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Floristen – Kreativberuf ­zwischen Handwerk und Handel Donnerstag, 16 November 2017 09:32 Foto: oh

Floristen – Kreativberuf ­zwischen Handwerk und Handel

Floristen sind Menschen mit kreativen Ideen und Liebe zur Natur. Ihnen liegt der Umgang mit Menschen. In kaum einem anderen Beruf sind Kreativität, handwerkliche Fertigkeiten und kaufmännisches Knowhow so eng miteinander verknüpft. Jedes Design aus der Hand des Floristen ist ein Unikat und garantiert nicht von der Stange. Das macht für viele Menschen den besonderen Reiz dieses Berufsbildes aus.

Tätigkeitsfelder für Floristen gibt es viele. Dazu gehört die Arbeit in Blumenfachgeschäften oder im Großhandel. Im Bereich der Event-Floristik sind Floristen sogar auf Kreuzfahrtschiffen tätig. Menschen, die diesen Beruf ausüben, sind Gestalter, Interieur-­Spezialisten und Trend-Experten gleichermaßen.

Gestalterisches und handwerkliches Geschick, ein gutes Form- und Farbempfinden und die Freude am Umgang mit der Natur und mit Menschen sind im Zusammenwirken mit kaufmännischen Kenntnissen gute Voraussetzungen für eine Tätigkeit in diesem Bereich.

Die Ausbildung zum ­Floristen

Kaufmännisch-betriebswirtschaftliche und gestalterisch-kreative Inhalte sind die Säulen des Berufsbildes. Diese Tätigkeitsfelder machen den Beruf zu einem vielseitigen Ausbildungsberuf, der interessante Perspektiven für die Zukunft eröffnet.

Die Ausbildung dauert in der Regel drei Jahre. Sie findet dual – in Berufsschule und im Betrieb – statt. Alle Inhalte, die während der Ausbildung vermittelt werden müssen, sind in der Ausbildungsverordnung festgelegt. Im Betrieb übernimmt eine fachlich kompetente Person mit Ausbildereignungsprüfung die Ausbildung. Ergänzend dazu findet in der Berufsschule der fachtheoretische Unterricht statt.

Die kreative Arbeit mit natürlichen Werkstoffen und der Anspruch, die Wünsche des Kunden in fachgerechte Gestaltung umzusetzen, bilden die Basis des Berufes. Die Arrangements werden in erster Linie auf Basis der sogenannten Gestaltungslehre gearbeitet. Sie ist eines der wichtigsten Elemente der floristischen Ausbildung und gemeinsam mit der Farben- und Formenlehre die Grundlage für die Gestaltung. Die Gestaltungslehre sagt, welche verschiedenen Stilformen es für das Arrangieren gibt. Der Umgang mit Menschen spielt auch eine wichtige Rolle. Teamfähigkeit und Kundenservice sind hierfür die Schlagworte. Denn Floristen arbeiten meistens im Team und stehen im täglichen Kundenkontakt. Aber auch die Schaufenster- und Verkaufsraumgestaltung sowie die Warenpräsentation sind wesentliche Bestandteile des Berufs. Hinzu kommen kaufmännische Inhalte wie Kalkulation und Warenwirtschaft sowie der komplexe Bereich der Verkaufs­förderung.
Zu Beginn der Berufsausbildung konzentriert sich die betriebliche Anleitung auf Inhalte wie die Handhabung, Pflege und Aufbewahrung von Werkzeugen, die Versorgung und Pflege handelsüblicher Pflanzen, Gestaltung von Sträußen und Gestecken, Bedarfsermittlung und Angebotseinholung sowie betriebliche Serviceleistungen. Diese Fertigkeiten und Kenntnisse bilden die Grundlage für die Zwischenprüfung, in welcher die Prüflinge bereits praktisch zeigen sollen, dass sie einen Strauß und einen Kranz binden können.

Die fachpraktische Ausbildung vertieft in der weiteren Ausbildung die handwerkliche und gestalterische Planung, die Arbeitstechniken und das Veranlassen von Werbemaßnahmen. Es werden die Vorschriften für den Pflanzenschutz und die Abgabe von Pflanzenschutzmitteln vermittelt. Kaufmännische Inhalte spielen eine große Rolle. Und selbstverständlich geht es um die Fertigung anlassbezogener floristischer Leistungen wie Raumschmuck, Tischschmuck, Trauerfloristik und Hochzeitsfloristik.

In der Abschlussprüfung sollen die Prüflinge fachliche Kenntnisse in Technologie nachweisen, weitere schriftliche Prüfungsbereiche sind Warenwirtschaft sowie Wirtschafts- und Sozialkunde. Die praktische Abschlussprüfung ist nicht nur inhaltlich, sondern auch optisch ein Highlight der Ausbildung. Die Prüfungsanforderungen lassen die Prüflinge häufig wahre Kunstwerke an Sträußen, Gestecken und Gefäßfüllungen kreieren. Zusätzlich muss innerhalb einer komplexen Arbeitsaufgabe zu den Bereichen Raumschmuck, Tischschmuck, Trauerfloristik oder Hochzeits­floristik das gesamte floristische Arrangement geplant, kalkuliert, skizziert und handwerklich anspruchsvoll gearbeitet werden.

Azubi-Wettbewerbe im Bezirk der IHK ­Braunschweig

Neben dem Engagement der Ausbildungsbetriebe und der Berufsschule setzt sich auch der Prüfungsausschuss für die fachliche Unterstützung der Auszubildenden ein. So werden circa zweimal im Jahr Wettbewerbe im Bezirk der IHK Braunschweig organisiert, in welchen die Auszubildenden an praktischen Aufgaben üben. Im September 2017 hatten die Auszubildenden des dritten Lehrjahres die Möglichkeit, Pflanzschalen prüfungsgerecht zu gestalten. Dafür war es dem Prüfungsausschuss gelungen, den Blumen­hof Hattorf als Sponsor zu gewinnen. Alle ­Materialien wurden vom Blumenhof ­kostenlos zur Verfügung gestellt.

Berufliche Perspektiven

Die Tätigkeitsfelder der Floristen sind ebenso vielseitig wie die Entwicklungsmöglichkeiten in diesem Beruf. Während der Ausbildung und im Berufsleben stehen Floristen viele Möglichkeiten der beruflichen Fortbildung offen. Durch Anpassungsweiterbildung kann man seine Fachkenntnisse auf den neuesten Stand bringen und erweitern.

Eine Aufstiegsweiterbildung hilft, beruflich voranzukommen und Führungspositionen zu erreichen. Naheliegend ist es, nach mindestens dreijähriger Berufstätigkeit die Prüfung als Floristmeister/in abzulegen.
 

Ansprechpartnerin: Anke Just,
Tel.: 0531 4715-232,
E-Mail: anke.just@braunschweig.ihk.

geschrieben von  ju/Fachverband Deutscher Floristen