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Fokus Chefbüro: Sascha Harland Donnerstag, 14 Dezember 2017 10:35 Foto: Frank Bierstedt

Fokus Chefbüro: Sascha Harland

Im Büro von Sascha Harland gibt es einen Schatz – zumindest für Kenner legendärer Mobiltelefone. Hier, in einem großen Schrank hinter einer Glastür, finden sich die Klassiker aus dem frühen Zeitalter der Handy-Historie. Etwa das beinahe koffergroße und gut und gerne zwei Kilogramm schwere Portable 324 der Telekom. Und das aus heutiger Sicht ­klobig anmutende Gerät von Motorola, das als Knochen in die Geschichte des Mobiltelefons einging. Ein echtes Schnäppchen war es in den neunziger Jahren nicht. »Wir haben es geleast«, sagt Sascha Harland lachend.

Damals, als die Handys laufen lernten, machte auch Sascha Harland seine ersten Karriere­schritte – bei der Creditreform, wo er heute eine von deutschlandweit 129 Geschäftsstellen leitet. Seit 16 Jahren ist er Geschäftsführer der Creditreform Braunschweig Harland KG. Die beiden wichtigsten Tätigkeitsfelder seines 14 Mitarbeiter großen Teams: die Bonitäts­prüfung von Privatpersonen und Unternehmen; und Inkasso-Dienstleistungen, um im Auftrag von Gläubigern die Zahlungsbereitschaft von Schuldnern zu wecken.

Kunden sind alle, die ­Rechnungen schreiben

»Mit wem hat er es zu tun? Ist sein Geschäftspartner ein pünktlicher oder ein unpünktlicher Zahler? Das ist mit einfachen Worten die wichtigste Frage, die wir für unsere Auftraggeber beantworten – um sie so vor Forderungsausfällen zu schützen«, sagt Sascha Harland. Sein Kundenkreis reicht von Handelsunternehmen über Finanzdienstleister bis hin zu Leasing­gesellschaften. »Im Prinzip alle, die Rechnungen schreiben.«

In der Regel bekommt Sascha Harlands Auskunftei die Wirtschaftsinformationen, zu denen auch Umsatz- und Mitarbeiterzahlen, die Struktur von Unternehmen und ihre Beteiligungen zählen, über vielfältige Quellen, die vom Schreibtisch aus erreichbar sind. Doch ab und an sind Mitarbeiter der Braunschweiger Creditreform auch harte Rechercheure und werden sozusagen investigativ tätig: um am Betriebssitz Sein und Schein unter die Lupe zu nehmen. »Wie in dem Fall, als wir ein vermeintlich rechtschaffenes Unternehmen als ein betrügerisches entlarvt haben.« Weil das Unternehmen nur Fassade war. »Solche Briefkastenfirmen sind aber sehr selten in unserer Region.«

Ein Faible für New York

Selten, doch immerhin zweimal war Sascha Harland in New York. Zwei große Bilder in seinem Büro zeugen von seinen Reisen, sie zeigen die Skyline von Manhattan. »Das waren unglaublich faszinierende Aufenthalte«, sagt er. Weil ihn die gewaltigen Dimensionen so beeindruckt hätten? Im Gegenteil. »Manhattan ist wirklich sehr überschaubar, der Stadtbezirk gut strukturiert. Es ist sauber und die New Yorker sind freundliche Menschen. Ich habe mir fest vorgenommen, regelmäßig alle drei, vier Jahre die Stadt zu besuchen.« Die Zeit, die bis dahin vergeht, behält er im Blick: Die Nachbildung einer Uhr, wie es sie im Bahnhof in Manhattan – die Grand Central Station – gibt, hängt neben seiner Bürotür.

Sascha Harland, Jahrgang 1971, war eine Zeit lang Vorstandsvorsitzender der Braunschweiger Wirtschaftsjunioren. »Sie sind ein wichtiger Teil in meinem Leben.« Vor fünf Jahren hat er gemeinsam mit seinen Mitstreitern die Europa-­Konferenz mit mehr als 2000 internationalen Gästen nach Braunschweig geholt. Im Kreis der weltweit 200 000 Wirtschaftsjunioren ist er hochdekoriert – mit der seltenen Senatorenwürde. Die Urkunde in Anerkennung für seine Verdienste ist in seinem Büro zu sehen. »Für mich ist diese Ehre etwas ganz Besonderes«, betont er.

Weiße und schwarze Schafe unterscheiden

In seinem Arbeitszimmer gibt es persönliche Gegenstände, die viel über Sascha Harland erzählen – darunter ein Löschfahrzeug im Miniaturformat. Das Spielzeugauto ist eine Erinnerung an die vielen Jahre, die er für die Feuerwehr Braunschweig im Einsatz war. Ein knappes Vierteljahrhundert stand Sascha ­Harland, der stellvertretender Stadtbrandmeister war, ihr zur Seite. In unmittelbarer Nähe des kleinen Fahrzeugs: zwei Stoffschäfchen – das eine weiß, das andere schwarz. Das knuffige Paar ist ein Geschenk seiner Vertriebsleiterin. Die Braunschweiger Creditreform – Jahres­umsatz: circa zwei Millionen Euro – erteilt Auskünfte über gut 20 000 Unternehmen in der Region. Die meisten von ihnen sind ehrlich, wenige unaufrichtig. »Unsere Aufgabe ist es, die schwarzen Schafe von den weißen zu unterscheiden.« Und noch ein Tierchen gesellt sich dazu: sein goldfarbener Löwe, der eine Narrenkappe trägt. Bekommen hat er ihn von Karneval 111 – der Verein von Unternehmern, die sich für das närrische Treiben in Brunswiek stark machen. Was, wie die löwenstarke Auszeichnung beweist, Sascha Harland ausgesprochen gut gelungen ist. Auch für die Sache des Unternehmertums tritt der Vater zweier Söhne ein. Er ist Vize-Präsident der Kaufmännischen Union von 1818.

Ein echter Lokalpatriot

Sein Engagement für Wirtschaftsjunioren und Feuerwehr, für Karneval und Kaufmannschaft in Braunschweig belegt: Sascha Harland ist ein echter Lokalpatriot. An der Wand seines Arbeitszimmers hängt der Druck einer Zeichnung des Braunschweiger Stadtmalers Herbert Waltmann. Es zeigt das geschichtliche Zentrum seiner Stadt: den Burgplatz. »Ich bin in Braunschweig geboren und kann mir nicht vorstellen, jemals woanders zu leben«, sagt Sascha ­Harland – und fügt lachend hinzu: »Wenn, dann nur in New York.«

Bild ganz oben: Sascha Harland ist bekennender Braunschweiger. Seit 16 Jahren ist er Geschäftsführer der Creditreform Braunschweig Harland KG.

geschrieben von  boy