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Zeitarbeitsfirmen sind oft die ­besseren ­Arbeitgeber! Dienstag, 24 Oktober 2017 08:49 Foto: oh

Zeitarbeitsfirmen sind oft die ­besseren ­Arbeitgeber!

Als mein Schwager zur Jahrtausendwende im Alter von 45 Jahren nach 25-jähriger Tätigkeit im Öffentlichen Dienst (zuletzt als Leiter der Abteilung Sozialleistungen) selber kündigte und als Leiharbeiter zu einer Zeitarbeitsfirma wechselte, bekam er seitens unserer Familie Beifall.

Nicht nur, dass er das Stigma los wurde, nicht zu arbeiten. Auch seine Arbeitsbedingungen wurden – bei mindestens gleichem Verdienst für die gleiche Tätigkeit, zuzüglich über­betrieblicher Altersversorgung und einem Dienstwagen obendrauf – erheblich besser. Mittler­weile arbeitet er seit 18 Jahren höchst zufrieden als Zeitarbeiter. Und in etwa fünf Jahren beabsichtigt er als solcher in Rente zu gehen.

Auch in Deutschland sind immer mehr Personen in der Zeitarbeit und somit in vermeintlich prekärer Beschäftigung tätig. Dies aber, so wie die taz im Juli dieses Jahres über Pflegepersonal in der Zeitarbeit berichtete: aus absolut freien Stücken! »Innerhalb eines Jahres ist der Anteil von Pflegenden in der Leiharbeit um 20 Prozent gestiegen. Die Arbeitsbelastung ist geringer als in einer Festanstellung, die Bezahlung oft besser«, heißt es dort. Meine Frau und ich kennen das bestens aus der von uns seit 1996 gemeinsam geführten Zeitarbeitsfirma. Auch bei uns sind circa fünf Prozent unserer Mitarbeiter seit mehr als 20 Jahren ohne Unterbrechung fest angestellt. Mehr als die Hälfte ist immerhin schon seit fünf Jahren dabei. Nicht nur die Bezahlung ist gut. Seit 1998 können unsere Mitarbeiter an der arbeitgeberfinanzierten betrieblichen Altersversorgung teilnehmen. Urlaubs­wünsche der ­Kollegen werden per Wunschzettel abgefragt und zu 99 Prozent gewährt. Wem 30 Urlaubstage pro Jahr zu wenig sind, der kann weitere freie Tage aus seinem Arbeitszeitkonto umwandeln. Zum fünf-, zehn-, 15- und 20-jährigen Betriebsjubiläum erhalten unsere Mitarbeiter ein persönliches Geschenk sowie eine finanzielle Anerkennung. Der Weihnachtsmann bringt alljährlich ein schönes Geschenk für die ganze Familie. Und mit Rücksicht auf die Familie kann auch die Arbeitszeit individuell abgestimmt werden.

So haben wir Mitarbeitern unter anderem schon die nebenberufliche Weiterbildung zum Handwerksmeister ermöglicht, wurden zu Hochzeiten und Firmengründungen eingeladen, haben Mitarbeiter ohne klassische Erwerbsbiografie durch die richtigen Kunden-Einsätze zu guten Facharbeitern fortgebildet und Arbeitskollegen, die wirklich nur vor hatten, bei uns wenige Wochen vorübergehend in der Zeitarbeit zu arbeiten, nach vielen erfolgreichen gemeinsamen Jahren in den wohlverdienten Ruhestand verabschiedet.

Mit der jüngsten, von Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles per 01.04.2017 umgesetzten Reform des Arbeitnehmerüberlassungsgesetzes soll prekäre Beschäftigung nun zurückgedrängt werden. Obwohl wir die daraus resultierenden zusätzlichen administrativen Hürden sicherlich nicht begrüßen, werden die neuen Regelungen ironischerweise eher zu mehr als zu weniger Leiharbeitern führen. Denn durch die stufenweise Einführung von »equal pay« verbessern sich die Arbeitsbedingungen in der Zeitarbeitsbranche zunehmend. Somit wird Zeitarbeit auch für bisher Festangestellte immer attraktiver. Irgendwann sind auch wir in Deutschland möglicherweise so weit, dass Zeitarbeitnehmer bessere Arbeitsbedingungen vorfinden als Festangestellte. Und dann sind Zeitarbeitsfirmen mit Sicherheit nicht nur gleichwertige sondern vielleicht sogar bessere Arbeitgeber!

Sie können Max P. Tuijtel auch eine E-Mail schreiben: max.tuijtel@herkules-fachpersonal.de.

Bild oben: Max P. Tuijtel, geschäftsführender ­Gesellschafter der Herkules Fachpersonal GmbH.

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