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Infoveranstaltung: Kaufmann/-frau im E-Commerce Dienstag, 10 April 2018 09:52 Foto: André Pause

Infoveranstaltung: Kaufmann/-frau im E-Commerce

Ab August wird in unserem Kammerbezirk erstmals der neue Beruf Kaufmann/-frau im E-Commerce ausgebildet. Zur Auftaktveranstaltung im Sitzungssaal der IHK trafen sich jetzt ausbildungsinteressierte Unternehmen sowie Vertreter von Schulen und anderen Institutionen.



Katharina Weinert, Abteilungsleiterin Bildungspolitik und Berufsbildung beim Handelsverband Deutschland (HDE), informierte über Inhalte und Gründe zur Schaffung des neuen Ausbildungsberufes sowie Anforderungen an Betriebe und Auszubildende. Als Federführende von Seiten der Arbeitgeber war sie maßgeblich an der Schaffung des Berufsbildes beteiligt. »Dieser Beruf ist zukunftsorientiert und wird Unternehmen die nötigen Fachkräfte zur Verfügung stellen, um in Zukunft im Onlinehandel erfolgreich zu sein«, warb Weinert.

Vielfältige ­Kundenansprache

Der Onlinehandel legt jährlich im zweistelligen Bereich zu. Studien des HDE zufolge profitiert der stationäre Handel in hohem Maße von dieser Entwicklung. Fünfzig Prozent des Umsatzes in stationären Geschäften geht die Informationsbeschaffung im Internet voraus. »Online-Schaufenster gewinnen also weiter an Bedeutung«, macht die Handelsexpertin klar. Ein Vorteil: Die zunehmende Verknüpfung der verschiedenen Einkaufskanäle durch Konsumenten bietet Unternehmen die Chance, ihre Kunden auf vielfältige Weise anzusprechen.

Das Berufsbild Kaufmann/-frau im E-­Commerce wurde bewusst offen formuliert, damit möglichst viele Branchen profitieren. Neben Groß- und Einzelhandelsunternehmen sollen auch Dienstleister und Portalbetreiber Kaufleute im E-Commerce ausbilden. »Selbst eine Autoreparatur können Sie inzwischen komplett online buchen«, referierte IHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Bernd Meier in seiner Begrüßung. Daher sei es umso wichtiger, Berufsbilder regelmäßig zu überarbeiten und bei Bedarf neue zu schaffen.

Besonderheiten und ­Voraussetzungen

Voraussetzung für ausbildungswillige Unternehmen ist, dass das jeweilige Angebot an Waren oder Dienstleistungen über einen Vertriebsweg im Internet angeboten wird. Inhaltliche Besonderheiten der neuen Ausbildung sind berufsbezogenes Fachenglisch, agile Arbeitsweisen, typische Projektarbeit und Projektverständnis im E-Commerce. So muss der Auszubildende im Rahmen der Abschlussprüfung ein Projekt nicht nur eigenständig erarbeiten, sondern dieses in einem Report auch dokumentieren und darüber ein Fachgespräch führen. Zur Auswahl stehen vier Themenkomplexe. Welches infrage kommt? »Schauen Sie, bei welchem Thema Ihr Azubi Sternchen in den Augen hat«, riet Katharina Weinert. »Projekte im E-Commerce gibt es viele, und das tagtäglich. Wenn Sie die Sternchen sehen, haben Sie das richtige Projekt für Ihren Azubi.«

Fachklassen geplant

Die Resonanz auf die einstündige Präsentation, während der man Stecknadeln hätte fallen hören können, war durchweg positiv. »Sie haben ein Feuerwerk entzündet«, sagte ein Unternehmensvertreter begeistert. Viele interessierte Unternehmen klären aktuell, wie sie die Ausbildungsinhalte vermitteln können.

Vor allem der Standort und die Umsetzung der Beschulung sind den Ausbildungsbetrieben für das Recruiting der Auszubildenden wichtig. Niedersachsenweit ist die Bildung von eigenen Fachklassen geplant. Die finale Entscheidung über Standorte der Berufsschulen fällt im April. Vertreter der Landesschulbehörde sowie der Schulen stellten eine Beschulung im Kammerbezirk jedoch unlängst in Aussicht. Schulvertreter luden die Unternehmen ein, gemeinsam mit dem neuen Beruf zu starten und von Beginn an kooperativ zusammenzuarbeiten, um die Ausbildung zu gestalten.

Im Anschluss wollten die Vertreter der Unternehmen vor allem über Voraussetzungen für die Ausbildung aber auch Anforderungen an Auszubildende informiert werden und konnten bereits Termine mit der IHK vereinbaren. Ausbildungsinteressierte erhalten weitere Informationen bei:

Astrid Oldermann, Tel.: 0531 4715-220,
astrid.oldermann@braunschweig.ihk.de
und Bärbel Christ, Tel.: 0531 4715-244,
baerbel.christ@braunschweig.ihk.de.

Bild oben: Astrid Oldermann, Bärbel Christ (beide IHK), Katharina Weinert, Abteilungsleiterin ­Bildungspolitik und Berufsbildung beim HDE, und Jan Hauberg, Abteilungsleiter der Berufsbildung und beruflichen Weiterbildung der IHK Braunschweig (v. l.).
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