete ansässige Firma.

Arbeit in der Region, für die Region

Großen Wert legen die Geschäftsführer Andreas Vogel, Ulrich Obst und Achim Lörke seit jeher auf Langfristigkeit. Mitarbeiter werden unbefristet eingestellt, individuell aufgebaut und gefördert. Die Basis für diese Vorgehensweise hat sich das Unternehmen aus eigener Kraft geschaffen. »Wir sind seit vielen Jahren hier in der Region unterwegs, um den Standort weiter zu fördern. Wir bringen uns aktiv ein, haben vor fünf Jahren mit Federated IT die erste größere IT-Kooperation mitgegründet und waren vor zwei Jahren am Zustandekommen der i3systems beteiligt. Wir wollten zeigen, dass es hier spannende Aufgaben und hochqualifizierte Mitarbeiter gibt. Dafür muss man nicht in andere Metropolen fahren.« Dass unsere Region zu den sieben IT-Topadressen in Deutschland gehört, und dass man hier ein durchaus attraktives Lebensumfeld vorfindet, mit der Nähe zum Harz und zu größeren Städten, sei einfach noch zu wenigen bewusst, meint Andreas Vogel. »Es ist uns durchaus ein Anliegen, das nach außen zu tragen, auch wenn wir jetzt kein riesiges Unternehmen sind. Wir versuchen diesbezüglich unseren Baustein dazuzulegen, sind nach innen bestrebt, uns als Arbeitgeber so zu präsentieren und zu positionieren, dass wir für unsere Mitarbeiter ein topattraktiver Arbeitgeber sind.«

Bredex hört zu

Dies geschehe auf unterschiedlichen Wegen. Einer von ihnen ist der über ein vielseitiges Angebot an sozialen, oft sportlichen Aktivitäten. Gemeinsam geht es mit Teilen der Belegschaft unter anderem zum Badminton, zum Fußball und zum Bouldern. Oder Marketingleiterin Dagmara Kotanyi bietet als ausgebildete Yoga-Lehrerin Stunden an. Die Wünsche der Mitarbeiter werden regelmäßig abgefragt und umgesetzt, sagt Kotanyi: »Das ist elementar. Bredex hört seinen Mitarbeitern aufmerksam zu – und berücksichtigt die Interessen.«

Und auf nichtsportlicher Ebene? Da wird in persönlichen Gesprächen die individuelle Weiter­entwicklung vorausgeplant. Die gemeinsame Schlagrichtung des gesamten Teams behalte man, auch wenn das ab einer bestimmten Firmengröße schwierig sei, im Hinterkopf. »Wir haben ein Wertemodell, nach dem wir zusammenarbeiten. Insbesondere die Transparenz bezogen auf das, was in der Firma passiert, halten wir sehr hoch«, betont Vogel. Einmal pro Woche für jeweils eine Stunde versammle sich die komplette Firma zur internen Weiterbildung. Macht insgesamt knapp 50 Stunden für jeden. Zum Tragen kommen dabei neben fachlichen, eher technologischen Fragen, auch Prozessthemen oder die Arbeit an Softskills. Turnusmäßig stehen zudem Berichte aus der Geschäftsführung auf dem Programm, wo alles, was die strategische Ausrichtung des Hauses anbelangt, angesprochen wird. »Da stellen wir uns der gesamten Mitarbeiterschaft. Zum einen geht es dann um grundsätzliche Informationen, aber auch darum, Feedback zu bekommen und aufzunehmen.«

Neben der persönlichen Ansprache hat Bredex als moderne IT-Firma ein Kommunikationstool für den Austausch untereinander im Einsatz, mit dem Mitarbeiter am Arbeitsplatz aber auch unterwegs immer darüber informiert sind, was gerade passiert. Dabei reichen die Beiträge von neusten Nachrichten des Informationsteams bis zur Einladung auf eine gemütliche Glühweinrunde.

Offene Kommunikation

Um den lebendigen Austausch, eine offene Kommunikationskultur im Haus zu gewährleisten, wichen viele Wände. Sie wurden eingerissen, ganz veritabel. So wurden aus engen Fluren breite, aus geschlossenen Büros wurden offene. Daneben gibt es eine große Küche, einen Dachgarten, eine Terrasse, auf der alle zwei Wochen Grillabende stattfinden, und mehrere Rückzugsinseln. Eine von ihnen besteht aus zwei Strandkörben, für Besprechungen oder die Still­arbeit mit dem Laptop. Das sei schon deshalb angebracht, so Vogel, »weil der Lärmpegel im Büro für manche Tätigkeiten einfach zu hoch ist und das Telefon ständig klingelt.« Grundsätzlich versuche Bredex, im Sinne einer ausgewogenen Work-Life-Balance das Leben mit der Arbeit zu vereinbaren. Das immer wieder heiß diskutierte Thema Home-Office bildet für Geschäftsführer Vogel allerdings nur einen Ausschnitt: »Remote Arbeit ist das Thema. Wir arbeiten beispielsweise gemeinsam mit Partnern, die in Ungarn sitzen oder in der ganzen Region verteilt sind. Das heißt, dass wir schon eine Infrastruktur haben, die wir weiter ausbauen, um das verteilte Arbeiten zu unterstützen. Bis zu einem gewissen Grad. Ich persönlich möchte weiterhin eine Firma haben, die mit einer gewissen Identität arbeitet. Es gibt große Unternehmen, die aus einer kompletten Verteilung bestehen. Da stelle ich mir die Vermittlung einer gemeinsamen Vision dann schon extrem schwer vor.«

New Work – Möglichkeiten der Digitalisierung

Nichtsdestotrotz habe man bei Bredex Relikte wie Kernarbeitszeiten abgeschafft. Nun gebe es zwar eine feste abzuleistende Stundenzahl pro Woche, aber keine Verpflichtung mehr, zu einer bestimmten Uhrzeit im Büro zu sein. Nur mit dem jeweiligen Team müsse alles abgesprochen werden. Wenn die Arbeit erledigt und der Kunde zufrieden ist, sei alles gut. Das Thema New Work, so Vogel, gehe man so an, dass alles, was die Digitalisierung an Möglichkeiten bietet, genutzt wird. Gerade beteilige man sich an einem Forschungsvorhaben. »Es ist unser Interesse, da vorwärtszukommen«, skizziert der Geschäftsführer, der im Beirat des Arbeit­geberverbandes Region Braunschweig sitzt.

Wie offen die Menschen für neue Arbeitsformen sind, hänge stark von der Branche ab, hat Vogel beobachtet: »Es gibt Mitarbeiter, die werden von unten nach oben getrieben, da fordern insbesondere junge Leute bestimmte Dinge ein. Einem Vertreter der Generation Y, der auf dem Weg zum Projektleiter ist, kann ich einen Firmenwagen anbieten. Der sagt dann aber vielleicht: So richtig spannend finde ich das jetzt nicht. Ich hätte gerne dieses oder jenes Laptop, und die Möglichkeit, eine bestimmte Stundenzahl von zuhause zu arbeiten. Das ist für etwas ältere Menschen, die noch in Statussymbolen denken, schwierig zu verstehen. Das, was ich heute eigentlich anbieten muss, ist Flexibilität, Einbindung privater Interessen. Und die sind total unterschiedlich.«

Die schlauesten Köpfe

Die Bredex GmbH setzt im Rennen um die schlauesten Köpfe verstärkt auf frühe Bindung und Einbindung. Seit vier Jahren beispielsweise besteht eine Kooperation mit der Gaußschule, und auch sonst gehe man verstärkt in die Schulen. Dabei werfe man »nicht einfach so Fördersummen über den Zaun«. Sehr viel wichtiger sei es zu zeigen, was moderne IT ausmacht: Teamwork und wohl definierte Prozesse. »Es gibt ja das alte Bild vom Nerd, der irgendwo mit seiner dicken Hornbrille im Keller sitzt. Ein anderes suggeriert, dass jetzt alle mit einer VR-Brille vor der Nase rumlaufen. Um Gottes Willen! Das sind wir nicht, und das wollen wir auch nicht sein«, lacht Andreas Vogel. Dem Bild werde durch Veranstaltungen wie der ITvention entgegengewirkt. Mit Erfolg. Aktuell sind neun der 80 Mitarbeiter Auszubildende oder dual Studierende. Zudem werden bei Bredex zeitweilig bis zu vier Bachelor- oder Masterarbeiten betreut. Mit der TU arbeitet der Softwareentwickler eng zusammen, bei der Ostfalia Hochschule sponsert das Unternehmen ein Stipendium.

Bild oben: Neben individuellen Software-Lösungen bietet die Bredex GmbH in der Linden­twete unter anderem auch Schulungsleistungen an.
geschrieben von  pau
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