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Leben im Hier und Jetzt Donnerstag, 30 November 2017 08:51 Foto: André Pause

Leben im Hier und Jetzt

Falk-Martin Drescher als Hans Dampf in allen Gassen zu bezeichnen erscheint nicht abwegig. Schließlich ist der 26-Jährige auffällig oft mit großem Engagement mit von der Partie, wenn es in Braunschweig etwas zu gestalten gibt. Seit dem 1. Dezember verantwortet er als Head of Content der Agentur Media World GmbH ein journalistisches Produkt, das ab Februar 2018 mit dem thematischen Dreiklang Lifestyle, Trends und Arbeitskultur Leser in der Region Braunschweig-Wolfsburg erreichen soll. »Y« lautet der Titel des geplanten Quarterlys, angelehnt an den Begriff der gleichnamigen Bevölkerungskohorte. Wir haben den kreativen Kopf zuhause besucht.



Die Dachgeschosswohnung im Hagenring, das sticht sofort ins Auge, ist üppig begrünt. Rund 30 Pflanzen hat Falk-Martin Drescher im gesamten Wohnbereich drapiert: »Ich finde, dass Pflanzen Atmosphäre machen. Mir geben sie vor allem Ruhe – es sei denn, ich muss gießen, dann bin ich eine Weile unterwegs«, lächelt der Jetzt-wieder-Journalist. Seine Stelle als Projektleiter Citymanagement beim Braunschweiger Stadtmarketing hat er nach reiflicher Über­legung aufgegeben. Etwa 15 Monate dauerte der Ausflug. »Die Arbeit hat mir thematisch schon Spaß gemacht. Auf der anderen Seite habe ich festgestellt, dass das Schreiben und das Moderieren wirklich meine Leidenschaft sind. Und da muss ich sagen, hat mir der Journalismus einfach gefehlt.«

Umtriebiger Netzwerker

Zuvor hatte Drescher im BZV-Medienhaus das junge Portal Szene38 um- und vor allem ausgebaut. Seine spätestens zu diesem Zeitpunkt deutlich wahrnehmbare Umtriebigkeit und sein Geschick bei der Arbeit an verschiedensten Schnittstellen sowie im regionalen Netzwerken hatte jetzt wohl auch Media-World-Geschäftsführer Timo Grän für sein »Y«-Projekt im Kopf. Ehrenamtlich ist sein neuer Chefredakteur nicht nur im Presseclub und im Informationskreis für Raumplanung aktiv. Er agiert ebenso als stellvertretender Vorstandsvorsitzender des Friedrich-­Wilhelm-Viertels (»Kultviertel«), Beiratsmitglied im Marketing-Club, im Sprecherteam der Marketingjunioren und Ehrenpräsident des Vereins Kreativregion. Beim Aufzählen muss Drescher selbst ein wenig schmunzeln: »Meine Ehren­ämter nehmen schon einen sehr großen Teil meiner Freizeit ein.«

Partys und Konzerte stehen trotz der Mehrfachbelastung immer noch recht häufig im Terminkalender. Er sei halt sehr entertainmentorientiert und zudem einfach gerne in Bewegung, sagt Drescher. Für den neuen Job sicherlich kein Nachteil. Ansonsten könne er mittlerweile erstaunlich gut abschalten. »Es gibt Leute, die viel mit nach Hause nehmen. Das ist bei mir gar nicht so. Ich versuche ganz stark im Hier und Jetzt zu leben.« Das gelte insbesondere für die gemeinsamen Momente mit Freundin Mareen, eine angehende Ärztin, die in Halle an der Saale lebt. »Sie ist sehr verständnisvoll und empathisch. Vor allem versteht sie, warum ich etwas mache und warum mir das gerade wichtig ist. Ich finde, das ist ein ganz wesentlicher Punkt.«

Abschalten und Reisen

Einen Ausgleich zu Ehrenämtern und zur Arbeit hat er neben dem Lesen im Reisen gefunden. In der Küche seiner Wohnung hängt eine Weltkarte. Europa und die Ostküste Australiens sind vollgepinnt mit kleinen roten Fähnchen. »Ich war vor ein paar Jahren in Down Under und muss zugeben, dass ich davor eigentlich eher ein Reisemuffel war. Zumindest hatte ich das Reisen noch nicht so für mich entdeckt. Nachdem ich im Rahmen eines Roadtrips die ganze Ostküste lang gefahren bin – Brisbane, Sydney und Melbourne gesehen habe – hat mich das Reisefieber gepackt. Das war die Initialzündung, und seither mache ich auch gerne verlängerte Wochenendtrips.« Oslo, Kopenhagen, Stockholm oder Nizza standen da schon auf dem Programm, Lissabon und Helsinki befinden sich aktuell auf der Wunschliste. Im März soll es jedoch erst einmal für ein paar Wochen nach Panama gehen.

Andere Blickwinkel

Oft reise er allein erzählt Drescher: »Ich bin jetzt kein klassischer Backpacker, niemand, der seine Sachen einfach in den Rucksack schmeißt. Ein bisschen bequemer darf es schon sein. Allerdings wandele ich schon gerne abseits der ausgetretenen Pfade. Ich laufe zum Beispiel gerne einfach so die Straßen und Gassen einer Stadt ab. Ich kaufe mir im Urlaub ganz selten Bustickets und miete mir auch kein Auto, sondern gehe fast alles zu Fuß. Da gelangt man an ganz andere Ecken und Orte.« In Nischen gehen, andere Blickwinkel einnehmen – dies sei gewissermaßen Teil seiner Grundhaltung, auch auf den Journalismus bezogen, meint der im Spargeldorf Wipshausen aufgewachsene Wahlbraunschweiger. »Auf die Zwischentöne achten, sich nicht nur von den Highlights blenden lassen, sondern genau hinhören, was wirklich passiert, darauf kommt es an.« Das Schöne schreie eben nicht nach Aufmerksamkeit, danach müsse man schon suchen.

Magazin für die Generation Y

Das will Falk-Martin Drescher ab sofort tun: für »Y«. Komplementär zum eingeführten Magazin »Stadtglanz«, will Media World nun die Zielgruppe der 17 bis 39-Jährigen ansprechen. »Es geht zum einen um die Leute, die jetzt gerade aus der Schule kommen und in die Ausbildung, ins Studium oder ins erste Angestelltenverhältnis starten, aber auch um Freelancer, Marketeers und Start-ups«. Thematisch abstrahierter als in Monats­magazinen soll über Gastronomie, Clubs und Kulturinstitutionen berichtet werden. Einen wesentlichen Schwerpunkt aber werde die Berichterstattung über die sich im Wandel befindliche Arbeitswelt bilden. »Wir wollen zeigen, welche Auswirkungen die Veränderungen auf die Gesellschaft insgesamt haben, aber auch Persönlichkeiten und Gesichter der Generation Y präsentieren.«

Bild oben: Falk-Martin Drescher ist fast immer bei der Arbeit. Neben seinem Hauptjob hat er zahlreiche Ehrenämter inne.
geschrieben von  pau