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Fit trotz Arthrose Dienstag, 14 November 2017 10:16 Foto: Jörg Scheibe/Klinikum Braunschweig

Fit trotz Arthrose

Es beginnt meist langsam. Zunächst tun die ersten Schritte nach dem Aufstehen weh oder man ist in der Hüfte nicht mehr so beweglich. Mögliche Anzeichen für eine Arthrose. »Das ist der medizinische Fachbegriff für einen ›Gelenkverschleiß‹, der über dem altersüblichen Durchschnitt liegt und auch Knie- und Sprunggelenke betreffen kann«, so Professor Dr. Thomas ­Gösling. »Arthrose gehört mittlerweile weltweit zu den häufigsten chronischen Krankheiten. Jeder Dritte zwischen 40 und 50 Jahren ist betroffen.«

Als Chefarzt der Klinik für Unfallchirurgie und orthopädische Chirurgie des Klinikums Braunschweig ist er täglich mit den unterschiedlichen Formen dieser Gelenkserkrankung konfrontiert. »Eigentlich sind unsere Gelenke für einen lebenslangen Einsatz ausgelegt, aber durch unterschiedliche Ursachen können die Gelenkknorpel geschädigt werden, was ein wesentliches Merkmal der Arthrose ist«, sagt der Mediziner. »Arthrosen sind nicht umkehrbar, das heißt, das geschädigte Knorpelgewebe bildet sich nicht neu und sie verschlimmern sich immer weiter, wenn man nicht rechtzeitig etwas dagegen unternimmt.«

Ursachen der Krankheit

Zu den Hauptursachen gehörten neben Entzündungen oder anlagebedingten Faktoren unter anderem Unfälle oder chronische Belastungsspitzen. Letztere, so Gösling, würden oft durch eine extreme und häufige Überlastung der Gelenke beim Sport oder in bestimmten Berufen hervorgerufen. Eine weitere häufige Ursache sei extremes Übergewicht. Die Gelenke müssten in diesen Fällen einfach zu viel Körpermasse bewegen.

Symptome mildern

Die Diagnose Arthrose bedeute allerdings nicht automatisch, dass das betroffene Gelenk sofort operiert werden muss. »Grundlegend ausschlaggebend bei der Wahl der Behandlung ist nicht das Röntgenbild sondern die individuelle Einschränkung der Lebensqualität«, führt der Chefarzt aus. »Ziel ist es, durch eine frühzeitige Diagnose und Behandlung das betroffene Gelenk in seiner Funktionsfähigkeit zu erhalten, die Symptome zu mildern und dem Betroffenen so viel Lebensqualität wie möglich zu sichern. So kann bereits eine Reduzierung des Körpergewichts oder Physiotherapie zu einer Minderung der Symptome führen und das Fortschreiten der Arthrose verzögern.« Prinzipiell positiv würden sich Sportarten mit fließenden Bewegungen und geringem Kraftaufwand, wie zum Beispiel Schwimmen, Walken oder Radfahren auswirken. Nicht empfehlenswert hingegen seien Ball- und Kontaktsportarten mit abrupten Starts und Stopps. Von Tennis oder Squash wäre bei Arthrose daher eher abzuraten.

Unterschiedliche operative Maßnahmen

Was aber, wenn all diese Maßnahmen nicht greifen oder die Arthrose soweit fortgeschritten ist, das man nicht mehr ohne Schmerzen gehen oder sich bücken kann? »In solchen Fällen versuchen wir mit unterschiedlichen operativen Maßnahmen dem Patienten zu helfen«, erklärt Professor Gösling. »An erster Stelle steht der operative Gelenkerhalt, bei dem durch den Einsatz spezieller Implantate die mechanische Belastung des Gelenkes verändert wird, es aber als solches erhalten bleibt. Dieses ist in der Regel nur in einem frühen Stadium der Arthrose möglich. Ein Beispiel hierfür ist Arthrose bei X- beziehungsweise O-Beinen. Hier kann bis zu einem bestimmten Zeitpunkt durch einen operativen Eingriff die Fehlstellung der Beine korrigiert und damit die Überlastung der Gelenke verringert werden.«

Wenn alle Maßnahmen ausgereizt und auch gelenkerhaltende Eingriffe nicht mehr möglich sind, ist der künstliche Gelenkersatz der letzte Schritt. »Erst wenn keine Alternativen greifen, ersetzen wir das betroffene Gelenk durch ein künstliches«, erläutert der Chirurg. Dabei gelte der künstliche Gelenkersatz als eine der sichersten, standardisiertesten, am besten untersuchten und erfolgreichsten Operationen in der Orthopädie und Unfallchirurgie.

Wiederherstellende ­Eingriffe an allen Gelenken

Im orthopädischen Bereich der Klinik für Unfallchirurgie und Orthopädische Chirurgie des Klinikums Braunschweig werden wieder­herstellende Eingriffe an allen Gelenken durchgeführt. Die Klinik ist spezialisiert auf die Behandlung von gutartigen und bösartigen Erkrankungen von Knochen und Weichgeweben inklusive des endoprothetischen Ersatzes und bietet nahezu alle wissenschaftlich anerkannten nicht-operativen und operativen Behandlungsmethoden sowie eine Zahl an regenerativen und minimal-invasiven Behandlungsverfahren an. Im Verbund mit den anderen Abteilungen des Klinikums verfügt sie zudem über ein fachübergreifendes Netzwerk zur Behandlung schwierigster Erkrankungen.

Für Professor Gösling ist deshalb sicher: »Trotz Arthrose kann man bei der entsprechenden Behandlung fit sein und ein hohes Maß an Lebensqualität genießen.«

geschrieben von  wo